Anmeldung ->

Mk Kap. 07

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Markus-Evangelium Kap. 7


Jesus lehrt über innere Reinheit Mk 7,1-23

Mt 15,1-20

Nichts, was außerhalb des Menschen ist und in ihn hineinkommt, kann ihn verunreinigen; sondern was aus ihm her­auskommt, das ist es, was den Menschen verunreinigt. Mk 7:15

Wenn der Mensch sich verunreinigt, dann geschieht dies durch das Herz, den Sitz des Willens und der Entscheidungen. Nur unser Wille kann den göttlichen Plan stören und es ist notwendig, wachsam zu sein, damit dies nicht geschieht. Oft drängen sich uns Eitelkeit, Eigenliebe, Mutlosigkeit wegen fehlenden Glaubens und Ungeduld über nicht erreichte Ziele, etc. auf. Wie wichtig ist es daher, auf unser Herz und seine Regungen zu achten! Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist. Wenn unser Herz auf den Herrn Jesus und die Erfüllung Seines Willens ausgerichtet ist, wird auch unser äußerer Wandel ein Zeugnis für Ihn sein.

Rechte Absichten – du wirst sie haben, wenn du immer und in allem allein Gott zu gefallen versuchst» (Heiliger Josefmaria).

Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen. Mk 7:20

Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen die bösen Gedanken hervor, Ehebruch, Unzucht, Mord, Diebstahl, Geiz, Bosheit, Betrug, Zügellosigkeit, Neid, Lästerung, Hochmut, Unvernunft. Markus 7:21‭-‬22

All dieses Böse kommt von innen heraus und verunreinigt den Menschen. Mk 7:23


Jesus treibt Dämon aus Mädchen aus Mk 7,24-30

Mt 15,21-28

Aber Jesus sprach zu ihr: Lass zuvor die Kinder satt werden! Denn es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden hinwirft! Mk 7:27

Sie aber antwortete und sprach zu ihm: Ja, Herr; und doch essen die Hunde unter dem Tisch von den Brosamen der Kinder! Mk 7:28

Die Frau in dieser Episode zieht sich nicht beleidigt zurück, nachdem sie von Jesus wenig charmant mit den Hunden verglichen wird. Sie nimmt ihre niedrige Position einfach als Tatsache von ihm an, bleibt aber bei ihrem Ziel, dass Jesus ihre Tochter befreien soll. Damit ist sie ein leuchtendes Beispiel für uns alle, unsere Aufgaben in der Kirche nicht mit der Wertschätzung für unsere Person zu verbinden. Manchmal höre ich bittere Bemerkungen von Ehrenamtlern über fehlenden Dank oder fehlende Bezahlung, und manch einer legt deswegen sein Amt nieder. Leider kommt man damit nicht zum Ziel. Nur weil die Frau völlig ziel- und sachorientiert ist, erreicht sie die Heilung ihrer Tochter. Dorit Wilke-Lopez

Und er sprach zu ihr: Um dieses Wortes willen geh hin; der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren! Mk 7:29


Heilung eines Taubstummen Mk 7,31-37

Jesus ist gekommen, das Herz zu öffnen, zu befreien, um uns fähig zu machen, in Fülle die Beziehung mit Gott und den anderen zu leben. Benedikt XVI

Es steckt so viel Heilendes für uns darin. Lass dich davon berühren. Im Mittelpunkt steht das Wort Jesus an den Taubstummen: Effata! Öffne dich! Benedikt XVI meint, dass dies ein Wort ist, das in seinem tiefen Sinn die gesamte Botschaft und das gesamte Werk Christi zusammenfaßt. Es geht im Kern um die Verschlossenheit des Menschen im Herzen. Jesus ist Mensch geworden, damit der durch die Sünde in seinem Inneren taub und stumm gewordene Mensch fähig wird, die Stimme Gottes zu hören, die Stimme der Liebe, die zu seinem Herzen spricht, damit er so lerne, seinerseits die Sprache der Liebe zu sprechen, mit Gott und mit den anderen zu kommunizieren.

