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Mk Kap. 06

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Markus-Evangelium Kap. 6


Unglaube in Nazaret Mk 6,1-6

Mt 13,53-58


Aussendung der 12 Apostel Mk 6,7-13

Mt 10,1-15; Lk 9,1-6

Er ruft die Zwölf zu sich, und fing an sie auszusenden. Mk 6:7

Von der Aussendung der 12 wird nicht nur bei Markus, sondern auch bei Lukas und Matthäus berichtet. Sie hat Gewicht! Die Sendung von Jüngern zu den Menschen, das Weitersagen der Heilsbotschaft ist ein Herzensanliegen Jesu. Bis in unser Heute setzt sich diese Sendung bei uns fort. Wir sind als Boten des Evangeliums unterwegs. Bevor wir allerdings Boten sind, sind wir wie damals die Apostel Berufene, berufen bei Jesus zu sein, mit ihm zu gehen und von ihm zu lernen. Wer im Namen Jesu Bote des Evangeliums sein will, der muss zuerst mit Jesus leben, der muss immer wieder auf ihn schauen und von ihm lernen. Nur so ist es möglich Gesandter Jesu Christi zu sein, Sprachrohr seiner Botschaft, Bote seiner Liebe und Werkzeug seines Friedens.


Er sandte sie jeweils zu zweit aus und gab ihnen Vollmacht über die bösen Geister. Mk 6:7

Jesus schickt die Jünger zu zweit aus. Sie sollen einander unterstützen, miteinander die Lasten tragen, Strapazen aushalten, Krisen meistern und Gefahren bestehen. Zu zweit kann man sich auch austauschen, Probleme besprechen, sich gegenseitig anspornen. Gemeinsamkeit verleiht Stärke und Kraft. Es geht um gelebte Gemeinschaft. Sie predigen nicht nur durch ihr Wort, sondern auch durch ihr gelebtes Beispiel, miteinander Leben zu teilen, Liebe zu üben, Geduld zu haben und verzeihen zu können. Christen sind keine Einzelkämpfer. Wir sind ein Leib in Christus. Geschwisterlichkeit und Weggemeinschaft ist angesagt. Es gilt immer wieder. das Gemeinsame suchen, im Gespräch zu bleiben, einander zu stützen und zu stärken.


Dann befahl er ihnen: Nehmt nichts mit auf die Reise außer einem Wanderstock! Ihr sollt kein Essen, keine Tasche und kein Geld bei euch haben. Mk 6:8

Christen müssen immer leichtes Gepäck haben. Die Jünger sollen nichts mitnehmen ausser einem Wanderstock. Die Jünger sollen erfahren, wie es ist, sich ganz auf die Güte der Menschen und letztlich auf die Vorsehung Gottes zu verlassen. Ob Gott wirklich Quelle und tragender Grund des Lebens ist, das soll man ablesen können an denen, die ihn verkündigen. Übertragen heißt das “Nichts mitnehmen” auch: Geh zu den Menschen so wie du bist. Sei du selbst! Gib dich selbst! Sag, was du glaubst! Verstecke dich nicht hinter Rollen oder Scheinidentitäten. Sei innerlich arm und verlasse dich allein auf Gott.

Nur Schuhe dürft ihr tragen, aber kein zweites Hemd mitnehmen. Mk 6:9


Weiter sagte er: Wenn ihr in ein Haus kommt, dann bleibt dort zu Gast, bis ihr weiterzieht. Mk 6:10

Jesus schickt die Jünger nicht in Synagogen oder auf den Marktplatz, sondern in die Häuser. Die Familien waren die Keimzelle für die Ausbreitung des Evangeliums. Das hat sich bis heute nicht geändert. Die wenigsten von uns sind berufen, sonntags in der Kirche zu predigen, aber jeder von uns hat die Möglichkeit, in seinem Alltag in den kleinen Begegnungen Zeugnis für seinen Glauben zu geben
Wir können zu Menschen vordringen, die nie auf die Idee kämen, in die Kirche zu gehen oder mit einem Priester zu sprechen!

