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Mk Kap. 02

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Markus-Evangelium Kap. 2


Jesus heilt einen Gelähmten Mk 2,1-12

(Mt 9,1-8; Lk 5,17-26)

Da kamen vier Männer, die einen Gelähmten trugen. Mk 2:3

Vordergründig geht es hier neben der Geschichte der Vergebung und der Heilung besonders um den Glauben; interessanterweise nicht der des Gelähmten sondern seiner Freunde, die ihn zu Jesus bringen. Ihr Glaube an die Heilungskräfte Jesu bringt sie dazu, das Dach abzudecken, um den Mann vor Jesu Füßen abzusetzen. Ist mein Glaube auch so groß? Und ist mein Wille, Menschen in Not zu helfen, auch so stark?


Weil sie wegen der vielen Menschen nicht bis zu Jesus kommen konnten, deckten sie über ihm das Dach ab. Durch diese Öffnung ließen sie den Gelähmten auf seiner Trage hinunter. Mk 2:4

Zu jedweder Zeit ist für den Gläubigen grundlegend die echte Begegnung mit dem barmherzigen Jesus Christus. Er, der reich ist an Barmherzigkeit, erinnert uns besonders jetzt im Advent daran, dass wir das nötige Vergeben, welches Er mit vollen Händen gibt, nicht außer Acht lassen dürfen. Und falls nötig, reißen wir die Hindernisse (=das Dach) nieder, die uns daran hindern, Ihn zu sehen. Auch ich muss wie Dachziegeln meine Vorurteile, Bequemlichkeiten, Beschäftigungen und Misstrauen abbauen, die ein Hindernis bedeuten, um „über das Dach hinaus nach oben zu schauen“.

Als Jesus ihren festen Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! Mk 2:5


Steh auf, nimm deine Trage und geh nach Hause! Mk 2:11

Es ist etwas Einfaches, was Jesus uns lehrt, wenn er zum Wesentlichen kommt. Das Wesentliche ist die Gesundheit, und zwar die vollständige Gesundheit: des Körpers und der Seele. Achten wir gut auf die körperliche Gesundheit, aber auch auf die der Seele. Und gehen wir zu dem Arzt, der uns heilen kann, der die Sünden vergeben kann. Denn dafür ist

Jesus gekommen, dafür hat er sein Leben hingegeben. Franziskus


Sie lobten Gott. Mk 2:12

Der Lobpreis. Der Beweis dafür, dass ich glaube, dass Jesus Christus in meinem Leben Gott ist und dass er zu mir gesandt worden ist, um mir zu „vergeben“, ist der Lobpreis: meine Fähigkeit, Gott zu loben. Den Herrn lobpreisen. Das ist unentgeltlich. Der Lobpreis ist unentgeltlich. Er ist eine Gesinnung, die der Heilige Geist eingibt und die dich dazu führt zu sagen: „Du bist der eine und einzige Gott. Papst Franziskus


Jesus isst mit Sündern im Haus von Levi Mk 2,13-17

(Mt 9,9-13; Lk 5,27-32)

Als er vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, an der Zollstätte sitzen. Und er sprach zu ihm: Folge mir nach! Mk 2:14

Es genügt der Blick Jesu: ein Sehen, das nicht am Äußeren hängen bleibt, sondern tiefer geht, ein Sehen, das das Verwundete, Verschüttete, Sehnsüchtige wahrnimmt, ein Sehen, das Ansehen schenkt dem Unansehnlichen. Zöllner galten berufsmäßig als Sünder. Ausgerechnet einen Zöllner beruft Jesus in seine Nachfolge. Dieser steht sofort auf und folgt Jesus. Kein Zögern, kein Nachfragen, kein Erst noch, kein Wenn und kein Aber. Auf der Stelle ist er bereit, alles zu verlassen und seine Leben zu ändern. Eine Bekehrung von 0 auf 100. Eine Sehnsucht ist in ihm geweckt worden, eine Sehnsucht nach mehr, nach erfüllterem, nach heilem und befreitem Leben.Bitten wir Gott jeden Tag neu um die Gnade, das Angebot zur Umkehr und Nachfolge ohne viel Fragerei anzunehmen, ganz einfach, mit grenzenlosem Vertrauen.