Glaube ist das allseitige Sichöffnen für den göttlichen Einfluß. Martin Luther King


Dort wurde ein Mann zu ihm gebracht. Mk 7:32

Schlicht, einfach und doch tiefgehend beginnt die Heilung damit, dass Menschen den Taubstummen zu Jesus bringen. Wir sind dazu berufen, uns für andere einzusetzen, ihnen Gutes zu tun und im tiefsten Kern, sie zu Jesus zu bringen. Bewundern wir auch den Glauben, den diese Menschen hatten, dass Jesus ihn heilen wird. Immer wieder sind wir auch in der Position des Taubstummen, wo wir auf andere Menschen und ihre Wegweisung angewiesen sind. Lasst uns dann unseren Stolz ablegen und nehmen wir wegweisende Hilfe an.

Ich kann Personen zu Jesus führen, die mir am Herzen liegen. Tun wir es auch nicht immer im gesprochenen Wort und der Tat, so können wir es immer und überall im Gebet vollziehen.


Dort wurde ein Mann zu ihm gebracht, der taub war und kaum reden konnte. Mk 7:32

Der taubstumme Mann steht für den verschlossenen Mensch. Es gibt so viele Gründe verschlossen zu sein: Gleichgültigkeit, das Gefühl, nicht geliebt zu sein oder nicht ernst genommen zu werden, Enttäuschungen, Sorgen und lähmende Ängste, Trauer und Trennung, der Verlust eines lieben Menschen, Verbitterung durch erlittenes Unrecht, Kränkungen und nicht zuletzt Lebenssituationen, wo man sich selbst ganz fremd ist. Durch all dies schließen sich Türen, die von selbst so leicht nicht wieder aufgehen. Das Schlimme: man verschließt sich nicht nur gegenüber der Welt und der Menschen, sondern im gleichen Zug auch oft gegenüber Gott.

Was macht mich verschlossen gegenüber meinem Nächsten? Was sind die Gründe meiner Verschlossenheit Jesu gegenüber?


Sie baten ihn, ihm die Hand aufzulegen. Mk 7:32

Die Voraussetzung einer jeden Berührung ist Offenheit. Berührung geht nicht ohne Nähe. Ich muss den anderen sowie auch Jeus an mich herankommen lassen. Dazu braucht es Vertrautheit, Achtsamkeit und nicht zuletzt Mut, denn das sich Öffnen für Berührung macht auch verletzbar. Aber eines ist gewiss: Jesus Berührungen sind heilsam. Seine Berührung schenkt neue Lebenskraft. Unser Glaube an Jesus ist keine abstrakte Idee, sondern hat im tiefsten Kern mit dieser gegenseitigen Berührung zu tun.


Für liebevolle Worte, Blicke und Berührungen ist es nie zu spät! Bill Hybels

Da wir ein Leib sind, sind auch die Berührungen unter uns Menschen wichtig. Wo wirst du berührt? Welcher Mensch berührt dich? Ganz konkret: beim Verabschieden, einer Begrüßung, beim Trösten u.v.m. ? Durch einen herzlichen Händedruck, ein aufmunterndes Schulterklopfen, eine liebevolle Umarmung? Die Hand halten, jemanden in den Arm nehmen, über den Kopf oder den Rücken streicheln. All das tut gut, all das tröstet und ermutigt, es ist helfend, heilend, befreiend.


Er nahm ihn beiseite, weg von der Volksmenge. Mk 7:33

Jesus nimmt auch mich beiseite und schaut mit Aufmerksamkeit auf mich. Er hat alle Zeit der Welt für mich. Ich erfahre, wie kostbar, wie wichtig ich für Jesus bin. Er nimmt mich weg vom Gerede, dem Urteilen und Verurteilen. Er nimmt mich weg vom Lärm der Welt und führt mich in die Stille. In der Stille erfahren wir, wie laut es in uns ist, wie viel Unruhe es in uns gibt. Jesus will mir die Stellen enthüllen, die am meisten krank sind. Es geht mir auf, wie notwendig ich seine Berührung habe. In der Stille erfahren wir, dass wir selbst jener Taubstumme sind. Im Gebet bin ich mit Jesus alleine, spüre seine heilende Nähe und seine wohltuende Gegenwart.


