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Lk Kap. 01

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Lukas-Evangelium Kap. 1


Vorwort 1,1-4


Ankündigung Geburt des Täufers Lk 1,5-25

Gott hat dein Gebet erhört. Lk 1,13

Unser Vertrauen auf Gott muss stark sein, so wie bei Zacharias, der jahrelang vergeblich um Nachwuchs betete und nichts geschah. Menschlich gesehen gab es aufgrund des Alters von Elisabeth keine Hoffnung mehr. Und dann passiert es doch. Zacharias wird die Geburt von Johannes angekündigt. Elisabeth wird schwanger. Sie vertrauten und sind so Vorbilder für uns im Glauben. Darum: Vertraue – Gott erhört dein Gebet. Wie oft beten wir und zweifeln doch, ob Gott hilft. Er tut es. Aber das wann, wo und wie liegt in seiner Hand.


Woran kann ich erkennen, dass deine Worte wahr sind? Lk 1:18

Auf die Geburtsankündigung reagiert Zacharias mit Zweifel. Schon hier klingen die Worte Jesus mit: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? (Mt 14:31) Zweifeln bedeutet, dass wir nicht daran glauben, dass Gott in unserem Leben ist und wirkt. Leben wir kontinuierlich im Zweifel und beheimaten uns dort, dann frisst uns der Zweifel auf. Darum: Wacht und betet allezeit. Sicher überfallen uns immer wieder Bedenken. Aus diesen Bedenken heraus können wir jedoch umso stärker unseren Glauben bekennen an einen Gott, der uns nahe ist! Gott erfüllt sein Heilswort!


Ankündigung der Geburt Jesu Lk 1, 26-38

Der Engel trat bei ihr ein und sprach: Sei gegrüßt, du Gnadenvolle, der HERR ist mit dir. Lk 1:28

Maria wird die Gnadenvolle genannt. Im Griechischen hat der Begriff Gnade dieselbe sprachliche Wurzel wie das Wort Freude. Die Freude kommt aus der Gnade und dieses “Freue dich” ist das erste Wort Gottes im Evangelium, ein Aufruf an uns alle, der durch die ganze Zeit weiterklingt. Freude über die Gnade darüber: “Gott wird ein Mensch, damit die Menschen Gotteskinder werden können” (Edith Stein) Durch die Gnade Gottes sind wir angenommen als seine Kinder. Trage den Grund dieser tiefen Freude stets in deinem Herzen und lass diesen Glauben deinen Alltag beseelen.


Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, Begnadete! Lk 1:28

Freude und Gnade haben den gleichen Wortsamm (Chara-charis), gehören also zusammen. Das im griechischen Urtext des Lk-Evangeliums an dieser Stelle verwendete Wort χαιρε (chaire) bedeutet also wörtlich auch: Freue dich! Dieses “Freue dich!” ist das erste Wort (!!) Gottes im Evangelium, dieses “Freue dich” ist ein “Akkord”, der durch die ganze Zeit bis heute weiterklingt und in der Auferstehung des Herrn seinen Höhepunkt findet.


Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen. Jesus soll er heißen. Lk 1:31

….und Maria antwortet: Mir geschehe nach deinem Wort. Weiter heißt es, dass Maria alles bedachte und bewahrte. Das „Mir geschehe nach seinem Wort“ ist kein einmaliges Ereignis damals vor rund 2000 Jahren. Das alles kannst du auch auf dein Leben beziehen. Gottes Anfrage ereignet sich auch Tag für Tag in deinem Leben, im banalen klein und klein deines Alltags ebenso wie in Ereignissen, die dein Leben auf den Kopf stellen. Sein Wort ergeht auch heute an dich: im Herzen, im Gebet und in der Schrift.Versuche täglich nach diesem Wort zu leben, es zu bedenken und zu bewahren und innerlich zu sprechen: “Mir geschehe nach deinem Wort.” Das ist konkreter Glaube, das ist ganz konkrete intime Gottesbeziehung.


