Anmeldung ->

Lk Kap. 06

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Lukas-Evangelium Kap. 6


Jünger pflücken am Sabbat Weizen 6,1-5

Mt 12,1-8; Mk 2,23-28


Jesus heilt am Sabbat Hand eines Mannes Lk 6,6-12

Mt 12,9-14; Mk 3,1-6

Die Schriftgelehrten und Pharisäer beobachteten aufmerksam, wie Jesus sich verhalten würde. Lk 6:7

Menschen achten häufig auf schlechte Eigenschaften eines anderen Menschen. Wir fokussieren schnell die Negativ-Liste. Schnell sind wir im kritisieren, langsam dagegen in der Wahrnehmung des Guten beim Anderen. Vorurteile schleichen sich ein, wo ich bei jeder Begegnung meine Wahrnehmung darauf richte, dass mein schlechtes Bild bestätigt wird. Selbsterfüllende Prophezeiung heißt das in der Psychologie. Der andere hat keine Chance. Das ist nicht gut. Dagegen: der sich öffnende Mensch versucht immer wieder neu hinzuschauen. Ich habe die Gewohnheit, mir für mich schwierige Menschen gedanklich herzunehmen und aufzuzählen, welche gute Eigenschaften dieser Mensch hat. Meine Seele beruhigt sich dann und die Negativ-Liste des anderen ist auf einmal gar nicht mehr so groß und mächtig und ich erkenne den anderen in seiner Menschlichkeit. Sei kritisch mit deiner eigenen Wahrnehmung oder um es mit Heinz Erhardt zu sagen: Sie dürfen nicht alles glauben was sie denken

Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken, und verleihe mir, o Herr, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen. Teresa von Ávila


Steh auf und stelle dich in die Mitte! Da stand er auf und stellte sich dorthin. Lk  6:8

Er aber stellt jenen Menschen in den Mittelpunkt, damit sie durch seinen Anblick bewegt werden und so Mitleid mit ihm empfinden und ihre Bosheit ablegen. (Pseudo-Chrysostomus)


Strecke deine Hand aus! Der aber tat es, und seine Hand wurde wiederhergestellt [und war] gesund wie die andere. Lk 6:10

Symbolisch gedeutet steht der Mann mit der verdorrten Hand für die Menschheit, die krank ist, weil sie unfähig ist, gute Werke hervorzubringen; doch durch das Erbarmen des Herrn wurde sie geheilt. Ihre Hand verdorrte, als sie im Urvater [Adam] die Frucht des verbotenen Baumes pflückte, doch durch die Gnade des Erlösers, der seine unschuldigen Hände am Baum des Kreuzes ausstreckte, wurde sie durch das vollbrachte gute Werk wieder heil gemacht. (Beda)


Jesus wählt 12 Apostel aus Lk 6,12-16

Mk 3,13-19

Es geschah aber in jenen Tagen, dass er hinausging auf den Berg, um zu beten; und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott. Lk 6:12

Nun steigt der Herr auf einen Berg. Der Berg ist in der Heiligen Schrift das Bild eines erhabenen Standpunktes in Gemeinschaft mit Gott und in Abgeschiedenheit von der Welt. Arend Remmers


Jesus spricht Seligpreisungen Lk 6,17-23

Mt 5,1-12


Ankündigung künftigen Leids Lk 6,24-26


Über Feindesliebe Lk 6,27-36

Mt 5,43-48

Seid barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmherzig ist! Lk 6:36

Ein Bruder fragte Altvater Poimen: Ist es recht, den Fall eines Mitbruders, den ich sehe, zu bedecken? Der Altvater sagte: Zu der Stunde, in der wir den Fehler unseres Mitbruders zudecken, deckt Gott auch die unseren zu. Und in der Stunde in der wie den des Bruders aufdecken, offenbart Gott auch den unsern! Apophthegmata

Auch wenn uns das viel zu oft schwer fällt, ist es die Zielrichtung, der Kompaß: sich dem Nächsten barmherzig zuzuwenden, indem man vergibt. Der Ausdruck der Barmherzigkeit wird nirgendswo anders so deutlich, wie in der Bereitschaft zur Vergebung. Das bedeutet nicht, die Grenzen von Gut und Böse wegen falsch verstandener Toleranz zu verwischen!!! Der barmherzige Christ weiß sehr wohl, was falsch und richtig ist. Das Fehlverhalten (Sünde) wird klar benannt und angeprangert, der Mensch (Sünder) aber kommt eine neue Chance. Der barmherzige Christ zeigt seinen Mitmenschen, dass sie bei ihm immer willkommen sind, auch wenn sie irgendwann einmal einen schweren Fehler begangen haben.


Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! Lk 6, 36

Wir haben uns so sehr an die Gegenwart dieses Feuers gewöhnt, dass wir uns unaufgefordert auf die Suche machen nach allem, was es weiter am Brennen hält: alles, was klein ist und schwach, alles, was stöhnt und leidet, alles, was sündigt und kriecht und fällt, alles, was der Heilung bedarf. Und gemeinsam übergeben wir diesem Feuer, das in uns brennt, all diese leidenden Menschen, die unsere Begegnungen auslaugen, damit es sie berühre und heile. Madeleine Delbrêl


Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Lk 6:36

Selig jene, die den kurzen Augenblick unseres Lebens nutzen, um Erbarmen zu üben. Barmherzigkeit ist das innerste Geheimnis Gottes. Gott schenke uns diesen Geist des Mitfühlens und Erbarmens in Fülle und halte ihn in uns lebendig. Seien wir barmherzig, üben wir gegen alle Erbarmen, so dass uns nie ein Armer begegnet, den wir nicht trösten, so gut wir können, kein Unwissender, ohne dass wir ihm mit ein paar kurzen Worten sagen, was er braucht, um zu glauben und etwas für sein Heil zu tun. Vinzenz von Paul

Mag das Antlitz eines Menschen noch so unangenehm erscheinen, mag er noch ein so schwieriger Mensch sein, drehen Sie die Medaille um. Sie blicken direkt in das Antlitz Jesu Christi!


Übers Verurteilen von anderen Lk 6,37-42

Mt 7,1-16

Richtet nicht, dann werdet ihr auch nicht gerichtet! Verurteilt nicht, dann werdet ihr auch nicht verurteilt! Verzeiht, dann wird euch auch verziehen! Lk 6:37

Im Richten legen wir unseren ethischen Maßstab am anderen an (Was ist gut/schlecht?). Als Nachfolger Christi sollen wir allerdings nicht richten, nicht etwa, weil Christus hier ein moralisches To-do gegeben hat, sondern weil zwischen mir und dem Nächsten Christus selbst steht. Wenn ich über jemanden richte, schaue ich kritisch refelktierend auf ihn und stehe damit schon außerhalb der Liebe.Der Nächste kann dem Liebenden jedoch niemals Gegenstand zuschauerischer Betrachtung sein, sondern er ist jederzeit der lebendige Anspruch auf meine Liebe.

Es ist ein gar großer Unterschied zwischen Sünde richten und Sünde wissen. Wissen magst du sie wohl, aber richten sollst du sie nicht. Martin Luther


Richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet; verurteilt nicht, so werdet ihr nicht verurteilt; sprecht los , so werdet ihr losgesprochen werden! Lk 6:37

Oft nehmen wir es auch nicht wahr, dass wir innerlich blind sind. Oft handeln wir schlecht, aber was noch schlimmer ist, wir entschuldigen uns. Zuweilen treibt uns Leidenschaft, wir aber nennen es Eifer. Wir tadeln Kleinigkeiten an anderen und übersehen Krebsschäden an uns. Was wir von anderen auszustehen haben, fühlen wir schnell und kreiden es an. Was aber die anderen von uns hinnehmen, das sehen wir gar nicht. Wer sich selbst recht und gerecht beurteilte, hätte keinen Grund, über andere scharf zu richten. Nachfolge Christi


Richtet nicht, dann werdet ihr auch nicht gerichtet! Verurteilt nicht, dann werdet ihr auch nicht verurteilt! Verzeiht, dann wird euch auch verziehen! Lk 6:37

Richten ist die lieblose Reflexion auf den Anderen. Die Liebe verbietet mir zwar nicht meine Gedanken über den Anderen und die Wahrnehmung seiner Sünde, aber im gleichen Zuge wird mir diese Liebe zum Anlass zur Vergebung. Vorsichtig müssen wir hierbei sein: eine missverstandene Liebe zum Sünder ist der Liebe zur Sünde unheimlich nahe. Den Sünder lieben, die Sünde hassen. Denn die Liebe Christi zum Sünder ist ja selbst die Verurteilung der Sünde, sie ist der schärfste Ausdruck des Hasses gegen die Sünde.

Achte heute darauf, wo du dazu neigst, über andere innerlich oder auch ausgesprochen zu richten.


