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Mk Kap. 08

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Markus-Evangelium Kap. 8


4000 Menschen werden satt Mk 8,1-10

Mt 15,32-39

Ich bin voll Mitleid mit der Menge. Mk 8:2

Jesu ganzes Leben drückt dieses Mit-Leid Gottes aus. Gott leidet mit, wenn wir leiden, im griechischen Urtext steckt in diesem Wort der Wortstamm für „Eingeweide“, das heißt, unser Leid geht ihm unter die Haut, er spürt es tief in seinem Innern. Auch meine Schwierigkeiten und mein Leid heute wird er mit-fühlen und mitleiden. Der Schöpfer des Universums leidet mit mir mit! Das ist so groß, das muss man erst einmal „sacken“ lassen. Dorit Wilke-Lopez


Sie aber aßen und wurden satt. Und sie hoben noch sieben Körbe voll übrig gebliebener Brocken auf. Mk 8:8

Sieben ist die Zahl für Fülle und Vollkommenheit. Jesus, öffne mich für dich. Öffne heute meine Augen für die Fülle in meinem Leben: für deine Geschenke und für deine mitleidige Nähe, wenn ich es schwer habe! Dorit Wilke-Lopez

Diese Menschenmenge, die soeben gegessen hat und satt geworden ist, nimmt die Brotreste nicht mit, sondern lässt sie von den Jüngern wieder einsammeln, und dieser Umstand lehrt uns, mit dem Notwendigen zufrieden zu sein und niemals etwas darüber hinaus zu verlangen. Beda Venerabilis


Pharisäer fordern ein Zeichen Mk 8,11-13

Mt 16,1-4

Die Pharisäer gingen hinaus und fingen an, mit ihm zu streiten, indem sie von ihm ein Zeichen vom Himmel forderten, um ihn zu versuchen. Mk 8:11

Es ist eine Stelle die zeigt, wie man sich Gott nähern muss. Wer mit offenem Herzen fragt: Gott, gibt es Dich wirklich? dem gilt das Versprechen: wer suchet, der findet. Wer mit einem arroganten Anspruch daran geht wird dagegen wahrscheinlich nichts finden. Gott ist immer noch der grosse Herrscher der Welt und kein Automat, der unseren Ansprüchen immer Genüge leistet und stets das tut, was wir wollen.

Und er seufzte in seinem Geist und sprach: Warum fordert dieses Geschlecht ein Zeichen? Wahrlich, ich sage euch: Es wird diesem Geschlecht kein Zeichen gegeben werden! Mk 8:12


Jesus warnt vor führenden Juden Mk 8,14-21

Mt 16,5-12


Jesus macht einen Blinden wieder sehend Mk 8,22-26


Petrus sagt, dass Jesus der Christus ist Mk 8,27-30

Mt 16,13-20; Lk 9,18-20

Für wen haltet ihr mich? Mk 8:29

Der Glaube liefert nicht nur irgendeine Information über die Identität Christi, sondern er setzt eine persönliche Beziehung zu ihm voraus, die Zustimmung der ganzen Person mit ihrem Verstand, ihrem Willen und ihren Gefühlen zur Selbstoffenbarung Gottes. So spornt die Frage Jesu Ihr aber, für wen haltet ihr mich? die Jünger eigentlich dazu an, hinsichtlich der Beziehung zu ihm eine persönliche Entscheidung zu treffen. Glaube und Nachfolge Christi hängen eng zusammen. Und da der Glaube voraussetzt, daß man dem Meister nachfolgt, muß er gefestigt werden und wachsen, tiefer und reifer werden in dem Maße, in dem die Beziehung zu Jesus, die Vertrautheit mit ihm intensiver und stärker wird. Benedikt XVI


Du bist der Christus! Mk 8:29

Auch wir wollen heute mit tiefer Überzeugung ausrufen: Ja, Jesus, du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Wir tun dies in dem Bewußtsein, daß Christus der wahre »Schatz« ist, für den es sich lohnt, alles zu opfern; er ist der Freund, der uns nie verläßt, da er die tiefsten Sehnsüchte unseres Herzens kennt. Jesus ist der »Sohn des lebendigen Gottes«, der verheißene Messias, der in die Welt gekommen ist, um der Menschheit das Heil anzubieten und den Durst nach Leben und Liebe zu stillen, den jeder Mensch in sich trägt. Welch großen Nutzen würde die Menschheit daraus ziehen, nähme sie diese Botschaft auf, die Freude und Frieden mit sich bringt! Benedikt XVI


