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Mk Kap. 11

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Markus-Evangelium Kap. 11

Einzug in Jerusalem Mk 11,1-11

Mt 21,1-11; Lk 19,28-44; Joh 12,12-19


Da breiteten viele ihre Kleider aus auf dem Weg, andere aber hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Mk 11:8

Für uns als geistliche Handlung bedeutet die Geste des Ausbreitens der Kleider folgendes: Wir dürfen und sollen unser Leben, unser ganzes Sein vor ihm ausbreiten. Auf das Geschenk seiner Lebenshingabe antworten wir mit dem Geschenk unserer selbst: unserer Zeit, unseres Gebetes, unseres tiefen, liebevollen Verbundenseins mit Christus, der für uns leidet, stirbt und aufersteht. Das Ausbreiten der Kleider war weiter die traditionelle Gebärde der Inthronisation des Königs. Jesus ist und kommt als König. Breite täglich neu dein Leben vor unserem König aus!


Hosianna! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn! Mk 11:9

Der Palmsonntag ist das große Portal, das uns in die Karwoche eintreten läßt. Mögen besonders zwei Grundstimmungen diese Tage beherrschen: der Lobpreis, wie bei denen, die Jesus in Jerusalem mit ihrem „Hosanna“ empfangen haben, und der Dank, weil Jesus uns in dieser Karwoche von neuem das denkbar größte Geschenk machen wird: Er wird uns sein Leben schenken, seinen Leib und sein Blut, seine Liebe. Auf ein so großes Geschenk müssen wir in angemessener Weise antworten, das heißt mit dem Geschenk unserer selbst: unserer Zeit, unseres Gebetes, unseres tiefen, liebevollen Verbundenseins mit Christus, der für uns leidet, stirbt und aufersteht. Die Kirchenväter haben ein Symbol in der Geste gesehen, die Mäntel vor dem Herrn auszubreiten: Vor Christus müssen wir unser Leben, unser ganzes Sein ausbreiten, in einer Haltung der Dankbarkeit und der Anbetung. (Papst Benedikt XVI)


Hosianna! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn! Mk 11,9

Dies sind Worte aus Psalm 118, 25. Diese waren zur damaligen Zeit schon ein Messiasruf. Jesus wird also als Messias anerkannt, der die Gegenwart Gottes bringt, nicht nur damals, sondern auch heute ist in ihm das Reich Gottes anwesend. Das allein erfüllt unser Leben!!! Dieses Reich ist allerdings nicht von dieser Welt. Beim Evangelisten Johannes ist es sehr interessant, was Jesus direkt nach dem Einzug in Jerusalem sagt, da hier Kernmerkmale seines Reiches benannt werden. Um diese soll es in den nächsten drei Tagen gehen.

Jesus ist zum Eckstein des Lebens geworden. Deshalb nimmt es nicht Wunder, daß wir ihn mit Hosianna willkommen heißen. Johannes Paul II


Hosianna! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn! Mk 11,9

Die Karwoche beginnt mit dem Einzug in Jerusalem, den wir am Palmsonntag feiern. Das ist keine historische Gedenkfeier, denn dieser Palmsonntag ist nichts Vergangenes, das wir nostalgisch sentimental schauspielerisch feiern, nein: wie der Herr damals auf dem Esel in Jerusalem einzog, so kommt er in der demütigen Gestalt von Brot und Wein immer neu zu uns. Die Kirche begrüßt den Herrn in der heiligen Eucharistie als den, der jetzt kommt, der in ihre Mitte getreten ist. Und sie begrüßt ihn zugleich als den, der immerfort der Kommende bleibt und uns auf sein Kommen zuführt. Wir gehen auf ihn zu. Er kommt uns entgegen.

