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Lk Kap. 08

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Lukas-Evangelium Kap. 8


Frauen begleiten Jesus und die Jünger Lk 8,1-3


Gleichnis von den vier Ackerböden Lk 8,4-18

Mt 13,1-23 Mk 4,1-25

Der Sämann ging aus, um seinen Samen zu säen. Lk 8:5

Der Sämann ist unser Gottvater im Himmel. Die Saat, die er sät, ist das fleischgewordene Wort Jesus Christus. Auf vielfältige Weise kommt es zu uns: vor allem durch die Schrift, aber auch durch Worte anderer Menschen. Dieses Wort nun fällt auf unterschiedlichen Boden (Weg, Fels, Dornen, gute Erde), einzig allein um die Beschaffenheit dieses Bodens geht es hier. Der Boden ist ein Bild für das menschliche Herz ist. Vier Böden, vier Herzenszustände werden beschrieben, die einen unterschiedlichen Grad von Empfänglichkeit besitzen. Wir alle haben diese unterschiedlichen Böden in unserem Herzen. Dass möglichst viel Saatgut auf gute Erde fällt, liegt auch in unserer Verantwortung. Das ist der Kern des Gleichnisses.

Von außen muss die Hilfe kommen, und sie ist gekommen und kommt täglich neu in dem Wort von Jesus Christus. Bonhoeffer


Und als er säte, fiel etliches an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es auf. Lk 8:5

Der platt getretene, trockene und harte Wegboden steht für ein Herz, das unempfänglich ist für das Wort, es schlicht und einfach zwar akustisch hört, aber nicht weiter beachtet, weil es im Streß ist, keine Zeit hat oder doch so viel Wichtigeres zu tun hat. Hier und da bin ich also ein Boden wie ein Weg, da wird, was von Gott gesät wird, von den geschäftigen Füßen auf alltäglichen Wegen zertreten oder von vorbeifliegenden Vögeln gefressen. Denken wir hier vor allem an das Wort, das in uns gesät wird von anderen Menschen, von denen es gar nicht erwarten.

Ist in mir Empfindsamkeit für das Wort, wenn es mir durch andere Menschen begegnet?


Und anderes fiel auf den Felsen; und als es aufwuchs, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Lk 8:6

Die Saat geht auf, geht aber ein, weil die Wurzeln durch den Fels unter der Erde nicht genügend Wasser bekommen und so in der Hitze verdorren. Ein Bild dafür, wenn wir das Wort Jesus kurzzeitig begeistert aufnehmen, doch dieses Interesse ist nicht beständig und oberflächlich und so keine Wurzeln schlägt. In Zeiten der Anfechtung haben sie keine Ausdauer und lassen sich vom Windstoß eines kleinen Sturms in ihrem Glauben umwerfen.

Bin ich konsequent in der Vertiefung meiner Beziehung zum Wort Jesu? Ich richte meine Aufmerksamkeit auf ein tiefes geistiges Leben.


Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen, die mit ihm aufwuchsen, erstickten es. Lk 8:7

Der von Unkraut überwucherte Boden steht für ein Herz, dass sich von den Dingen dieser Welt zu sehr in Beschlag nehmen lässt. Da ist erstens das Dornengestrüpp der Sorgen. Wie häufig überfallen uns schon wegen Kleinigkeiten am Morgen die Sorgen. Statt sie Jesus abzugeben, grüble ich den ganzen Tag darüber nach und verhindere dadurch, dass das Wort Jesu in meinem Herzen wirken kann. Da ist zweitens das Dornengestrüpp der Verlockungen und die Gier nach allerlei weltlichen Dingen. Die Angebote dieser Welt überfluten das Herz und ersticken die Wahrheit von Gottes Wort.

Was beschäftigt mein Herz am meisten, wovon lebt mein Herz? Gegenüber welchen Anhänglichkeiten und Sorgen ist das Wort in meinem Leben der „Verlierer“?


Und anderes fiel auf das gute Erdreich und wuchs auf und brachte hundertfältige Frucht. Und als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Lk 8:8

Der fruchtbare Boden steht für das Herz, das hört im tiefsten Innern. Das Merkmal echten Glaubens ist das beständige Hören auf das Wort Gottes. Jesus, gib mir Deine Gnade, trotz meiner Geschäftigkeit, trotz dem Druck der Gesellschaft, trotz all der Sorgen und Begierden jeden Tag Zeit für Dein Wort zu finden. Hilf mir, es zu hören, es im Herzen zu bewahren, um 100fach Frucht zu bringen in meinem Leben!

