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Mk Kap. 10

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Markus-Evangelium Kap. 10


Über Ehe und Scheidung Mk 10,1-12

Mt 19,1-12


Jesus segnet die Kinder Mk 10,13-16

Mt 19,13-15; Lk 18,15-17

Einige Eltern brachten ihre Kinder zu Jesus, damit er ihnen die Hände auflegte. Mk 10:13

Dies ist ein wunderbares Bild für die Fürbitte. In der Fürbitte bringen wir Menschen zu Jesus, damit er sie segnet. In der Fürbitte stelle ich den anderen Menschen unter die besondere Aufmerksamkeit Gottes. Gemeinschaft lebt aus dieser Fürbitte füreinander. Machen wir viel von ihr Gebrauch. Die Fürbitte verändert auch mich. Sie führt mich aus der Egozentrik meiner eigenen Probleme in den befreienden Raum des Dienstes und verändert meine Einstellung zum anderen. Ich finde Zugang zu den Herzen derer, für die ich bete.

Die Fürbitte ist eine Art, den anderen zu lieben. Richard J. Foster


Aber die Jünger fuhren sie an und wollten sie wegschicken. Als das Jesus sah, wurde er unwillig. Mk 10:13-14

Aspekt eins: Jesus wird unwillig: Diese Art von Gemutsäußerung Jesu ist im Evangelium einmalig. Sie tritt gerade dort auf, wo Menschen anderen Menschen den Zugang zu Jesus (=Gott) verwehren wollen. Kein Mensch darf anderen Menschen den Zugang zu Gott versperren. Aspekt zwei: Jesus sieht. Das ist immer wieder reinstes Evangelium. Jesus sieht die Kinder. Jesus sieht mich. Er sieht, wenn ich traurig bin, er sieht meine Not.

Gott sieht dich und mich. Er liebt uns so sehr, dass er uns helfen und das, worum wir ihn bitten, tun will. Corrie ten Boom


Lasst die Kinder zu mir kommen und haltet sie nicht zurück, denn Menschen wie ihnen gehört Gottes Reich. Mk 10:14

Alle drei Evangelisten berichten von der Segnung der Kinder durch Jesus. Die Stelle hat Gewicht! Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen! Der Vorzug der Kinder besteht darin, dass sie völlig aufs Beschenktwerden angewiesen sind. Das Kind ist in erster Linie Empfangender. Glaube ist wie eine leere, zum Empfangen geöffnete Kinderhand. Gott nötig haben in allem. Kindlich Abba sagen können. Immer wieder mit leeren Händen staunend vor Gott kommen und von ihm lernen wollen. Ein Kind kann sich nicht vorstellen, daß Vater und Mutter etwas nicht können. Das soll die Haltung des Glaubens sein unserem Gott gegenüber.


Ich versichere euch: Wer sich Gottes Reich nicht wie ein Kind schenken lässt, der wird ganz sicher nicht hineinkommen. Mk 10:15

Jesus sagt, nicht auch, sondern nur Kindern gehört die Gottesherrschaft. Im Kind gibt es etwas, das einem, der in das Himmelreich kommen will, nie fehlen darf. Der Himmel ist allen zugesagt, die einfältig sind wie die Kinder, allen, die wie sie von vertrauensvoller Hingabe erfüllt, die rein und reich an Güte sind. Sie allein können in Gott einen Vater finden und durch Jesus zu Kindern Gottes werden.

Schlimm wäre es, das Wort des Heilands zu vergessen: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so einfach, demütig und fügsam wie sie, werdet ihr in das Himmelreich nicht eingehen. Franz von Sales


Dann nahm er die Kinder in seine Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie. Mk 10:16

Kinder haben damals weder die Wertschätzung noch die Aufmerksamkeit wie heute. Kinder sind in der sozialen Hierarchie der Antike ganz unten und führen deshalb oft nur dienende Tätigkeiten aus. Jesus geht es hier nicht um das große Gefühl, sondern um den spezifischen Blick Gottes, der die Menschen ganz unten in den Fokus rückt. Genau solchen Menschen gehört das Himmelreich! Jesus umarmt die Kinder am Schluß. Er nimmt die Kinder in den Arm. Er drückt sie an sein Herz. Ins Zentrum seiner Liebe. Er legt ihnen die Hände auf. Er betet und segnet sie.