Seid ihr aber irgendwo nicht willkommen und will man eure Botschaft nicht hören, so geht fort und schüttelt den Staub von euren Füßen als Zeichen dafür, dass ihr die Stadt dem Urteil Gottes überlasst. Mk 6:11


Er rief die Zwölf zu sich. Mk 6:7 Und er befahl ihnen. Mk 6:8  Er sprach zu ihnen:  Mk 6:10

Der missionarische Jünger hat vor allem ein Zentrum, auf das er sich bezieht, und das ist die Person Jesu. Der Bericht des Evangeliums zeigt dies mit einer Reihe von Verben, deren Subjekt Jesus ist – „er rief sie zu sich“, „er sandte sie aus“, „er gab ihnen Vollmacht“, „er gebot ihnen“, „er sagte zu ihnen“ (V. 7.8.10): So erscheint das Gehen und Wirken der Zwölf wie das Ausgehen von einem Zentrum aus, als ein Fortsetzen der Gegenwart und des Wirkens Jesu in ihrer missionarischen Tätigkeit. Dies zeigt, dass die Apostel nichts Eigenes zu verkünden haben noch eigene Fähigkeiten besitzen, die sie vorweisen könnten, sondern sie reden und handeln als „Gesandte“, als Boten Jesu. Papst Franziskus


Dann zogen die Jünger los und forderten die Menschen auf: Kehrt um zu Gott! Mk 6:12

Ein wirklich innerlich angenommenes Christentum ist mit der Dynamik behaftet, dass ich davon mitteilen muss. Ich habe sozusagen etwas gefunden, wie man es richtig macht und da kann ich nicht sagen, das reicht mir. In dem Augenblick zerstöre ich auch schon wieder den Fund. Es ist genauso, wie wenn jemand eine große Freude hat, er muss es irgendwie sagen und mitteilen, sonst ist es gar keine echte Freude. So ist tatsächlich die Dynamik des Weitergebens ein Bestandteil der Sendung, die Christus den Seinigen gegeben hat und eben auch die Ermutigung zur Phantasie und zur Kühnheit, selbst mit dem Risiko, dabei etwas zu verlieren. Benedikt XVI


Sie befreiten Menschen, die von bösen Geistern beherrscht waren, salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie. Mk 6:13

Neben dem Auftrag zur Verkündigung werden die Jünger auch beauftragt, zu heilen. Es geht darum, die Menschen heil zu machen, sie zu befreien, von dem, was sie bedrückt, fesselt, krank und kaputt macht. Die bösen Geistern haben auch heute viele Gesichter. Gelebter Glaube beinhaltet nicht nur Askese, sondern immer auch eine befreiende und heilende Seelsorge! Jesus gibt ihnen diese Vollmacht. Nicht nur ein Wort, nicht nur eine Lehre, sondern wirksame Macht empfangen die Apostel.


Herodes lässt Johannes den Täufer töten 6,14-29

Mt 14,1-12; Lk 9,7-9

Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben! Mk 6:18

Johannes hat sich ganz Gott und seinem Gesandten – Jesus – geweiht. Doch was ist am Ende geschehen? Er ist um der Wahrheit willen gestorben, als er den Ehebruch von König Herodes und Herodias anprangerte. Wie viele Menschen zahlen einen hohen Preis für den Einsatz für die Wahrheit! Wie viele aufrechte Menschen ziehen es vor, gegen den Strom zu schwimmen, nur um nicht die Stimme des Gewissens zu verleugnen, die Stimme der Wahrheit! Aufrechte Menschen, die keine Angst haben, gegen den Strom zu schwimmen! Papst Franziskus

Dieser aber ging hin und enthauptete ihn. Mk 6:28


Fünftausend Menschen werden satt Mk 6,30-44

 Mt 14,13-21; Lk 9,10-17; Joh 6,1-15

Geht jetzt an einen einsamen, stillen Platz! sagte Jesus zu ihnen. Ihr habt Ruhe nötig! Mk 6,31

Geist und Körper verlangen von Zeit zu Zeit nach Entspannung durch irgendeine Erholung. Cassian erzählt, ein Jäger habe den Evangelisten Johannes eines Tages mit einem Rebhuhn auf dem Arm angetroffen, das er streichelte. Der Jäger konnte nicht verstehen, wie ein solcher Mann seine Zeit mit so gewöhnlichen Dingen vertun könnte, worauf der Heilige ihn fragte: Warum trägst du deinen Bogen nicht immer gespannt? Der Jäger antwortete: Wäre der Bogen immer gespannt, dann hätte er nicht mehr die Kraft zurückzuschnellen, wenn man ihn braucht. Der Apostel antwortete: Wundere dich also nicht, wenn auch ich die angestrengte Aufmerksamkeit des Geistes ein wenig vermindere, um mich zu erholen. Nachher kann ich mich um so frischer der Betrachtung widmen.