Erste Leidensankündigung Mk 8,31-38

Mt 16,21-28; Lk 9,21-27

Und er fing an, sie zu lehren, der Sohn des Menschen müsse viel leiden und von den Ältesten und den obersten Priestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden und nach drei Tagen wiederauferstehen. Mk 8:31

Die Evangelien sind letztlich Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung. Christi Passionszeit beginnt nicht erst in der Leidenswoche, sondern mit dem ersten Tage seiner Predigt. Die eigentliche Passion dauert dann eine Woche. Wollten die Evangelisten mit dem Schema der einen Woche eine zweite Schöpfungsgeschichte andeuten? So wie Gott die Welt in sieben Tagen erschuf, so bewirkte Jesus mit seinem Leiden, Sterben und Auferstehen in einer Woche unsere Erlösung. Er ist diesen Weg für mich gegangen. So können wir voller Zuversicht und Glauben diesen Morgen beten: Jesus, denk an mich. Lk 23:42


So offen sprach Jesus von seinem Tod. Da nahm ihn Petrus zur Seite, um ihn von diesen Gedanken abzubringen. Mk 8:32

Ein Verständnis des christlichen Weges, der das Leiden ausklammert, geht an Jesus vorbei. Genau dies tut Petrus hier. Gerade noch ist Petrus der Fels und gleich darauf ist er in seiner menschlichen Schwachheit der Stein auf der Straße durch den man zu Fall kommen kann. Hier tritt die Spannung auf, die zwischen der Gabe des Herrn und den menschlichen Fähigkeiten besteht. Einerseits sind wir Licht und Salz, andererseits sind wir schwache Menschen, die nur durch ein Sich-Öffnen für Gott verwandelt werden können. Jesus verwandelnde Antwort an Petrus: Du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. Mt 16,23

Wo treffen diese Worte auf mich zu? Wann gehe ich meine eigenen Wege, anstatt mich der göttlichen Vorsehung zu überlassen?


Wer mir nachkommen will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Mk 8:34

Es gibt Seelen, die große Pläne schmieden, wie sie dem Herrn dienen können. Es sind aber Werke, für die sie gegenwärtig keine Gelegenheit haben. Gott bewahre uns vor solch eingebildetem Eifer, der sehr oft im Grunde unseres Herzens eine eitle, heimliche Selbstgefälligkeit nährt. Seien wir stets dagegen darauf bedacht, der Last gegenwärtiger, geringerer Kreuze nicht aus dem Weg zu gehen. Große Werke liegen nicht immer auf unserem Weg. Zu jeder Zeit aber können wir kleine in ausgezeichneter Weise, d.h. mit großer Liebe tun. So übt man die Liebe bei den kleinen, unscheinbaren Übungen der Frömmigkeit nicht nur öfter, sondern gewöhnlich auch demütiger und folglich mit mehr Nutzen und Heiligkeit. Alle sich bietenden Gelegenheiten soll man zur Übung der göttlichen Liebe benützen.


Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst. Mk 8:34

Dieses Nachgeben den Launen anderer gegenüber, dieses Ertragen rücksichtsloser und lästiger Handlungen und Haltungen des Nächsten, diese Siege über unsere eigenen Launen und Leidenschaften, dieser Verzicht auf unsere kleinen Neigungen, dieses Kämpfen gegen unseren Widerwillen und unsere Abneigungen, dieses herzliche und schlichte Geständnis unserer Unvollkommenheiten, diese ständige Mühe, die wir uns geben, unsere Seele im Gleichgewicht zu erhalten, diese Liebe zu unserer Erniedrigung, diese gutmütige und freundliche Annahme der Mißachtung und der Kritik unseres Wesens, Lebens, Umgangs und unserer Handlungen: all das ist für unsere Seelen viel fruchtbarer, als wir meinen, vorausgesetzt, daß es aus heiliger Liebe geschieht.