Sofort stand Levi auf und ging mit ihm. Mk 2:14

Folge dem nach, der zwar der König der Könige, der Herr der Herrschenden, in welchem sich alle Schätze der Weisheit finden, und der doch am Kreuze da hängt: entblößt, verspottet, angespukt, geschlagen, mit Dornen gekrönt, mit Essig und Galle getränkt, gestorben. Hänge dich daher nicht an Kleiderpracht und Reichtum, weil sie seine Kleider unter sich verteilt, nicht an Ehren, da er Spott und Schläge erfahren, nicht an Würden, da sie eine Dornenkrone aufs Haupt ihm setzten, nicht an Lüste, da in seinem Durste sie ihn tränkten mit Essig.


Und als er vorüberging, sah er Levi, den Sohn des , am Zoll sitzen. Und er spricht zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm.‭ Mk 2:14

Jetzt gilt nur: „Folgt mir nach!“ Wir können nicht unser Leben lang auf den Ruf Gottes warten, um Großes zu tun. Wir überhören häufig im täglichen Leben die einfachen Rufe; die Rufe nach Nächstenliebe unserer Familie und den Freunden gegenüber, dem Ruf mehr Geduld mit unseren Kindern zu haben, oder den Ruf, sich um den hilfsbedürftigen Nachbarn zu kümmern. Sei großzügig in kleinen Diensten, und du wirst großzügig in großen Diensten sein.


Später war Jesus mit seinen Jüngern bei Levi zu Gast. Levi hatte auch viele Zolleinnehmer und andere Leute mit schlechtem Ruf zum Essen eingeladen. Viele von ihnen hatten sich Jesus angeschlossen. Mk 2:15

Zöllner und Sünder essen mit Jesus und den Seinen. Jesus nimmt die Einladung an. Er erweist sich solidarisch. Tischgemeinschaft als Ausdruck von Wertschätzung, Zuwendung, ja beginnender Freundschaft. Er ist ja gekommen, um Heil und Erlösung zu bringen für alle. Gerade den Gestrauchelten, Gestrandeten, den Verlorenen und Heillosen gilt seine Liebe. Die Armen und Kranken liegen ihm besonders am Herzen. Ihnen wendet er sich vor allem zu. Dadurch bezeugt er das vorbehaltlose Ja Gottes zu jedem Menschen, auch den Sündern.


Wie kann sich Jesus bloß mit solchen Sündern und Betrügern abgeben? Mk 2:16

Menschen, die sich besonders intensiv bemühen, gerecht zu leben, halten sich schnell für besser als andere. Ich bin schon viel zu oft in diese Versuchung getappt! Was an und für sich gut ist, wird unangenehm, wenn man es den anderen unter die Nase reibt und damit die eigene moralische Überlegenheit hervorhebt. In unserem Bemühen um Gerechtigkeit fixieren wir uns so sehr, dass das Wesentliche gar nicht mehr wahrgenommen wird: dass es Gott in allen Geboten um die Liebe zu ihm und den Menschen geht. Alle Tugenden aber, die von der Liebe getrennt sind, sind sehr unvollkommen. Mische daher deine Worte der Gerechtigkeit stets mit Barmherzigkeit und Milde!


Wie kann sich Jesus bloß mit solchen Sündern und Betrügern abgeben? Mk 2:16

Jene, die alles tun, um möglichst genau die Gesetze zu beachten und die sich darum selbst für „gerecht“ halten, das heißt rechtschaffen vor Gott, nehmen Anstoß. Für sie ist das Verhalten Jesu total unverständlich, unmöglich, unerträglich! Jesus hat ein anderes Bild von Gott. Er denkt und handelt anders: Gott sagt vorbehaltlos Ja zu einem jeden und nimmt ihn an, so wie er ist, ein großes Ja, ohne Wenn und Aber, ein Ja, das durch nichts und niemanden in Frage gestellt und aufgehoben werden kann. Gott handelt aus grundsätzlichem Erbarmen.


