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Lk Kap. 11

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Lukas-Evangelium Kap. 11

Jesus lehrt Jünger übers Gebet Lk 11,1-13

Wenn ihr betet, so sprecht: Unser Vater. Lk 11:2

Jesus selbst spricht häufig vom Vater. Wenn wir am Anfang des Gebetes “Vater” sagen, so nimmt uns Jesus mit hinein in diese zärtliche Gottesbeziehung von seinem und unserem Vater. Wir sprechen diese Worte mit Jesus. Als seine Kinder sind wir in Beziehung zu unserem Vater und er erweist uns seine Liebe. Gott ist der Gott aller Menschen. Indem ich “Vater unser” bete, bin ich immer schon auf meine Mitmenschen verwiesen, ja auch derjenigen Menschen, mit denen wir so unsere Probleme haben. Und dieses “Vater unser” fordert von mir die Liebe.

Alle Geschöpfe sind Kinder des einen Vaters und daher Brüder. Franz von Assisi


Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt. Lk 11:2

Nicht ohne Grund sprechen wir das “Vater unser” in Wir-Form. Augustinus hat einmal gesagt: “Ob sie wollen oder nicht, sie sind unsere Brüder. Sie hören erst auf, unsere Brüder zu sein, wenn sie aufhören zu sprechen: Vater unser.” Wir haben den einen Vater, der uns liebt, ja der die Liebe selbst ist. “Gott ist Liebe, und wer in dieser Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.” (1. Joh 4:16). Dieser Vater und seine Liebe sind unteilbar, egal wie viel Kirchen es gibt. Und so sind wir alle Geschwister als Kinder Gottes. Lasst uns bei allen Unterschieden nie vergessen. Wir haben alle einen Vater im Himmel, unteilbar in seinem Sein, unteilbar in der Liebe. Ich wünsche dir einen gesegneten Tag als Kind Gottes.


Geheiligt werde dein Name! Lk 11:2

Nach dem Anruf folgt nun die erste Bitte. Gottes Name soll geheiligt werde. Auch hier folgen wir Jesus nach, der die Herrlichkeit des Vaters offenbart hat. Jesus verweist uns auf einen Gott, der einen Namen hat und der damit Person ist. Wir dürfen Gott begegnen, der uns als Du gegenübertritt und mit dem wir eine Beziehung eingehen können. Gott in seiner Person soll für uns offenbar werden. In dieser Gottesbeziehung finden wir zu uns selbst und auch den Nächsten.

Der Mensch wird am Du zum Ich. Buber


Dein Reich komme! Lk 11:2

Jesus hat uns das Kommen des Reiches Gottes verkündigt. Wo dieses Reich Gottes kommt, da geschieht Heilung. Eigentlich ist es nicht notwendig, um das Kommen seines Reiches zu bitten, denn das Reich Gottes wird kommen, ob wir wollen oder nicht. Die Bitte dient vielmehr dazu, in uns die Sehnsucht zu wecken nach der mystischen Erfahrung des Reiches Gottes, das in uns ist. Wir beten dass das Reich Gottes uns seelisch durchdringt und sich dadurch auch auf den Umgang mit unserem Nächsten auswirkt. Wir sind das Salz und das Licht der Erde, berufen Gottes Reich in Wort und Tat zu verkündigen. In der Bitte um das Reich Gottes bitten wir darum, dass wir dieser Sendung auch gerecht werden können.

Durch diese Bitte aber erwecken wir unsere Sehnsucht nach diesem Reich, damit es zu uns komme und damit wir es verdienen, in diesem Reich mitzuherrschen. Augustinus


Vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der uns etwas schuldig ist! Lk 11:4

Im Vaterunser bekennen wir unseren Willen zu vergeben. Es ist oft schwer, weil Verletzungen tief sein können, aber Gott sieht unser Bemühen. Wenn wir es dann doch schaffen, von Herzen zu vergeben, dann befreit uns das von viel negativer Energie. Vergebung reinigt. Das Vaterunser erinnert uns auch daran, dass wir immer wieder selbst schuldig werden und auf Vergebung angewiesen sind.