Jesus ist das Wort Gottes. Alles, was Gott den Menschen zu sagen hat, ist: Jesus. Phil Bosmans


So habt nun acht, wie ihr hört! Lk 8:18

Jeder Mensch hat die Pflicht, sein Herz so auszurichten und zu kultivieren, dass es bereit ist, das Wort achtsam zu hören. Jesus will meine Aufmerksamkeit auf das Wort lenken, das er ausspricht. Das Wort, auf das man nicht hört, kann im Herzen nicht widerhallen. Es kann keine Früchte hervorbringen. Ich hinterfrage meine Haltung des Hörens. Gott führe uns freundlich durch diese Zeiten, aber vor allem führe er uns zu sich.

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Ps 51,12


Jesus benennt seine wahre Familie LK 8,19-21

Mt 12,46-50; Mk 3,31-35

Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen! Lk 8:20

Wenn Christus aber nicht einmal seine Eltern kennen will, solange sie draußen stehen, wie will er uns kennen, wenn wir draußen stehen bleiben? Drinnen ist das Wort, und drinnen ist das Licht! (Beda)


Aber Jesus antwortete: »Meine Mutter und meine Geschwister – das sind alle, die Gottes Botschaft hören und danach leben. Lk 8:21

Ich will alles, was Gott will und ich will nichts, was Gott nicht will. In dieser seligen Hingabe finde ich meinen Frieden und eine tiefe Ruhe des Herzens. Was aber ist der Wille des Vaters? Häufig ist das nicht eindeutig. Bonhoeffer schreibt dazu: “Der Wille Gottes kann sehr tief verborgen liegen unter sich anbietenden Möglichkeiten.” Gottes Wille ist kein festes System von Regeln. Darum musst du immer wieder neu in deinen verschiedenen Lebenslagen genau hinschauen und durch Herz & Verstand, Beobachtung & Erfahrung und dem Gebet zu ergründen suchen, was sein Wille ist.

Wir wissen also, daß wir seine Brüder und seine Schwestern sind, wenn wir den Willen des Vaters erfüllen, und daß wir so auch seine Miterben sind. (Hieronymus)


Jesus stillt den Sturm Lk 8,22-25

(Mt 8,23-27; Mk 4,35-41)


Jesus lässt Dämonen in Schweine fahren Lk 8,26-39

Mt 8,28-34; Mk 5,1-20


Jesus heilt Frau und erweckt totes Mädchen Lk 8,40-56

Mt 9,18-26; Mk 5,21-43

Unter den Leuten war auch eine Frau, die seit zwölf Jahren an starken Blutungen litt. Lk 8:43

Die Evangelien enthalten viele Heilungsgeschichten, in welchen so viel steckt, über das es nachzusinnen lohnt. Diese Woche möchte ich solche Aspekte anhand der Heilung der blutflüssigen Frau darstellen. Der Wunderbericht beginnt schlicht mit der Diagnose: die Frau litt seit zwölf Jahren an starken Blutungen. Die Blutungen stehen für alles, worunter wir leiden. Nach aussen wollen wir immer stark erscheinen. Aber wir wissen alle, dass jeder seine Blutungen hat. Die Blutungen können vielfältig sein: gestörte Beziehungen zu den Eltern, Schwierigkeiten mit der eigenen Persönlichkeit, ein nicht verarbeiteter Schickssalschlag, Versuchungen jeglicher Art u.v.m Was sind deine Blutungen?


Niemand hatte ihr helfen können, obwohl sie schon von vielen Ärzten behandelt worden war und dafür ihr ganzes Geld ausgegeben hatte. Lk 8:43

In einem Psalm steht, dass Gott mein ganzes(!) Glück ist und Theresa von Avila sagt, dass Gott allein genügt. Auch wenn wir beim Lesen dieser Aussagen als Christen zustimmen, so suchen wir unser Glück doch immer wieder auch woanders, ich auch! Dafür stehen in der Heilungsgeschichte die Ärzte. Die Ärzte stehen für vielerlei: Glück durch Karriere, die so gut wie perfekte Liebe zum Partner, Vermögen und Besitz, ein Hobby u.v.m. Nichts, weder mein Partner, noch der Beruf, noch ein großes Vermögen oder was auch immer können diese tiefe Sehnsucht in uns füllen, die nur Gott auszufüllen vermag. Wer das erkennt, der glaubt! Was sind deine Ärzte und Reichtürmer, die immer wieder versuchen Gott von Stelle 1 zu verdrängen?

Ich sorge mich um nichts anderes, als Tag für Tag den Willen des Herrn zu tun. Glaubt mir, das ist das Schönste im Leben. Johannes XXIII.