Er legte seine Finger in seine Ohren. Mk 7:33

Jesus berührt mich, um zu lockern, was fest gefahren ist, um zu lindern, was schmerzt, um zu heilen, was verwundet ist. Wo der Mensch leidet, erfährt er durch die Berührung Heilung. Lasst uns immer unsere Sorgen, unseren Schmerz, unser Ängste, unsere wunden Stellen, unsere Verletzungen Gott hinhalten, damit er sie heilsam berühre durch sein Wort. Wir sind oft so mit uns selbst beschäftigt, dass wir überhören, wenn Gott spricht. Wir müssen lernen, nach innen zu hören, auf die leise Stimme Gottes in unserem Herzen, in seinem Wort, in den Begegnungen mit den Menschen und in den Geschehnissen des Alltags. Gott spricht viel mehr als wir meinen! Und er spricht immer heilend.


Er berührte seine Zunge mit Speichel. Mk 7:33

Hier geschieht etwas ganz Intimes, etwas was man sich nur zwischen Liebenden vorstellen kann. Im liebenden Berühren übertragen sich Kräfte auf den anderen Menschen. Das ist keine Zauberhandlung oder sonst was. Dies ist eine zärtliche Geste, eine intime Nähe, fast wie ein Kuss, äußerste Intimität. Er löst seine Zunge. Er befreit ihn von seinen Fesseln. Wenn wir selbst nicht stumm bleiben wollen, müssen wir die Begegnung mit Jesus suchen, um aus seinen Händen alles zu empfangen. Er wandelt uns, so dass echte Kommunikation möglich wird.

Es ist und bleibt die revolutionärste Tat, immer das zu sagen, was ist. Rosa Luxemburg


Dann blickte er zum Himmel auf. Mk 7:34

Jesus sieht die Not und er wendet sich für uns zum Himmel, zum Vater, holt Kraft für sein Tun. Er bindet sein Handeln an den Willen des Vaters zurück. Jesus möchte auch unseren Blick zum Himmel lenken. Durch Gebet und Stille blicken wir zum Himmel auf. Dadurch klären sich Dinge, Leben ordnet sich, Wandlung geschieht, Schweres wird leichter, Bitteres verliert seinen herben Geschmack, ins Dunkel kommt Licht. Das Herz wird weit. Und auf einmal können wir vielleicht wieder neu ja sagen zu unserem Leben. Und wir wissen: es ist gut, wie es ist, denn Gott ist da. Er ist immer bei mir.

Ich weiß mich gehalten und habe darin Ruhe und Sicherheit. Edith Stein


Jesus seufzte. Mk 7:34

Wenn uns etwas schwer auf dem Herzen liegt, seufzen wir. Dies kann so viel sein. Schwere Beziehungen, Krankheiten und vieles mehr. Jesus seufzt über mich, weil ich ihm am Herzen liege. Jesus kämpft um mich, damit ich mich wirklich für Gott entscheide, damit ich frei werde von Fesseln, von falschen Abhängigkeiten, von verkehrten Anhänglichkeiten und Neigungen, die dem gelebten Evangelium widersprechen. Jesus kämpft um mich, damit ich ausbreche aus meinen inneren Gefangenschaften, dass ich Gott wirklich einlasse in mein Leben. Er kämpft mit meiner Verschlossenheit, mit meinem Stummsein, mit meiner Taubheit, dass ich mich mit allen Sinnen für Gott öffne.