Richtet nicht, dann werdet ihr auch nicht gerichtet! Verurteilt nicht, dann werdet ihr auch nicht verurteilt! Verzeiht, dann wird euch auch verziehen! Lk 6:37

Ein Altvater wurde einmal von einem Bruder gefragt: Warum urteile ich eigentlich so häufig über meine Brüder? Und er antwortete ihm: Weil du dich noch nicht selbst kennst. Denn wer sich selber kennt, der sieht die Fehler der Brüder nicht. Apophthegmata

Ob wir wollen oder nicht: Sobald wir einem Menschen begegnen, bewerten wir ihn und häufig genug folgt daraus ein Urteil. Der Grund liegt darin, dass wir uns selbst nicht kennen. Wir projizieren unsere eigenen Schattenseiten auf den andern. Wer sich selbst erkennt, der urteilt nicht mehr über andere. Wer seine eigenen Schattenseiten sieht, der muss sie nicht mehr auf andere projizieren. Sobald wir also merken, dass wir über jemanden urteilen, sollen wir das als Einladung nehmen, uns selbst genauer anzuschauen und besser kennen zu lernen. Wenn wir uns mit den eigenen Schattenseiten beschäftigen, sehen wir die Fehler der anderen gar nicht mehr. Wenn ich meine Sünden betrachte, dann höre ich auf, nach den negativen Seiten des anderen zu forschen. Ich werde ihn achten und ehren und offen sein für das, was er mir sagen möchte. So wird die Begegnung für beide Seiten gut verlaufen. Anselm Grün

Lege deine Sünden auf dein Haupt und betrachte sie! Apophthegmata


Richtet nicht, dann werdet ihr auch nicht gerichtet! Verurteilt nicht, dann werdet ihr auch nicht verurteilt! Verzeiht, dann wird euch auch verziehen! Lk 6:37

Wenn Abbas Agathon etwas sah und sein Herz über die Sache urteilen wollte, sprach er zu sich: Agathon, tu das nicht! Und so kanm sein Denken zur Ruhe. Apophthegmata

Mir hat dieses Wort des Abbas Agathon schon oft geholfen. Ich kenne diesen Drang, mir sofort ein Urteil zu bilden, sobald ich etwas höre oder sehe. Und meistens ist es ein hartes Urteil. Oder wenn ich einem Mitbruder begegne, kommen spontan Gedanken hoch: Der lebt nicht authentisch. Der ist kein guter Mönch. Der macht es sich bequem. Der arbeitet nicht viel. Doch sobald solche Gedanken in mir aufsteigen, sage ich mir: Tu das nicht. Es steht dir nicht zu zu urteilen. Du kennst diesen Bruder nicht wirklich. Vielleicht leidet er an sich selbst. Dann werde ich wieder ruhig. Wenn ich weiterhin über die Sache oder den Mitbruder nachdenken würde, würde ich mich immer weiter von mir entfernen und ich käme nie zur Ruhe. Anselm Grün


Richtet nicht, dann werdet ihr auch nicht gerichtet! Verurteilt nicht, dann werdet ihr auch nicht verurteilt! Verzeiht, dann wird euch auch verziehen! Lk 6:37

Ebenso wie ein Leichnam nicht isst, so kann der Demütige einen Menschen nicht richten, selbst wenn er ihn Götzen anbeten sieht. Apophthegmata

Geringschätzige Gedanken kommen in uns hoch, ob wir wollen oder nicht. Wir werden sie wohl nie ganz loswerden. Aber es ist dann unsere Aufgabe, diese Gedanken zum Anlass zu nehmen, den Fehler des anderen als Spiegel für uns selbst zu nehmen. Ich habe nicht die Garantie, dass ich nicht denselben Fehler begehe. Wer wirklich demütig ist, der muss sich gar nicht verbieten, über den anderen zu richten. Er vermag es gar nicht. Er ist gleichsam tot für das Richten. Denn in allem, was er bei anderen sieht, erkennt er immer auch sich selbst. Selbst im Schlimmsten, was der andere tut, etwa, wenn er einen Götzen anbetet, sieht er einen Spiegel für sich selbst. So leidet er mit dem anderen, statt ihn zu verurteilen. Die Demut führt uns nicht nur zu einem angemessenen Umgang mit uns selbst, sondern zu einem barmherzigen Umgang mit den Menschen. Anselm Grün


Frucht im Leben von Menschen Lk 6,43-45

Mt 7,15-20


Bauen auf ein festes Fundament Lk 6,46-49

Mt 7,21-29

📲 Link zum heutigen Impuls