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater euch auch vergeben. Mt 6:14


Führe uns nicht in Versuchung. Lk 11:4

Gott selbst versucht uns nicht. In diesen Worten bitten wir, dass uns Gott beisteht, damit wir in der Versuchung standfest bleiben. Auch hier folgen wir Jesus, der ebenso mit der Versuchung zu kämpfen hatte. Weil Jesus selbst versucht worden ist, kann er uns in unserer Versuchung beistehen. So erfahren wir gerade in der Versuchung eine besondere Nähe zu Jesus. Er versteht uns und er hilft uns, damit wir der Versuchung nicht erliegen.

Da er selbst in Versuchung geführt wurde und gelitten hat, kann er auch denen helfen, die in Versuchung geführt werden. Hebr 2,18


Erlöse uns von dem Bösen! Lk 11:4

Das Böse begegnet uns in unserer Welt, aber ebenso in unserem Innern. Wir kennen es doch alle immer wieder: böse Gedanken, in die Irre führende Begegnungen, sinnlose Leiden, Drangsale, böse Menschen und der böse Trieb. Es als gegeben hinnehmen? So bin ich halt! Nein! Unser Leben ist immer auch geistlicher Kampf. Unterwerfen wir daher nach besten Kräften unseren freien Willen der ewig der himmlischen Liebe auf. Franz von Sales schreibt: Nie hat mein Wille soviel Leben als im Augenblick, wo er sich selbst stirbt, und nie ist mein Wille so tot, als wenn er für sich selbst lebt. Machen wir uns zu Sklaven der Liebe.

Was uns als dein Wille überliefert wurde, ist für alle Zeit mein kostbarer Besitz und erfüllt mein Herz mit tiefer Freude. Ps 119:111


Erlöse uns von dem Bösen! Lukas 11:4

Wer ist gemeint mit „Erlöse uns von dem Bösen“? Mit „dem Bösen“ im Vaterunser ist nicht eine negative geistige Kraft oder Energie gemeint, sondern der Böse in Person, den die Heilige Schrift unter den Namen Versucher, Vater der Lüge, Satan oder Teufel kennt. Niemand wird leugnen, dass das Böse in der Welt von verheerender Gewalt ist, dass wir von teuflischen Einflüsterungen umgeben sind, dass in der Geschichte oft dämonische Prozesse ablaufen. Nur die Heilige Schrift nennt die Dinge beim Namen: „Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt“ (Eph 6,12). Die Vaterunser-Bitte, vom Bösen erlöst zu werden, trägt das ganze Elend dieser Welt vor Gott und fleht darum, dass Gott, der Allmächtige, uns von allen Übeln befreit, wie es auch im Embolismus zum Ausdruck kommt


Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan! Lk 11:9

Diese Aufforderung steht direkt nach dem Vater unser. Bittet, sucht und klopft! Empfehlt euch jeden Morgen Gott an. Sprecht mit ihm, wie mit einem Freund und dennoch mit großer Ehrfurcht. Gott wird uns nicht abweisen. Er gibt uns, was wir zum Leben und zur Liebe brauchen. Gott ist unser guter Vater. Er weiß, was uns guttut. Erheben wir möglichst häufig daher unser Herz zu Gott

Ein gutes Mittel, uns in Herzenserhebungen zu üben, besteht darin, das Vaterunser nacheinander herzunehmen, indem man für jeden Tag einen Satz wählt. Franz von Sales


Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch ! Lk 11:9

Die griechische Zeitform bezeichnet ein beständiges, wiederholtes Bitten. Wir sollten nicht sparsam sein mit unseren Bitten. Bitte voll kindlichem Vertrauen, verbunden mit dem vorweggenommenen Dank und mit dem Zusatz “Dein Wille geschehe”, selbst wenn dieser nicht immer verstehbar für dich ist. Weiter: es geht beim Bitten nicht um viele Worte, sondern um die Echtheit des Herzens. Deshalb sei dein Gebet kurz und rein. “Beim Gebet ist es besser, ein Herz ohne Worte als Worte ohne Herz zu haben.” (Bunyan). Außerdem: überlasse es Gott, auf welche Weise er dir helfen wird: “Der geistliche Mensch beschränkt sich darauf, dem Geliebten seine Not und Qual vorzustellen, denn wer besonnen liebt, wird nur auf seine Bedürftigkeit hinweisen, anstatt das Gewünschte zu erbitten. So bleibt die Art und Weise der Abhilfe dem Geliebten überlassen.” (Johannes vom Kreuz). Ich bin mir bewusst, dass es Lebenssituationen gibt, wo dies dir schwer fällt und wo wir leiden darüber, dass Gott “scheinbar” nicht hilft, Bitten nicht erhört werden. Dies geht einher mit einer Glaubensprüfung und bisweilen einem Leiden an der Unbegreiflichkeit Gottes.