Jesus spricht mit reichen jungen Mann Mk 10,17-31

Mt 19,16-30; Lk 18,18-30


Dritte Leidensankündigung Mk 10,32-34

Mt 20,17-19, Lk 18,31-34

Jesus lehrt Jünger, anderen zu dienen Mk 10,35-45

Mt 20,20-28

Jakobus und Johannes gingen zu Jesus und sagten: Lehrer, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Was wollt ihr? fragte Jesus. Sie antworteten: Wenn deine Herrschaft begonnen hat, dann gewähre uns die Ehrenplätze rechts und links neben dir. Mk 10:35-37

Jesus lädt mich ein, zu bitten. Im Gebet wartet er auf mich und er hört jede meiner Bitten. Die Bitte von Jakobus und Johannes ist verständlich. Sie wollen in der Ewigkeit ganz nah bei ihm sein. Sehne ich mich ebenso nach dieser Nähe Jesu? Das Motiv der beiden Jünger ist allerdings auch zweifelhaft. Die Jünger streben nach oben (Macht, Ehre etc.). Mit ihrer Bitte offenbaren sie, dass sie den Kern der Sendung Jesus noch nicht verstanden haben. Denn Gott geht den Weg nach unten. Im alten Testament sucht er sich ein kleines schwaches Volk aus. Dieser Weg Gottes nach unten verwirklicht sich in einmaliger Weise, indem er Mensch wird in Jesus Christus.

Jesus hat die schenkende Aufmerksamkeit nach unten. Paul Deitenbeck


Ihr wisst ja gar nicht, was ihr euch da wünscht! Denn auf mich wartet schweres Leid. Meint ihr, ihr könnt den bitteren Kelch trinken, so wie ich es tun muss? Ja, das können wir! antworteten sie. Mk 10:38-39

Jesus macht mir bewusst, dass mir manchmal nicht bis zuletzt klar ist, um was ich eigentlich bitte. Ich sehe nur eine Seite der Wirklichkeit, meine Bedürfnisse. Er kennt die andere Seite, den Willen des Vaters, der das wünscht, was wirklich gut für mich ist. Glaube ich daran, dass er am besten weiß, was für mich gut ist? Im Bild des Kelchs weist Jesus nun auf sein Todesschicksal hin. Im Brustton der Überzeugung beteuern Jakobus und Johannes, dass sie ebenso diesen Kelch trinken können. Aber verstanden haben sie nichts! Nicht mit Ehrenplätzen müssen diejenigen rechnen, die sich in die Nachfolge Jesu begeben, sondern mit hinein genommen zu werden in die Passion. Ich weiß nicht, was mein Kelch von Erfahrungen sein wird, den ich in diesem Leben trinken werde. Im eifrigen Gebet bitte ich Jesus, dass ich mit Liebe alles annehmen kann, was er jeden Tag für mich vorbereitet.

Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern, des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus Deiner guten und geliebten Hand. Bonhoeffer


Ihr werdet tatsächlich so wie ich leiden und euer Leben hingeben müssen. Mk 10:39

Wer aufrichtige Demut lernen will, sollte Jesu Leiden erwägen. Wenn ich Jesu Leiden betrachte, wird mir vieles klarer, was ich vorher nicht begreifen konnte. Ich will dir ähnlich sein, Jesus, dir, dem Gekreuzigten, dem Geschundenen, dem Gedemütigten. Jesus, bilde mein Herz nach deinem Herzen, verwandle es in dein eigenes Herz, damit ich die Nöte anderer Herzen spüre, besonders der Leidenden und Traurigen. Mögen die Strahlen der Barmherzigkeit in meinem Herzen ruhen, Taten der Barmherzigkeit, die aus seiner Liebe zu mir hervorgehen. Barmherzigkeit erweise immer und überall deinem Nächsten. Faustyna


Die anderen zehn Jünger hatten das Gespräch mit angehört und waren empört über Jakobus und Johannes. Mk 10:41

Geltungsdrang und Machtstreben einerseits, Neid und Eifersucht andererseits. Wie menschlich es doch schon bei denen zuging, die zum engsten Kreis Jesus gehörten. Diese Bibelstelle ist uns zur Mahnung gegeben, nicht der Mode dieser Welt nachzugeben, die darin besteht, sich über andere zu erhöhen. Ich schaue auf mein Verhalten bei Begegnungen mit Nahestehenden und während den täglichen Beschäftigungen. Was überwiegt bei mir: die Haltung der Herzlichkeit und des Dienstes oder der Rivalisierung und des Drehens um sich selbst?

