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Lukas Kap. 12

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Lukas-Evangelium Kap. 12

Lk 12,1-12: Jesus warnt vor Heuchelei

Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, welcher die Heuchelei ist! Lk 12:1

Ein Heuchler ist jemand, der eine Maske trägt und dessen äußere Erscheinung sich vom Inneren völlig unterscheidet. Die Phari-säer wollten als tugendhafte Vorbilder gelten, doch in Wahrheit waren sie nur Meister der Verstellung.

Lk 12,13-21: Gleichnis vom dummen Reichen

Da rief einer aus der Menge: Lehrer, sag doch meinem Bruder, er soll unser Erbe gerecht mit mir teilen. Aber Jesus wies ihn zurück: Bin ich etwa euer Richter oder euer Vermittler in Erbstreitigkeiten? Lk 12,13-14

Auch Jesus hat hier und da ein nein ausgesprochen. Auch du darfst “Nein” sagen. Das innere “Ich muss”, um mir oder anderen gerecht zu werden, frisst dich auf. Es geht nicht ohne dich? Quatsch! Das merkst du dann, wenn du krank bist und es trotzdem läuft. Wenn du zu häufig das “Muss” und “Sollte” in deinem Kopf hast, ist das definitiv ein Warnsignal. Wenn du merkst, dass du immer häufiger das Wort sollte gebrauchst, ist das ein Zeichen, dass du dich in deinem Leben immer weiter von dem “Leben in Fülle” entfernst, dass Jesus für dich bereit hält. Du lebst dann für irgendwelche anderen Maßstäbe oder Bestätigungen, von denen du dir erwartest, dass sie dich glücklich machen. Sollte macht niemanden glücklich. Also: Du darfst auch Nein sagen.

Wie viel ist schon gewonnen, wenn nur einer aufsteht und Nein sagt (Brecht)

Lk 12,22-34: Jesus warnt vor Sorgen

Setzt euch vielmehr für Gottes Reich ein, dann wird er euch mit allem anderen versorgen. Lk 12:31

Die Gemeinschaft Jesu und der Gehorsam gegen sein Gebot kommt zuerst, alles andere folgt nach! Das Reich Gottes ist wichtiger als alles andere, wichtiger als ich selbst und mein Glück. Alles zu wollen, was Gott will, es immer zu wollen, bei allen Gelegenheiten und ohne Einschränkungen, das ist das Reich Gottes, das ganz innen ist. Darum sorge dich nicht um dein eigenes Glück, sondern setze dich ein für die Dinge Gottes. Das befreit vom Ich. Und nur in der Befreiung von unserem eigenen Ich können wir umso mehr dafür einsetzen, dass sein Wille geschieht.

Wir leben alle im Reiche Gottes vom Nehmen und Geben. Unser Nehmen heißt beten, und unser Geben heißt lieben. Friedrich von Bodelschwingh

Setzt euch vielmehr für Gottes Reich ein, dann wird er euch mit allem anderen versorgen. Lk 12:31

Die Gleichförmigkeit unseres Herzens mit Gottes geoffenbartem Willen besteht darin, daß wir das alles wollen, was die göttliche Güte als ihre Absicht offenbart, daß wir glauben, was sie lehrt, erhoffen, was sie verspricht, fürchten, was sie androht, lieben und tun, was sie befiehlt und verlangt. Durch seinen Willen verlangt Gott, daß wir das tun, was er uns sagt. Er gibt uns alles dazu, was wir brauchen, mahnt und drängt uns, dies auch zu verwenden. So treibt er uns dazu an, mahnt uns, muntert uns auf, regt uns dazu an, hilft und unterstützt uns. Unsere Liebe aber gibt das Herz ihm hin und weiht es ihm mit inniger Liebe. Die Liebe des Wohlwollens, die Gott alles unterwerfen will, unterwirft folglich unser Verlangen und Wollen dem geoffenbarten Willen Gottes.

