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Lukas Kap. 24 ✔️

Lukas Evangelium – Kapitel 24

Lk 24,1-12: Jesus ersteht vom Tod auf

Mt 28,1-7; Mk 16,1-8; Joh 20,1-10

Er ist auferstanden! Lk 24:6

Wir müssen erneut mit Kraft und Freude das Ereignis des Todes und der Auferstehung Christi verkünden; es ist das Herz des Christentums, der tragende Mittelpunkt unseres Glaubens, der mächtige Antrieb unserer Gewissheit, der starke Wind, der alle Angst und Unsicherheit, jeden Zweifel und jede menschliche Berechnung vertreibt. Allein von Gott kann die entscheidende Veränderung der Welt kommen. Nur von der Auferstehung her versteht man das wahre Wesen der Kirche und ihres Zeugnisses, das nicht vom Ostergeheimnis getrennt ist, sondern vielmehr dessen Frucht, Offenbarung und Verwirklichung durch diejenigen ist, die den Heiligen Geist empfangen und von Christus ausgesandt werden, seine eigene Sendung fortzusetzen.

Halleluja! Jesus lebt! Mit der Auferstehung hat sich etwas völlig Unerwartetes ereignet. Es ist nicht einfach eine wiederbelebte Leiche. Das gab es schon vor der Auferstehung Jesus (z.B. Lazarus). Nein. Wesentlich ist, dass mit der Auferstehung Jesu nicht irgendein einzelner Toter wieder belebt wurde, sondern dass die Auferstehung Jesus uns alle angeht, weil sie für uns alle einen neuen Raum des Lebens bringt, des Mitseins mit Gott.

Christus ist in die Welt gekommen, dass wir uns an ihn klammern, dass wir uns von ihm hinreißen lassen in das ungeheuere Geschehen der Auferstehung. Bonhoeffer

Lk 24,13-34: Emmaus-Jünger

Mk 16,12-13

Da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. LK 24:15

Christus lässt sich herab, um dir in deinem Alltag zu folgen, um dich zu suchen. Er versteht deinen Schmerz. Durch sein Wort und seinen Leib begleitet er dich. Auf deinem Weg deutet er dir das Leben durch sein Wort. Auf den vielen Emmaus-Wegen unseres Leben erschließt er sich uns immer wieder aufs Neue. Das Leben ist immer Werden, immer Veränderung, die angepackt werden darf, immer im Blick auf Jesus, der dich an die Hand nimmt, damit du dein Leben aus dem Glauben an ihn deutest und siehst, um ihn, den Herrn, immer tiefer zu erkennen. Häufig erkennst du erst nach einem Ereignis, einer Begegnung in deinem Leben, dass er in seiner heilsbringenden Macht da war.

Warum seid ihr so traurig? Lk 24,17

Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, sprach den Segen, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihnen die Augen geöffnet, und sie erkannten ihn; und er verschwand vor ihnen. Lk 24:30‭-‬31

Wann, Brüder, hat sich der Herr zu erkennen gegeben? Als er das Brot brach. Wir sind uns daher sicher: Wenn wir das Brot brechen, erkennen wir den Herrn. Wenn er in keinem anderen als in diesem Moment erkannt werden wollte, dann unseretwegen, die wir ihn nicht im Fleische sehen und dennoch sein Fleisch essen sollten. Du also, der du an ihn glaubst, wer auch immer du bist; du, der du nicht umsonst den Namen eines Christen trägst; du, der du nicht rein zufällig in die Kirche kommst; du, der du das Wort Gottes in Furcht und Hoffnung hörst: Das gebrochene Brot wird für dich ein Trost sein! Die Abwesenheit des Herrn ist keine wirkliche Abwesenheit. Hab Vertrauen, bewahre den Glauben, und er ist mit dir, auch wenn du ihn nicht siehst. Als der Herr sich den Jüngern näherte, hatten sie keinen Glauben. Sie glaubten nicht an seine Auferstehung; sie hatten nicht einmal die Hoffnung, dass er auferstehen könnte. Sie hatten den Glauben verloren; sie hatten die Hoffnung verloren. Sie waren Tote, die mit einem Lebenden unterwegs waren. Tot gingen sie mit dem Leben. Das Leben ging mit ihnen, aber in ihren Herzen war das Leben noch nicht erneuert. Und du, begehrst du das Leben? Mach es wie die Jünger, und du wirst den Herrn erkennen. Sie boten Gastfreundschaft an; der Herr schien entschlossen, seinen Weg fortzusetzen, aber sie hielten ihn zurück. […] Halte auch du den Fremden zurück, wenn du deinen Retter erkennen willst. […] Lerne, wo du den Herrn suchen, wo du ihn besitzen, wo du ihn erkennen kannst: indem du das Brot mit ihm teilst. Augustinus

Lk 24,35-49: Jesus erscheint seinen Jüngern

Mk 16,14; Joh 20,19-23

Während sie aber davon redeten, trat Jesus selbst in ihre Mitte, und er spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Lk 24:36

Friede und Loslassen: Immer wieder grüsst der auferstandene Jesus seine Jünger mit dem Friedensgruß. Um den Frieden unserer Seelen in Jesus zu finden und zu bewahren, ist es notwendig, immer wieder auch los zu lassen, vor allem sich selbst, im Blick auf den gekreuzigten Jesus, der sein Leben los ließ. Anhänglichkeit des Herzens: Viel zu häufig hängt unser Herz an vielen anderen Dingen, schöne wie nicht so schöne (materieller Besitz, Sorgen, Beziehungen etc.). Eine wachsende und inniger werdende Jesusbeziehung und der damit einhergehende innere Frieden hängt wesentlich mit diesem “Loslassen-Können” zusammen. Und so soll es in dieser Pfingstwoche um das Loslassen in der Kraft des heiligen Geistes gehen: Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.