Wie kann ich eine goldene Krone tragen, wenn der Herr eine Dornenkrone trägt? Elisabeth von Thüringen


Unter euch aber soll es nicht so sein, sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener. Markus 10:43

Wie schön ist es und wie groß, Gott zu kennen und ihm zu dienen! Wir haben nichts weiter als dies zu tun auf der Welt. Alles, was wir sonst noch machen, ist verlorene Zeit. Mögt ihr suchen, in jeglichem Wohlstand und Vergnügen, ihr werdet euer Glück nicht finden. Die ganze Erde kann eine unsterbliche Seele ebenso wenig zufriedenstellen, wie ein Fingerhut voll Mehl einen Hungernden sättigen kann. Der liebe Gott hat uns auf die Erde gestellt, um zu sehen, wie wir uns hier bewähren. Wenn wir das bedenken, wenden wir stets unseren Blick dem Himmel zu, unserer wirklichen Heimat. Wodurch wird das religiöse Leben so verdienstvoll ? Durch den fortwährenden Verzicht, diesen Tod des eigenen Ich. (Jean Marie Vianney)


Aber so soll es bei euch nicht sein! Im Gegenteil: Wer groß sein will, der soll den anderen dienen. Mk 10:43

Christus hat den letzten Platz in der Welt eingenommen: das Kreuz und gerade mit dieser radikalen Demut hat er uns erlöst und hilft uns fortwährend. Darin folgen wir ihm. Das rechte Dienen macht den Helfer demütig. Er setzt sich nicht in eine höhere Position dem anderen gegenüber. Wer in der Lage ist zu helfen, erkennt, dass gerade so auch ihm selber geholfen wird und dass es nicht sein Verdienst und seine Größe ist, helfen zu können. Dieser Auftrag ist Gnade. Je mehr einer für die anderen wirkt, desto mehr wird er das Wort Christi verstehen. Denn er erkennt, dass er nicht aufgrund eigener Größe oder Leistung handelt, sondern weil der Herr es ihm gibt. Er wird in Demut das tun, was ihm möglich ist und in Demut das andere dem Herrn überlassen. Gott regiert die Welt, nicht wir. Wir dienen ihm nur, soweit wir können und er uns die Kraft dazu gibt.


Wer unter euch der Erste sein will, soll zum Dienst an allen bereit sein. Mk 10:44

Jesus zeigt mir den Weg des Evangeliums, der in den Himmel führt. Es ist der Weg des Dienens, frei von ungesunder Rivalisierung und Selbsterhöhung. Der Christ ist dazu berufen, wie ein Knecht zu werden, indem er den Spuren Jesu folgt, das heißt sein Leben freigebig und absichtslos für die anderen hin zu geben. Nicht die Suche nach Macht und Erfolg, sondern die demütige Selbsthingabe muß jede unserer Handlungen und jedes unserer Worte kennzeichnen. Die wahre christliche Größe, das Profil des Christen zeigt sich in dienender Liebe und liebender Hingabe. Man kommt Gott nicht näher, indem man dem Menschen fernrückt. Wofür hat er uns die Liebe geschenkt!


Wer unter euch der Erste sein will, soll zum Dienst an allen bereit sein. Mk 10:44

In einem Spruch der Wüstenväter heißt es: “Wenn du einen Jüngling siehst, der mit seinem eigenen Willen zum Himmel hinaufsteigt, dann halte seinen Fuß und ziehe ihn auf die Erde, denn das andere nützt ihm nichts.” Als demütige Menschen bleiben wir geerdet. Das was wir sind, sind wir doch nur Dank seiner Güte und Gnade und häufig auch durch Menschen, die er uns auf unseren Lebensweg schickt. Der Wunsch, alles durch sich selbst sein zu wollen, ist ein falscher Stolz.