Jesus antwortet auf feindselige Anklagen Lk 11,14-28

Andere versuchten ihn und verlangten von ihm ein Zeichen aus dem Himmel. Lk 11:16

Das Zeichen vom Himmel. Als Jesus einen Dämon aus einer Seele austreibt, bitten ihn einige Umstehende um ein Zeichen vom Himmel. Jesus ist das Zeichen vom Himmel, die lebendige Gegenwart Gottes unter uns. Seine Austreibung des Dämons zeigt bereits, dass er kann, was kein anderer kann. Sie zeigt, dass er Gott ist. Ich aber will auf ihn als den Gegenstand meiner Liebe schauen und nicht auf die spektakulären Dinge, die er tut. Es ist wichtig, auf den Geber zu schauen und nicht auf die Gaben, die er gibt.


Solange ein starker Mann gut bewaffnet ist und sein Haus bewacht, kann ihm niemand etwas rauben. Lk 11:21

Der starke Mann, von dem Jesus spricht, ist der Teufel. Er hat die Menschheit seit Adams und Evas Fall unter Kontrolle. Er musste sich bislang um nichts Sorgen machen, weil er der starke Mann war, der seinen Preis der gefallenen menschlichen Natur in alle Richtungen verteidigen konnte. Aber Jesus ist stärker, und er ist gekommen, um den Teufel anzugreifen und von ihm zurückzugewinnen, was er genommen hat. Er nimmt seine Waffen des Bösen, des Hasses, der Wut, der Lust und des Egoismus weg. Er erlöst die Menschheit von den Fesseln des Bösen. Kann ich wirklich sagen, dass ich mein ganzes Vertrauen, meinen Glauben auf Gott setze, und dass er wirklich das Gute hervorbringt trotz der natürlichen Übel oder der schlechten Absichten und Handlungen anderer, eingeschlossen die des Teufels selbst?


Er kehrt zurück und findet das Haus sauber und aufgeräumt. Lk 11:25

Wenn die Seele von den Auswirkungen des Bösen befreit ist, gleicht sie einem frisch geputzten Haus. Jesus hat das Haus gesäubert, die innere Wohnung des Besessenen. Er wird den entstandenen Raum nicht von sich aus einnehmen. Er möchte es sehr gern, aber er klopft an und will vom Hausbesitzer selbst hereingebeten werden. Ist Jesus einmal in mein Herz eingezogen, ist er dort unbesiegbar.


Jesus warnt vor Unglauben Lk 11,29-32

Es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona. Lk 11:29

Genau so wie Jonas sich über Bord werfen lieβ, um den Sturm, der das Schiff zu versenken drohte, zu beruhigen, und damit das Leben der Mannschaft zu retten, ebenso lieβ sich Jesus über Bord werfen, um die Stürme der Sünde zu beruhigen, die unsere Leben in Gefahr bringen. Und so wie Jonas drei Tage im Bauch des Walfisches war, bevor dieser ihn unversehrt an Land zurückwarf, so würde Jesus drei Tage im Schoβe der Erde sein, bevor er das Grab verlieβ.

Das Zeichen, das Jesus den Gottlosen jeder Generation geben wird, ist sein Tod und seine Auferstehung. Sein freiwillig angenommener Tod ist das Zeichen der unglaublichen Liebe Gottes für uns. Jesus gab sein Leben, um unseres zu retten. Und seine Auferstehung von den Toten ist das Zeichen seiner göttlichen Macht. Das ist das mächtigste und erschütterndste Zeichen aller Zeiten. Fr. Roger J. LANDRY


Jesus spricht über das Licht Lk 11,33-36

Jesus kritisiert die führenden Juden Lk 11,37-54

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