Dann blickte er zum Himmel auf, seufzte und sprach zu ihm: Ephata!, das heißt: Tu dich auf! Mk 7:34

Christus seufzte, als er die Not sah. Aber wir dürfen eins nicht vergessen, was der Herr getan hat: zum Himmel blicken! es auch, wenn Not seinen Weg kreuzte. Folgen wir ihm darin, dann  werden wir davor bewahrt bleiben, dass aus Seufzen ein Murren wird.


Er sagte: Effata. Das heißt: Öffne dich! Mk 7:34

Verschlossen sein und offen sein, eine Spannung, die uns unser ganzes Leben begleitet. Auch wenn es Situationen gibt, wo ein sich schützendes Verschließen notwendig ist, ist die Hauptrichtung des Christen die Öffnung seines Herzens. Wie gut tut es, einem offenen Blick zu begegnen! Wie gut tut es, ein offenes Lachen zu hören! Was kann ein offenes Wort alles bewirken! Nur eine offene Hand kann trösten, streicheln, empfangen und geben. Wir möchten alle gern offen sein, aber wir sind‘s nicht immer. Jesus lädt uns ein, es immer neu zu versuchen. Das ist die tägliche Umkehr, sich zu öffnen für einander und für sein Wort und Beispiel. Wir können uns nichts Besseres wünschen, als dass Jesus auch in unser Leben tritt, uns heilend berührt und uns das befreiende Wort sagt: „Effata – Öffne dich!“

Sogleich wurden seine Ohren aufgetan und das Band seiner Zunge gelöst und er redete richtig. Mk 7:35


Er gebot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Aber je mehr er es ihnen gebot, desto mehr machten sie es bekannt. Mk 7:36

Hier ist schon die Dynamik des Evangeliums zu spüren, die sich dann kraft des heiligen Geistes in der Apostelgeschichte umfassend entwickelt. Im Kern ist es doch ganz einfach: Wir glauben an Jesus. Wir erfahren, dass er uns liebt und trägt. Durch ihn ist unser Leben ein ganz anderes, ein neues Bei-ihm-sein. Dieses Unfassbare und doch so Wirkliche drängt in seiner Freude nach draussen und will geteilt werden. Erzählen wir anderen von Jesus. Keine komplizierten Theologien, sondern schlicht das: du bist geliebt von Gott. Du bist geschaffen, um geliebt zu werden und selbst zu lieben.


Die Menschen waren vor Staunen ganz außer sich. Wie gut ist alles, was er getan hat!, sagten sie. Er gibt sogar den Tauben das Gehör und den Stummen die Sprache wieder. Mk 7:37

Im Handeln Jesus haben sich die Verheißungen aus dem alten Testament erfüllt. An mehreren Stellen wird dort verheißen, dass der Erlöser die Augen der Blinden auftut, die Ohren der Tauben öffnet, Lahme springen lässt und die Zunge des Stummen lobsingen lässt (z.B. Jes 29,18- 19; 35,5- 6; 61,1)

Den Unterdrückten verschafft er Recht, den Hungernden gibt er zu essen, und die Gefangenen befreit er. Der Herr macht die Blinden wieder sehend und richtet die Niedergeschlagenen auf. Ps 146:7‭-8


Von Gott nicht mehr loskommen können, daß ist die dauernde Beunruhigung jedes christlichen Lebens. Bonhoeffer

Durch seine Art zu handeln, die die Liebe Gottes, des Vaters, offenbart, heilt Jesus nicht nur die physische Taubheit, sondern er weist darauf hin, daß es eine andere Form der Taubheit gibt, von der die Menschheit geheilt, ja von der sie gerettet werden muß: die Taubheit des Geistes, die immer höhere Barrieren errichtet gegen die Stimme Gottes und des Nächsten, besonders gegen den Hilfeschrei der Geringsten und der Leidenden, und die den Menschen in einem tiefen und verderblichen Egoismus verschließt. Benedikt XVI

📲 Link zum heutigen Impuls