Diese Frau zwängte sich durch die vielen Menschen hindurch und berührte heimlich von hinten ein Stück seines Gewandes. Im selben Augenblick hörten die Blutungen auf. Lk 8:44

Bei Matthäus heißt es, dass sie den Saum seines Gewandes berühte. Das ist kein unwesentlicher Bestandteil dieses Wunder. Die Frau klopfte nicht einfach mal Jesus von hinten auf die Schulter. Der Saum ist ganz unten am Gewand, gewissermaßen kurz über den Boden an den Füßen. Um ihn zu berühren, musste sich die Frau bücken, evtl. knieend auf den Boden gehen. Das ist eine Körperhaltung der Demut. Jesus in Demut zu nahen. Was bedeutet das? Es entspringt aus einem großen Geheimnis. Einerseits ist uns Jesus ganz nahe, in unserem Herzen, nennt uns seine Freunde, steht in einem intimen Verhältnis zu uns. Andererseits ist er Herr und Gott, Alpha und Omega, dem alle Macht auf Erden gegeben ist. Durch dieses Beidseitige dürfen und sollen wir uns Jesus nahen, aber immer in Demut im Bewußtsein, wem wir uns da nahen.


Diese Frau zwängte sich durch die vielen Menschen hindurch und berührte heimlich von hinten ein Stück seines Gewandes. Im selben Augenblick hörten die Blutungen auf. Lk 8:44

Die Frau lebte aus der Hoffnung, dass sie allein aus der Berührung geheilt wird. Was für ein Glaube. Jesus selbst war ihre Hoffnung. Christus hat in seinem Kreuz und in seiner Auferstehung alles Leid und Unheil der Welt überwunden ist dadurch für uns alle zum Zeichen der Hoffnung geworden. Die Quelle der Hoffnung liegt in Gott, der nur lieben kann und uns unermüdlich sucht. Uns erfüllt diese lebendige Hoffnung. Tagtäglich, immer wieder neu. Hoffe auf den Herrn.

Früh am Morgen stehe ich auf und rufe zu dir um Hilfe, denn ich setze meine Hoffnung auf dein Wort. Ps 119, 147


Wer hat mich angefasst? fragte Jesus. Petrus meinte: Herr, die Leute drücken und bedrängen dich von allen Seiten, und da fragst du, wer dich angefasst hat ? Lk 8:45

Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt. In unserem Leben herrscht oft ein reges Gedränge. Es ist viel los. Ich habe viel um die Ohren. Viele Leute wollen etwas von mir. In meinem Kopf herrscht evtl. gedankliches Chaos. Zeit unseres Lebens stehen wir in der Gefahr durch dieses innere und äußere Gedränge diese wesentliche und allein notwendige Beziehung zu Jesus zu vernachlässigen. Unsere Blutungen oder sonstige Wunden können und werden nur heilen in der Kraft Jesu Christi, wenn er der Mittelpunkt unseres Lebens ist.

Wo stehst du in Gefahr, das Erste zum Zweitrangigen zu machen, dich vom wichtig erscheinenden Alltag wegziehen zu lassen von der Beziehungspflege mit Jesus?


Jesus erwiderte: Jemand hat mich ganz bewusst berührt. Ich habe gespürt, wie heilende Kraft von mir ausgegangen ist! Lk 8:46

Von Jesus geht heilende Kraft aus. Wenn du in Beziehung zu ihm trittst, wird sich immer etwas ändern. Es ist das wirkende Wort Gottes, dass nie spurlos zurückbleibt. Wo erfährst du konkret diese heilende Kraft? Das können bestimmte Orte und Situationen sein wie z.B. im Gottesdienst oder in der Natur, vor allem aber im intimen Gebetsgespräch mit ihm. Das können Beichte und Eucharistie sein. Das kann aber auch ein Gespräch mit einem Mitmenschen sein, der von Gott dazu auserwählt ist, uns heilend zur Seite zur stehen. Ich denke, es ist unvorstellbar, auf welch unterschiedlichste Weise Gott heilend in unser Leben eingreift.

Ich will den Herrn loben und nie vergessen, wie viel Gutes er mir getan hat. Ja, er vergibt mir meine ganze Schuld und heilt mich von allen Krankheiten! Ps 103:2‭-‬3


Meine Tochter sagte Jesus zu ihr, dein Glaube hat dich geheilt. Geh in Frieden! Lk 8:48

Ist etwas kaputt, versuchen wir es zu reparieren. Ist unsere Seele im schlechtem Zustand, so lasst uns zu dem unsere Zuflucht nehmen, der sie geschaffen hat und es unfehlbar versteht, sie wieder in Ordnung zu bringen. Was unsere seelischen Gebrechen betrifft, so kann nichts sie heilen, als dass Christi Hand sie berührt. Er selbst ist es, der uns mit Freude umgürtet (Ps 30,12). Rühren wir nur seines Kleides Saum an, so werden wir gesund, während alles andere nicht in der Lage ist, uns zu helfen.

Herr, mein Gott, zu dir habe ich geschrien, und du hast mich geheilt. Ps 30:3

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