Er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit und seines Königreichs wird kein Ende sein. Lk 1:33

An Jesus glauben bedeutet auf sein Wort zu hören und das Wort selbst in der Gestalt des Brotes zu empfangen. In unseren Herzen und in den Worten der heiligen Schrift ist er hier und steht lebendig vor uns. Und in der Gestalt von Brot und Wein wird er auf dem Altar gegenwärtig und für uns auf’s Innigste empfangbar. Thomas von Aquin sah die Eucharistie als Königsmahl. Und das ist sie! Welch Gnade! Welch Freude! Wir bitten: Verbirg Dich nicht Herr, bleibe bei uns, daß wir Dich berühren können und Deine Nähe erfahren! Gib, daß wir immer bei Dir bleiben wollen! Sei Du unser König, der unser Leben und all unser Tun regiert!

Der Glaube ist die Hand eines Bettlers, die sich ausstreckt, um die Gaben des Königs in Empfang zu nehmen. Corrie ten Boom


Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich [Maria] überschatten. Lk 1:35

Maria, du Begnadete (Lk 1,30), die uns zeigt, wie wichtig es ist, dass wir Gottes Wort und Wirken in unserem Herzen bewahren (Lk 2,19) und uns als Diener des Herrn verstehen (Lk 1,38.48). Du weist uns an: Was er auch sagt , das tut! (Joh 2,5), ein täglich Hören auf Jesus. Bis zum Ende standest du unterm Kreuz deines sterbenden Sohnes (Joh 19,25-27) und schartest die Jünger um dich in der Erwartung des hl. Geistes (Apg 1,14).

Ewige Frau, du bist Mutter und Jungfrau, du bist an Leib und Seele Mutter unseres Hauptes und Erlösers, du bist auch Mutter aller Glieder Christi. Augustinus


Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Lk 1:35

Der Herr ist in sie gekommen, um sich zum Diener zu machen. Das Wort ist in sie gekommen, um in ihrem Schoß zu schweigen. Der Blitz ist in sie gefahren, ohne jedes Geräusch. Der Hirte ist in sie gekommen, und hier nun ist geboren das Lamm, das leise weint. Denn durch den Schoß Marias wurden die Rollen verkehrt: Er, der alles geschaffen hat, hat sich der Schöpfung bemächtigt, jedoch in Armut. Der Allerhöchste ist in sie (Maria) gekommen, doch er kam in Demut. Der Glanz ist in sie gekommen, doch er war in bescheidene Tücher gehüllt. Er, der alles schenkt, ist dem Hunger begegnet. Er, der alle erquickt, ist dem Durst begegnet. Nackt und bloß ist er aus ihr hervorgegangen, Er, der alles mit Schönheit umhüllt. Ephräm der Syrer


Für Gott ist nichts unmöglich. Lk 1:37

Hier Zacharias, dort Maria. Hier ein Priester, dort eine unbekannte Frau. Hier die Erscheinung im Tempel, dort im Dorf. Hier in der Liturgie, dort zur unbekannten Stunde. Hier der Zweifel, dort das Ja Mariens.

Die Botschaft: Zeichen des neuen Bundes in Jesus Christus ist Demut, Verborgenheit, das Zeichen des Senfkorns. Gott handelt häufig anders wie wir es wünschen und erwarten. Glauben wir in allem an Gottes Allmacht und Barmherzigkeit.


Maria antwortete:»Ich bin die Dienerin des Herrn und beuge mich seinem Willen. Möge alles, was du gesagt hast, wahr werden und mir geschehen. Lk 1:38

Das ist das berühmte “Fiat”, das “Ja” Mariens. Gott zwingt sich nicht auf. Er will einen Menschen in Freiheit. _Die Freiheit eines Christenmenschen besteht in der freiwilligen Beugung unter Gott und Gottes Wort. (Friedrich von Bodelschwingh)_ Auch wir dürfen und müssen uns immer wieder entscheiden. Bitten wir den Herrn täglich, dass er unser Herz und unseren Verstand erleuchte, damit wir die richtigen Entscheidungen treffen und wir uns nicht mitreißen lassen von dem “Was man denkt und tut”, sondern uns einzig und allein an ihm ausrichten. Gott segne dich und diesen Tag und die Menschen, denen du begegnest.