Nicht unsere ausgereckte Bettlerhand, sondern das, womit Gott sie füllt, darauf kommt’s an. Und das heißt eben, zunächst nicht wir und unser Tun, sondern zunächst Gott und Gottes Tun. Bonhoeffer


Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen. Er kam, um zu dienen. Mk 10:45

Dienen und darin sich selbst geben. Sein nicht für sich, sondern für die anderen von Gott her und auf Gott hin: Das ist der tiefste Kern der Sendung Jesu Christi. Auf seine Sendung und sein Beispiel verweisend verkündet Jesus diese seine Worte als göttlichen Willen. Er hat uns ein Beispiel gegeben. Er ist uns den Weg vorausgegangen. Obwohl er Gott ist, ja gerade weil er von seiner Gottheit dazu gedrängt wird, hat er Knechtsgestalt angenommen. Sein Priestertum ist nicht Herrschaft, sondern Dienst. Er ruft uns, ihm zu folgen.


Jesus heilt blinden Bartimäus Mk 10, 46-52

Mt 20,29-34; Lk 18,35-43

An der Straße saß ein Blinder und bettelte. Es war Bartimäus, der Sohn von Timäus. Mk 10:46

Mit seinen Jüngern verlässt Jesus Jericho Richtung Jerusalem. Am Wegrand sitzt ein blinder Bettler, Bartimäus. Blind, Bettler, draußen, am Rand: 4-faches Elend! Eine Jammergestalt! Muss solch ein Mensch nicht das Gefühl haben, unwert zu sein? Ich versuche mich in das elende Los von Bartimäus hineinzufühlen. Ich erinnere mich an Situationen in meinem Leben, in denen ich mich wie ein Bettler gefühlt habe und um Mitleid gefleht habe. Was war das für eine Erfahrung?

Das Eingeständnis meiner Blindheit und die Bitte um geöffnete Augen waren ein erster und wichtiger Punkt der Therapie Gottes in meinem Leben. Peter Strauch


Als er hörte, dass es Jesus aus Nazareth war, der vorbeikam, begann er laut zu rufen: Jesus, du Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Mk 10:47

Bartimäus hat die Hoffnung nicht verloren. Er sucht Kontakt zu Jesus. Bartimäus steht für den Menschen, der das eigene Übel erkennt und im Vertrauen, geheilt zu werden, den Herrn anruft. Seine einfache und ehrliche Bitte ist beispielhaft. Der Ruf des blinden Bartimäus Kyrieleison (Hab Erbarmen mit mir) hat Eingang gefunden in die Liturgie der Kirche. Dieser Bittruf ist ein Bekenntnis zu Jesus, unseren Erlöser und Heiland. Auch wir können uns dieses Gebet zu eigen machen. Es ist ein Gebet für uns alle. Es kann uns helfen, immer und überall in der Gegenwart Gottes zu leben. Es kann helfen, immer wieder neu von der Blindheit des Herzens befreit zu werden und die heilende Kraft des Glaubens zu erfahren.

Es ist schon ein Teil des Findens, wenn du weißt, was du zu suchen hast. Augustinus


Die Leute fuhren ihn an, er solle still sein. Aber er schrie nur noch lauter: Du Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Mk 10:48

Das Schreien des Bartimäus stört. Doch trotz heftigen Widerstands schreit er Jesus unbeirrt entgegen. Und Jesus bleibt stehen. Ihm geht es um den einzelnen Menschen. Diesem Menschen schenkt er seine ganze Zuwendung. Jesus ruft Bartimäus und er ruft auch uns. Der Herr sucht und ruft uns in jedem Augenblick. Das ist christliche Berufung! Mache dir bewusst, dass Jesus täglich auf deinen Wegen daherkommt. Er bleibt bei dir stehen. Bemerke ich ihn? Lebt in mir das Gefühl der Zugehörigkeit zu Jesus?

Da blieb Jesus stehen: Ruft ihn her zu mir. Ein paar von den Leuten liefen zu dem Blinden und sagten zu ihm: Nur Mut! Steh auf, Jesus ruft dich! Mk 10:49


Nur Mut! Steh auf, Jesus ruft dich! Mk 10:49

365 mal in der Bibel heißt es “Fürchte dich nicht” und noch häufiger wird zum Mut aufgerufen. Das ist also echt ein großes biblisches Thema. Wir sind immer wieder in Situationen gestellt, die unseren Mut erfordern: ein unangenehmes Gespräch, eine Prüfung, Treffen wichtiger Entscheidungen u.v.m. Es gibt viele Situationen, denen wir eigentlich lieber aus dem Weg gehen, als uns ihnen zu stellen. Mut bedeutet, sich diesen Situationen des Lebens zu stellen, nicht alleine, sondern mit ihm und aus der Gewissheit heraus, dass er, der König in Ewigkeit ist, uns trägt, ruft und uns mit seinem Frieden segnet alle Tage unseres Lebens. Die Tugend des Mutes ist wichtig, weil du ohne Mut nichts erreichen kannst. Nur durch Mut wirst du fähig, das Gute, das du willst, auch zu tun. “Wer den Mut zum Leben verloren hat, ist zu nichts mehr in der Lage.” (Spr 18:14)