Und als die Schriftgelehrten und die Pharisäer sahen, dass er mit den Zöllnern und Sündern aß, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isst und trinkt er mit den Zöllnern und Sündern? Mk 2:16

Der Pharisäer in mir. Die Pharisäer müssen sehr empört gewesen sein, als sie Jesus und seine Jünger beim Festmahl mit Menschen sahen, die ganz offensichtlich Sünder, Zöllner oder Betrüger waren. An ihrer Reaktion erkenne ich auch den kleinen Pharisäer in mir, der sich schnell über andere erhebt, neidisch wird und über andere urteilt. Der polnische Primas Kardinal Wyszyński sagte einmal: Achte jeden Menschen, denn Christus lebt in ihm […] Denke gut über jeden. Bemühe dich, selbst im Schlimmsten etwas Gutes zu finden. Betti Duda


Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken. Mk 2:17

Wir sind eingeladen, bei Jesus Heilung zu erfahren. Jesus sieht sich als Arzt, als Therapeut. Er sieht sich gesandt für die Kranken, die Heillosen, für alle, die in der Sünde an sich selbst vorbei leben. Ich bin gekommen, sagt Jesus einmal, um zu suchen, was verloren war und zu heilen, was verwundet ist. Das ist seine Sendung. Das ist der Wille des Vaters. Wir sind eingeladen, mit unseren Verwundungen, Verletzungen und Enttäuschungen zu ihm zu kommen, der gekommen ist, um die Verlorenen zu suchen und die Verwundeten zu heilen.


Ich bin gekommen, um Sünder in die Gemeinschaft mit Gott zu rufen, und nicht solche, die sich sowieso für gut genug halten. Mk 2:17

Dies ist der Inhalt der Sendung Jesu. Die Sünder, die ihr Leben verfehlt haben, die gescheitert sind, die an sich selbst vorbei gelebt haben, verstehen am ehesten seine Worte. Sie, die um ihre Armut, Begrenztheit und Heillosigkeit wissen, sind offen für seine Botschaft. Sie nehmen Gottes Zuwendung an. Sie sehnen sich nach Erlösung und Heil. Spüre ich, wie bedürftig ich bin, bedürftig des Heiles, der Vergebung, des Erbarmens und einer Liebe, die sich auch mir vorbehaltlos zuwendet und mich bedingungslos annimmt? Fliehen wir nicht vor dem Herrn, sondern wenden uns ihm zu, gedenkend, was er alles für uns tat und tut!


Über das Fasten Mk 2,18-22

(Mt 9,14-17; Lk 5,33-39)

Können die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten. Mk 2:19

Mit Jesus ist die Freude gekommen, die messianische Zeit ist eine hochzeitliche Zeit, in der wir mit dem Bräutigam feiern dürfen. Das Schauen auf Christus, den Bräutigam, erfüllt uns mit Freude. Jesus bringt Neues, Jesu Kommen und Jesu Gegenwart bringt uns eine neue Zeit. So muss auch unser Fasten anders sein als das der Pharisäer. Wir wissen um Jesu Gegenwart in der Welt. Wir wissen, dass wir Gottes Kinder sind und doch handeln wir nicht immer danach. Wir müssen immer wieder neu umkehren in die liebenden Arme des Vaters.


Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen sein wird, und dann, in jenen Tagen, werden sie fasten. Mk 2:20

Jesu Anwesenheit gab zu ebensogroßer Freude Anlaß wie ein Hochzeitsfest. Aber die Freude würde nicht von Dauer sein, denn es würde die Zeit kommen, daß der Bräutigam (Jesus) von ihnen genommen würde. An jenem Tage (seiner Kreuzigung) würden die Jünger fasten, im metaphorischen Sinn vonTrauern statt Fröhlichsein. Diese Anspielung auf seinen bevorstehenden Tod ist der erste Hinweis auf das Kreuz im Markusevangelium.


Jünger pflücken am Sabbat Weizen Mk 2,23-28

(Mt 12,1-8; Lk 6,1-5)

Er sprach zu ihnen: Der Sabbat wurde um des Menschen willen geschaffen, nicht der Mensch um des Sabbats willen. Mk 2:27

Der besondere Tag der Christen ist der Tag des Herrn, der erste Tag der Woche. Dennoch soll man ihn nicht mit gesetzlichen Verboten und Erlaubnissen überfrachten. Es ist eher ein Vorrecht, einen solchen Tag zu haben, der von weltlicher Arbeit frei ist, an dem die Gläubigen beten, Gottesdienst halten und ihre Seelen nähren dürfen. Für uns stellt sich nicht die Frage: “Ist dies und das am Tag des Herrn erlaubt?” Wir sollten eher fragen: “Wie kann ich diesen Tag am besten zur Ehre Gottes, zum Segen meiner Mitmenschen und meinem geistlichen Wohlergehen verwenden?

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