Was uns als dein Wille überliefert wurde, ist für alle Zeit mein kostbarer Besitz und erfüllt mein Herz mit tiefer Freude. Ps 119:111

Setzt euch vielmehr für Gottes Reich ein, dann wird er euch mit allem anderen versorgen. Lk 12:31

Treue Hingabe an den Willen Gottes immer und überall, in allen Angelegenheiten und Lebensumständen, gibt Gott große Ehre. Eine solche Hingabe an den Willen Gottes hat in seinen Augen mehr Gewicht als langes Fasten, Abtötungen und strengstes Büßen. Oh, wie groß ist der Lohn für einen Akt liebender Hingabe an den Willen Gottes! Eine Gott liebende Seele, die in ihm versenkt ist, geht ihrer Pflicht mit derselben Einstellung nach, wie zur heiligen Kommunion und verrichtet die geringste Tätigkeit mit großer Sorgfalt, unter dem liebenden Auge Gottes. Sie ist nicht verwirrt, wenn sich nach einiger Zeit eine Sache als weniger geglückt erweist. Sie bleibt ruhig, denn während ihres Handelns hat sie alles getan, was in ihrer Macht war. Faustyna

Wo nämlich euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. Lukas 12:34

Ein Bruder sagte mir: Eines Tages, als ich zu Abbas Cronios vom Berg Panahon ging, sagte er mir: Gib acht, mein Sohn, dass du dort, wo du gehst und wo du wohnst, dein Herz nicht niederlässt, in der dass du dich für immer niederlässt, sondern sei dort wie ein Fremder. Apophthegmata

Wir sind nur Gäste auf dieser Erde. Hängen wir unser Herz daher allein an Gott. Unsere Heimat ist im Himmel!

Lk 12,35-48: Ermahnung zur Vorbereitung aufs Kommen

Eure Lenden sollen umgürtet sein und eure Lichter brennend. Lk 12:35

Die Jünger sollten ihrem Herrn nicht nur in Bezug auf ihre Versorgung vertrauen, sondern auch in ständiger Erwartung seiner Wiederkunft leben. Sie sollten ihre Lenden umgürten und ihre Lampen brennend erhalten. In östlichen Ländern wurde ein Gürtel um die Taille geschlungen, um die langen, weiten Gewänder zu halten, wenn ein Mensch schnell gehen oder laufen wollte. Die umgürtete Lende spricht von einem Auftrag, der zu erfüllen ist, die brennende Lampe kündet vom Zeugnis, das zu erhalten ist. MacDonald

Seid Menschen gleich, die ihren Herrn erwarten, wenn er von der Hochzeit aufbrechen wird, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun. Lk 12:36

Sie sollten von allen irdischen Belastungen frei sein, sodass sie sofort, wenn der Herr anklopft, aufmachen können, ohne Ablenkung und ohne sich erst fertig machen zu müssen. Ihre Herzen warten auf ihn, ihren Herrn, sie lieben ihn und sie warten auf ihn. Er klopft an und sie öffnen ihm sofort. MacDonald

Glückselig sind jene Knechte, welche der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird! Lk 12:37

Das Warten auf die Rückkehr unseres Herrn sollte unser Herz mit großer Freude erfüllen. Wir warten nicht auf irgendeinen Herrn, sondern auf den Herrn, der für uns gegeißelt und gefoltert wurde, der für uns das schwere Kreuz auf sich genommen und uns unsere Sünden verziehen hat. Wir warten auf die Person, die uns am meisten liebt und uns zu sich einladen will. Wie wollen wir diese Person in Empfang nehmen, wenn sie kommt? Carmen Gallinger

Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und sie zu Tisch führen und hinzutreten und sie bedienen. Lk 12:37

Bis der Herr von der Hochzeit zurückkommt, warteten seine Knechte bereitwillig auf ihn, um auf seinen Befehl hin sofort tätig zu werden. Er ist mit ihnen so zufrieden, dass er hier die Rollen tauscht. Er gürtet sich selbst mit einem Sklavenschurz, lässt sie sich zu Tisch legen und bedient sie. Das ist eine sehr bewegende Hinweis darauf, dass er, der in diese Welt als Knecht gekommen ist, sich in seiner Gnade herab- lassen wird, sein Volk in dessen himmlischer Heimat zu bedienen. Der deutsche Bibelausleger Bengel war der Meinung, dass Vers 37 die größte Verheißung des Wortes Gottes sei. MacDonald

Wenn der Hausherr wüsste, zu welcher Stunde der Dieb käme, so würde er wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. Lk 12:39

Jesus beschreibt einen Mann, in dessen Haus in einem unbewachten Augenblick eingebrochen wird. Der Dieb kam völlig unerwartet. Wenn der Hausherr davon gewusst hätte, so hätte er nicht erlaubt, dass sein Haus durchgraben würde. Die Lehre hier ist, dass die Zeit des Kommens Christi unsicher ist, und niemand kennt den Tag oder die Stunde seines Erscheinens. Wenn er kommen wird, dann werden die Gläubigen, die sich auf Erden einen Schatz aufgehäuft haben, alles verlieren, weil, wie jemand einmal gesagt hat: der Christ entweder seinen Besitz verlässt oder sich ihm hingibt. Wenn wir die Wiederkunft Christi wirklich erwarten, dann verkaufen wir alles, was wir haben und legen es Jesus zu Füßen. MacDonald