Da warf er seinen Mantel zur Seite, sprang auf und kam zu Jesus. Was soll ich für dich tun? fragte ihn Jesus. Mk 10:50-51

Bartimäus wirft seinen Mantel zur Seite. Um Christus zu begegnen, müssen wir andere Dinge, die uns binden, loslassen. Was soll ich für dich tun, fragt nun Jesus. In jeder Frage Gottes an den Menschen geht es um Heil oder Unheil, Leben oder Tod, Alles oder Nichts. Auch mich fragt Jesus: Was willst du, was ich für dich tun soll? Was möchte ich Ihm jetzt sagen?

Gott fragt uns: Was möchtest du? Was brauchst du? Versuchen Sie einfach, diese Frage zu beantworten. Richard J. Foster


Rabbi, flehte ihn der Blinde an, ich möchte sehen können! Mk 10:51

Diese Heilung ist die letzte Wunderheilung, die Jesus vor seinem Leiden vollzieht, und nicht zufällig ist es die eines Blinden. Der Zustand der Blindheit steht für den Menschen, der das Licht des Glaubens braucht, um auf dem Weg des Lebens zu gehen. Jesus ist derjenige, der uns die Hände auf die Augen legt, die Angst aus unserer Seele nimmt und der es möglich macht, daß wir den Himmel offen sehen. Wenn wir das erfahren im Umgang mit Jesus, werden wir begreifen, dass Johannes völlig recht hat zu sagen: Er ist das Licht der Welt. Wenn es Nacht in deiner Seele ist, dann schrei wie der blinde Bartimäus nach dem Licht. Rufe: Herr, laß mich sehen!


Darauf antwortete Jesus: Geh! Dein Glaube hat dich geheilt. Im selben Augenblick konnte der Blinde sehen. Mk 10:52

Glaube ist ein Ergriffenwerden von der göttlichen Kraft, die wir Liebe nennen. Allein aus dieser Liebe lebt der Mensch und alle Sakramente und Gebete, alle Riten und Formeln der Kirche hatten und haben nur den Sinn, dich des Vertrauens zu versichern, daß diese Liebe dich niemals verlassen werde. Jesus macht mir bewusst, welch große Kraft in meinem Glauben an dieses Licht verborgen ist. Von meinem Glauben hängt die Wirkung Seiner heilenden Macht ab. Im herzlichen Gespräch mit Jesus bitte ich Ihn um das Geschenk eines starken Glaubens.

Der beste Weg, das Leben eines anderen zu erreichen, ist, ihm so einfach wie möglich zu sagen: Ich war blind, nun kann ich sehen. Corrie ten Boom


Er ging mit Jesus. Mk 10:52

Bartimäus schließt sich Jesus an. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Blindenheilung die letzte Wundererzählung im Markusevangelium ist und an der Schwelle zur Passion steht, unmittelbar vor dem Bericht vom Einzug Jesu in Jerusalem. Bartimäus hat nicht nur sein Augenlicht wieder erlangt. Es gehen ihm auch die Augen auf für Jesus. Er wird sehend für Jesus und seinen Weg. Aus dem Blinden ein Sehender und Nachfolger Christi. Während die anderen Jünger noch weithin blind sind für Jesus und seine Sendung, nichts verstehen und nichts begreifen, ja Jesus abbringen wollen von seinem Weg, sich unterwegs streiten, wer von ihnen der Größte ist, die ersten Plätze im Reich Gottes reklamieren, folgt Bartimäus von sich aus Jesus auf seinem Weg. Es ist der Weg hinauf nach Jerusalem, dem Leiden und Kreuz entgegen. Es ist die Straße nach Jerusalem, wo sich das Pascha erfüllen wird, sein Pascha-Opfer, in dem sich der Messias für uns hingibt.

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