Wer mein Jünger sein will, darf nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern muss sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. Mk 8:34

Diese täglichen Kreuze sind die täglichen kleinen und auch großen Sorgen und Unannehmlichkeiten, das ganz normale Alltagsleben eben. Da gibt es Aufgaben, die erledigt werden müssen, obwohl wir gar keine Lust dazu haben. Da gibt es Menschen, denen wir begegnen müssen, obwohl wir sie gerade jetzt eigentlich am liebsten gar nicht sehen möchten. Da gibt es Fehler, die man an sich feststellt, gegen die man immer wieder ankämpft, die einen aber trotzdem immer wieder einholen. Da gibt es Gebrechen an Körper und Seele, die einen piesacken und ärgern, die zwar nicht lebensbedrohlich, aber doch unangenehm sind. Alles kleine Kreuze. Für mich ein sehr hilfreicher Gedanke hierbei ist:

Man soll Gott in dem finden und lieben, was er uns gerade gibt. Bonhoeffer


Wer mein Jünger sein will, darf nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern muss sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. Mk 8:34

Schaut, alle kommen und wollen von ihrem Kreuz befreit werden. So wenige kommen und bitten um Kraft, es zu tragen! Das Kreuz wird euch nicht zermalmen. Wenn es auch lastet, so gibt es Kraft und hält aufrecht. Denken wir an das Leiden und den Tod Unseres Herrn und an sein Blut, das er für uns vergossen hat. Dann werden wir uns nicht mehr über unser Leiden beklagen. Behüte meine Sinne und halte sie fest in der Betrachtung des leidenden Jesus, damit sie sich nicht von ihm entfernen. O mein Jesus, möge mein Herz an Deinem durchbohrten Herzen ruhen in den Prüfungen und Schmerzen des Lebens. Pater Pio


Wer mein Jünger sein will, darf nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern muss sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. Mk 8:34

Poimen sagte: Wenn du dich selber für geringhältst, hast du Ruhe, an welchem Ort du dich auch niederlassen magst. Apophthegmata

Sich selbst verleugnen und sich selbst für gering halten – das klingst erst einmal nicht so schön, ja negativ. Doch genau hier werden wir den Ort der tiefen Ruhe finden, wenn wir uns in diesem Prozess trennen von übertriebenen Erwartungen an uns oder den anderen. Den gerade diese sind es, die in uns Unruhe verursachen. Wir werden Ruhe finden, wenn es uns nicht mehr darauf ankommt, vor uns und den anderen gut dazustehen, sondern wir uns allein in die Arme Jesus fallen lassen, der uns selbst zusagt: “Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.” (Mt 11:28)


Denn wer sich an sein Leben klammert, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben für mich und für Gottes rettende Botschaft aufgibt, der wird es für immer gewinnen. Mk 8:35

Jesus wählt die Worte derart massiv und absolut, weil er weiß, dass sich unser menschliches Ego viel zu häufig auf Rollen und ausgetüftelte Selbstbilder fixiert. Er möchte uns unmissverständlich klar machen, dass all dies vergängliche Konstrukte sind. Das Wesen dieser Welt vergeht (1 Kor 7,31). Diese Fixierungen müssen sterben und ja, sie sterben nicht leicht, weil wir sie zu oft für unser wahres Selbst halten. Wenn diese Fixierungen sterben, bevor wir leiblich sterben, dann begegnen wir dem Einssein mit Gott, dann treten wir schon jetzt ein in das ewige Leben in Jesus Christus, dann können wir bekennen:

Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Taten des Herrn verkünden. Ps118:17


Denn wer seine Seele retten will, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird sie retten. Mk 8:35

Ein Bruder fragte den Altvater Moses: Ich sehe eine Aufgabe vor mir und kann sie nicht erfüllen. Da sagte ihm der Alte: Wenn du nicht ein Leichnam wirst wie die Begrabenen, kannst du sie nicht bewältigen. Apophthegmata

Seine Seele um Jesu Willen zu verlieren bedeutet, sich von den Bindungen an die Welt zu lösen, immer genau hinzuschauen, wo es uns evtl. nur vordergründig um Gott geht, aber im Hintergrund doch stark die Motive des Egos agieren. Ein Leichnam werden – das bedeutet von Herzen zu sprechen: nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Dann muss ich keine Angst mehr haben, egal vor welche Aufgaben mich das Leben stellt und ich kann voller Zuversicht sprechen: Herr, weil du´s willst, drum ist es gut, Herr, weil du´s willst, drum habe ich Mut, mein Herz in deinen Händen ruht. Amen

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