Jesus hat unter uns gewohnt, er ist uns nahe gekommen, er hat uns berührt. Auch heute kommt er zu uns. Papst Franziskus

Jesus, der auferstandene Herr, ist ein mittragender Mitwisser meiner Kreuzwege. Paul Deitenbeck


Hosianna! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn! Mk 11,9

Wir müssen bereit werden, uns von Gott unterbrechen zu lassen.” (Bonhoeffer) Gott findet sich in diesen Unterbrechungen. Tod und Auferstehung des Herrn war die Unterbrechung schlechthin. Auch du findest Gott in deinen Unterbrechungen. Wir versuchen stets alles zu kontrollieren. Und dann läuft’s doch anders. Unterbrechung! Entweder kämpfen wir dann dagegen hat, nehmen nicht an, was ist oder lassen uns überrumpeln, weil wir dem Überrumpler, Gott selbst, trauen. Dieses Vertrauen beinhaltet eine Dunkelheit, die Dunkelheit der Karwoche in unserem Leben, in der wir nicht wissen, was und wie es kommt, wir nur schlicht und einfach sagen können: “Mir geschehe nach deinem Wort.” (Lk 1,38).

Tiefes Vertrauen lässt uns erahnen, dass wir trotz des Nichtwissens, trotz der Unterbrechungen und des Überrumpelt-Werden letztlich von seiner großen Liebe getragen sind. Das ist kontemplatives Leben: sich in seine Liebe fallen lassen. Es ist eher ein Lassen als ein Tun, eher ein Gehaltenwerden als ein Festhalten


Tempelreinigung Mk 11,12-19

Mt 21,12-17; Lk 19,45-48

In Zukunft soll nie wieder jemand von dir eine Frucht essen! Mk 11:14

Bei Markus wird die Tempelreinigung eingerahmt durch die Verfluchung des Feigenbaums. Dieser ist ein Bild für den Opferdienst im Tempel. Nach seiner Verfluchung ist der Feigenbaum am nächsten Tag abgestorben. Der Opferdienst und mit ihm der steinerne Tempel sind vorbei. Durch das Opfer Jesus ist er selbst unser Tempel geworden. In ihm beten wir Gott an.

Abschlussgebet: Herr du gibst dein Leben für uns hin, wirst der neue und ewige Tempel, in dem wir Gott anbeten. Reinige mich, damit ich Gott liebe als das höchste Gut und nicht aufgrund irgendeines Nutzens. Auch ich bin dein Tempel, in den du durch meinem Glauben in deiner Gnade einziehst. Welch königlicher Gast in meiner Seele!


Sie kamen nach Jerusalem, und Jesus ging in den Tempel. Dort jagte er die Händler und Käufer hinaus; die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer stieß er um. Mk 11:15

Hierum will Gott diesen Tempel ledig [frei, leer] haben, auf dass denn auch nichts weiter darin sei als er allein. Seht, alle die sind Kaufleute, die sich hüten vor groben Sünden und wären gern gute Leute und tun ihre guten Werke Gott zu Ehren, wie Fasten, Wachen, Beten und was es dergleichen gibt, allerhand gute Werke, und tun sie doch darum, dass ihnen unser Herr etwas dafür gebe oder dass ihnen Gott etwas dafür tue, was ihnen lieb wäre: dies sind alles Kaufleute. Das ist im groben Sinn zu verstehen, denn sie wollen das eine um das andere geben und wollen auf solche Weise markten mit unserm Herrn. Bei solchem Handel sind sie betrogen. Meister Eckhart


Mein Haus soll für alle Völker ein Ort des Gebets sein, ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht! Mk 11:17

Dieser innerste heilige Ort im Menschen kann verstellt sein durch allerlei Gerümpel, Geld, Besitz und weltliche Interessen. Böse und niedrige Gedanken können in uns so sehr die Oberhand gewinnen, dass für Gott kein Platz mehr ist. Der Mensch kann unter seiner Würde leben und das Heiligste vergessen, verdrängen, ausschließen. Wir können Gott zwar hinauswerfen. Gott aber geht nimmer in die Ferne. Wir können Gott vergessen, er vergisst uns nie. Er wartet auf uns. Suchen wir die Stille, das Gebet und den Nächsten, denn dort lässt er sich finden.

Achte auf deine Seele, auf dass sie im Einerlei des Alltags Gott nicht vergisst.


Jesus sagt, dass Jünger alles bitten dürfen Mk 11,20-26

Mt 21,18-22


Juden stellen Autorität von Jesus infrage Mk 11,27-33

Mt 21,23-27; Lk 20,1-8


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