Marias Besuch bei Elisabeth LK 1,39-56

Womit habe ich verdient, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Lk 1:43

Maria besucht Elisabeth. Hier geht es um Begegnung. Mehr noch, diese Begegnung der zwei Frauen ist das Urbild jeder tiefen menschlichen Begegnung schlechthin, denn jeder trägt Christus in sich. Von Elisabeth können wir in dieser Begegnung lernen, im anderen das Geheimnis Christi zu entdecken. Von Maria können wir in dieser Situation lernen, dass der in mir wohnende Gott mich in Bewegung bringt. Du kannst dich in beiden sehen, als jener, der in seinem Nächsten Christus erkennt und als jener, der Christus selbst zum Nächsten bringt.


Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Lk 1,46

Gott zu loben und zu preisen ist einer der wesentlichen Aspekte unseres christlichen Lebenswandels. Er hat so vieles für uns getan und wirkt jeden Tag in unserem Leben, so daß wir ihm allezeit danken. “Der Mund, der unaufhörlich Dank sagt, empfängt den Segen Gottes. In dem Herzen, das stets Dankbarkeit erweist, verbleibt die Gnade.” (Isaak der Syrer) Wenn du heute ins Gebet gehst, nimm dir Zeit Gott intensiv zu loben und zähle mindestens fünf Dinge auf für die du ihm vom Herzen dankbar bist.


Er hat die in alle Winde zerstreut, deren Gesinnung stolz und hochmütig ist. Lukas 1:51

“Denen, die Gott lieben, gereicht alles zum Besten.” (Röm 8,28) Augustinus sagt, dass selbst die Sünde zu diesem “alles” gehört. Eine Illusion gilt es aufzudecken: Wir möchten nur dann vor dem Herrn erscheinen, wenn wir sauber und ordentlich gekämmt und ganz zufrieden sind mit uns selbst! Es steckt jedoch viel Überheblichkeit und Hochmut in einer solchen Haltung! Letzten Endes wäre es uns lieb, seine Barmherzigkeit nicht nötig zu haben. Nichts verhindert die wahre Liebe so sehr, wie ein solcher Stolz. Um uns vor diesem großen Übel zu bewahren, erlaubt der Herr manchmal ein geringeres Übel, welches darin besteht, in irgendeine Sünde zu fallen, und wir sollen Gott dankbar dafür sein, denn ohne diese Warnung befänden wir uns in großer Gefahr, verloren zu gehen!

O König der Völker, in Demut nahen wir uns dir, immer im Bewußtsein des Angewiesens-Sein auf deine größte Eigenschaft: deine unergründliche Barmherzigkeit.


Geburt Johannes des Täufers Lk 1, 57-80

Er hat uns einen starken Retter geschickt. Lk 1:69

Weihnachten ist das Geheimnis der göttlichen Liebe. Die Geburt Jesu zeigt uns die unendliche Güte Gottes. Großes hat der Herr an uns getan. Darum sind wir voll Freude. Er hat es auf sich genommen, unter uns zu wohnen und unsere täglichen Schwierigkeiten zu teilen. Er hat nicht gezögert, mit uns die Last des Daseins mit seinen Mühen und Sorgen zu tragen. Er wurde für uns geboren, um bei uns zu bleiben und jedem, der ihm die Türe des eigenen Herzens öffnet, das Geschenk seiner Freude, seines Friedens, seiner Liebe anzubieten. Verinnerliche in dieser Adventzeit, dass Gott dich nie verlässt, dir immer entgegenkommt und dich beschützt.


Dieses Licht wird allen Menschen leuchten. Lk 1:79

Licht lässt uns leben, zeigt uns den Weg, schenkt Wärme, alles Ausdrucksformen der Liebe. Wo Liebe ist, geht Licht auf in der Welt. Im Stall von Bethlehem ist das grosse Liebes-Licht erschienen. Im Jesuskind erscheint uns die Liebe, die sich selbst verschenkt. Und dieses Licht Christus wandelt weiterhin unter uns. Das ist der größte Ernst und die größte Seligkeit der Adventsbotschaft. Der größte Ernst, weil uns das Licht Christi zur Nachfolge ruft, nicht sentimental, sondern radikal, weil es unser Leben von der Wurzel her eine komplett neue Ausrichtung gibt. Die größte Seligkeit, weil wir nur in ihm das wahre Leben finden werden, das er selbst ist.