Darum seid auch ihr bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint. Lk 12:40

Jesus erklärt seinen Jüngern, dass keiner die Stunde kennt, in der der Menschensohn kommt. Die Tatsache, dass es nicht berechenbar ist, wann der Herr wiederkommt und wir keinen Einfluss darauf ausüben können, lässt zwei Möglichkeiten offen. Entweder ist uns sein Kommen gleichgültig und wir leben unberührt unser Leben, oder wir nehmen es uns zu Herzen und warten mit Sehnsucht und Wachsamkeit auf ihn. Wie viel ist mir mein Glaube zu Jesus Christus wert? Wünsche ich mir seine Gegenwart in meinem Leben zu jeder Stunde? Carmen Gallinger

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man desto mehr fordern. Lk 12:48

Wie ein Vater seinem Kind Verantwortung schenken möchte, damit es wächst und in höherem Maße am Leben teilnehmen kann, so schenkt uns der Herr das Vertrauen und die Aufgabe, dankbar mit dem Geschenk des Glaubens umzugehen. Wie viel ist uns durch die Freundschaft mit Gott gegeben worden und mit welch hoffnungsvollem Blick dürfen wir dank der Frohen Botschaft Christi durch unser Leben gehen! Wir sind berufen, unseren Glauben verantwortungsvoll und dankbar anderen vorzuleben. Carmen Gallinger

Lk 12,49-53: Jesus warnt vor kommenden Spaltungen

Ich bin gekommen, ein Feuer auf die Erde zu bringen, und wie wünschte ich, es wäre schon entzündet! Lk 12:49

Der Herr Jesus wusste, dass sein Kommen auf die Erde zunächst keinen Frieden bringen würde. Zuerst musste es Spaltung, Zwietracht, Verfolgung und Blutvergießen hervorrufen. Er kam zwar nicht mit dem erklärten Ziel, dieses Feuer auf die Erde zu werfen, doch dies war das Ergebnis oder die Auswirkung seines Kommens. Obwohl Verfolgung und Zwistigkeiten während seines irdischen Dienstes auftraten, wurde das Herz des Menschen erst am Kreuz wirklich entlarvt. Der Herr wusste, dass dies alles geschehen musste, und er wünschte sich, dass das Feuer der Verfolgung so bald wie nötig gegen ihn hervorbrechen würde. MacDonald

Aber ich muss mich taufen lassen mit einer Taufe, und wie drängt es mich, bis sie vollbracht ist! Lk 12:50

Er hatte eine Taufe, womit er getauft werden musste. Das bezieht sich auf seine Taufe bis zum Tod am Kreuz. Er stand unter dem ungeheuren Zwang, ans Kreuz zu gehen, um die Erlösung für die verlorene Menschheit zu erreichen. Die Schande, das Leid und der Tod waren des Vaters Wille für ihn, und er wollte unbedingt gehorchen. MacDonald

Lk 12,54-59: Jesus warnt vor der zukünftigen Krise

Ihr Heuchler! Aus den Zeichen am Himmel oder auf der Erde könnt ihr das Wetter vorhersagen. Warum könnt ihr dann nicht beurteilen, was heute vor euren Augen geschieht? Lk 12:56

Gottes Vorsehung lenkt alles. Wir wissen das durch den Glauben und manchmal schickt er uns auch ein Zeichen, wie um zu sagen: Ja, ich bin wirklich hier. Einmal fuhr ein Priester der Legionäre Christi auf einer Straße in Virginia und er dachte gerade über seine Probleme mit einer bestimmten Person nach. Wie soll ich mit dieser Person umgehen? fragte er sich. Vor ihm fuhr ein Wagen auf die Straße. Virginia ist für seine große Zahl von selbst gewählten Kfz-Kennzeichen bekannt. Dieses Kennzeichen vor ihm ließ ihn aber aufblicken. Auf dem Kennzeichen stand CARITAS, das lateinische Wort für Liebe. War das ein Zufall? Er konnte nicht abstreiten, dass das die gesuchte Antwort war. Die Zeichen, die uns einladen, Christus ähnlicher zu werden, müssen von uns am meisten beachtet werden. Steven Reilly