Die Worte aus seinem Mund haben nun eine neue Bedeutung, weil Christus durch sein Blut am Kreuz Frieden gemacht hat. Diejenigen, die durch den Glauben gerechtfertigt sind, haben Frieden mit Gott. MacDonald

Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen? Lk 24,38

Seht doch die Wunden an meinen Händen und Füßen! Ich bin es wirklich. Lk 24:39

Die Schönheit der Hände Christi betrachten, bedeutet bedenken, was diese Hände für uns getan haben. Durch die Auflegung seiner Hände hat er Kranke geheilt, mit ihnen hat er Aussätzige berührt und rein gemacht. Seine Hände hat er zum Gebet gefaltet. Mit seinen Händen segnete er die fünf Brote und zwei Fische. So vollbringt er mit seinen Händen göttliche Wundertaten, spendet Nahrung, Heilung und Leben. Schließlich nimmt er in seine Hände Brot und Wein als Zeichen seines Opfers. Er lässt seine Hände fesseln und sich abführen. Seine Hände werden an den Kreuzesbalken gebunden und durchbohrt. Den zweifelnden Jüngern sagt der Auferstandene: Seht meine Hände und Füße an!

Habt ihr etwas zu essen hier? Da reichten sie ihm ein Stück gebratenen Fisch und etwas Wabenhonig. Und er nahm es und aß vor ihnen. Lk 24:41‭-‬43‬‬

Die Emmausjünger erzählen von ihrer Begegnung, und Christus selbst erscheint ihnen. Doch auch als er genau vor ihnen steht, zögern sie, zu glauben. Die geduldige, akzeptierende Haltung unseres Herrn ist ermutigend. Er kam nicht, um zu essen, aber nimmt ein Stück Fisch, um ihnen zum Glauben zu verhelfen. Wir alle haben unsere Momente des Lichts und der Hochherzigkeit, und unsere Momente der Trägheit und des inneren Widerstands. Ich möchte glauben, aber weil es bedeutet, meine falschen Sicherheiten fallenzulassen, brauche ich Loslösung und Reinigung. Christus hilft mir in meiner Schwachheit durch seine Nähe. Robert Presutti

Da öffnete er ihnen das Verständnis, damit sie die Schriften verstanden. Lk 24:45

So steht es geschrieben, und so musste der Christus leiden und am dritten Tag aus den Toten auferstehen. Lk 24:46

So steht es geschrieben. Das Kreuz war kein Fehler. Christus sieht es nicht als notwendiges Übel. Es musste so geschehen, denn es stand so in der Heiligen Schrift. Mit anderen Worten, es hätte nicht anders sein können. Ohne das Kreuz keine Auferstehung. Ohne die Auferstehung keine Erfahrung der Fülle des Lebens, keine Hoffnung auf kommende Dinge. Mein Leben hat auch seine eigene Erfahrung des Kreuzes Christi. Was für mich eine unerwartete Wendung, ein Hindernis oder ein Problem sein könnte, ist für Christus ein Mittel, mein Herz zu reinigen und mich zur Auferstehung zu führen. Robert Presutti

Lk 24,50-53: Jesu Himmelfahrt

Mk 16,19-20

Er segnete sie mit erhobenen Händen. Lk 24:50

Jesus scheidet segnend und bleibt so der immerfort Segnende. Christus selbst ist der göttliche Segen für die Welt. Segen, der immer Geschenk und Verantwortung zugleich ist, denn an uns liegt es, ob die Früchte des Segens gedeihen oder wegen mangelnder Hingabe verkümmern. Das Erste bleibt jedoch der Segen von oben. Irenäus von Lyon dazu: Wie die trockene Erde, wenn sie keine Feuchtigkeit empfängt, auch keine Frucht bringt, so würden auch wir, die wir von Haus aus trockenes Holz sind, niemals Frucht bringen ohne den Gnadenregen von oben.

Und sie warfen sich anbetend vor ihm nieder und kehrten nach Jerusalem zurück mit großer Freude. Lk 24:52

Die große Freude der Jünger macht uns begreiflich, dass die Himmelfahrt kein Weggehen Jesus gewesen ist, ansonsten hätten sie traurig sein müssen, weil er nun nicht mehr da ist, ansonsten hätten sie überfordert reagiert mit dem Auftrag, den Jesus kurz davor erteilt hat (Verkündet der ganzen Welt das Evangelium). Dem ist nicht so. Die Jünger fühlen sich nicht verlassen, sondern sie sind sich der neuen Gegenwart Jesu gewiss. Immer wieder: Himmelfahrt ist die bleibende Nähe Jesu. Dass Jesus angebetet wird, begegnet im Lukas-Evangelium hier zum ersten und einzigsten Mal. Das ist bezeichnend für die Hoheit und Herrschaft, die er nun einnimmt.

Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. Paul Gerhardt

Die Schuppen waren von ihren Augen gefallen. Der Schatten des Kreuzes rief keine Furcht mehr in ihren Herzen hervor. Christus hat die Sünde und den Tod besiegt, und sie sind Zeugen davon, denn sie haben es in ihrem eigenen Leben erfahren. Wie die Apostel, stehen auch wir voll Staunen da über so einen wunderbaren Gott, dass wir uns gedrängt fühlen, ihn Tag und Nacht zu loben. Diese Haltung geht Hand in Hand mit dem Auftrag, seine Liebe allen Menschen zu verkünden. John Doyle

Das Lukasevangelium begann mit hingegebenen Gläubigen im Tempel, die um den lang erwarteten Messias beteten. Es endet am selben Ort mit hingegebenen Gläubigen, die Gott lobten und priesen, weil er ihre Gebete erhört und die Erlösung gebracht hat.