Wo und wie erholst du dich?


Da sagte Jesus zu ihnen: Kommt, wir gehen an einen einsamen Ort, wo wir allein sind und wo ihr euch ein wenig ausruhen könnt. Mk 6,31

Sorge für regelmäßige Entspannungszeiten. Mindestens einmal am Tag solltest du das bewusste Gefühl der Entspannung haben. Plane Pausen ein. Sorge für erholsamen und ausreichenden Schlaf. Auch Urlaub muss sein! Und achte auf deine Ernährung. Der Mensch ist, was er isst: Ausgewogen ernähren und die Vitamine nicht vergessen. Durch diese Entspannungsphasen bewahrt Gott dein Leben. Das deutsche Wort bewahren kommt von dem althochdeutschen wara und bedeutet „Aufmerksamkeit, Acht, Obhut, Aufsicht“. Es meint, daß wir aufmerksam und behutsam mit unseren physischen und psychischen Energien umgehen.


Kommt mit mir an einen einsamen Ort, und ruht dort ein wenig aus. Mk 6,31

Bester Schutz vor Bournout ist es regelmäßig seinen Akku mit Wohlfühleinheiten aufzuladen.

– beten
– Pausen machen
– spazieren gehen,
– Musik hören
– lesen
– Mittagssschlaf
– ein Käffchen am Nachmittag
– usw ….


Er sprach zu ihnen: Kommt ihr allein abseits an einen einsamen Ort und ruht ein wenig! Denn es waren viele, die gingen und kamen, und sie hatten nicht einmal Zeit zu essen. Mk 6:31

Pause meint ein Innehalten. Sie ist eine Unterbrechung meiner Tätigkeit, um mich zu erholen, um mir neue Kraft und neue Ideen zu holen. Die Griechen singen das Lob der Pause. “Anapausis” [gespr. anápausis] ist nicht nur die zeitliche Pause, sondern auch das Aufatmen. (…) Viele meinen, sie müssten an einem Stück arbeiten. Sie hätten so viel zu tun, dass sie sich keine Ruhe gönnen dürften. Die Mittagspause wird auf ein Minimum verkürzt. Hauptsache, man wird mit seiner Arbeit fertig. Doch das ist ein Trugschluss. Da bräuchten wir den “Kleine-Pausen-Engel”, der uns einlädt, innezuhalten, damit wir im Innern wieder Halt finden, damit im Innern neue Ideen hochkommen und neue Kraft in unsere Seele strömt. (…) In der Pause kommen die großen Ideen. Wenn wir immer weiterarbeiten, sind wir in einem Trott gefangen. Wir gehen nur in eine Richtung. Der Kleine-Pausen-Engel möchte uns auf die Schulter tippen und sagen: ” Atme mal ganz ruhig durch. Sieh dich um. Schaue einfach mal durchs Fenster, nimm die schöne Natur wahr. Oder leg dich ein paar Minuten hin. Gönne es dir, gar nichts zu tun. Dann kommen von allein neue Gedanken, die deine Arbeit befruchten. Und du hast wieder mehr Frische und mehr Lust, dich von neuem deiner Arbeit zuzuwenden. Anselm Grün


Als Jesus aus dem Boot stieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Deshalb nahm er sich viel Zeit, ihnen Gottes Botschaft zu erklären. Mk 6:34

Wenn die Bibel von Jesu Mitleid spricht, dann verwendet sie das Wort: splanchnizomai. Es meint: In den Eingeweiden ergriffen werden. Die Eingeweide sind für die Griechen der Ort der verwundbaren Gefühle. Jesus öffnet sich dem Leid des Menschen. Er ist verwundbar. Daher spürt er die vielfältigen Leiden der Menschen, auch deine! In dieser Einfühlung ist Jesus das große, vollkommene Vorbild. Einfühlung in andere ist eine wichtige menschliche Fähigkeit und die Voraussetzung von Mitleid. Es meint die Solidarität mit dem Leid des anderen, nicht nur oberflächlich, sondern tief – eine Solidarität, die auch tätig wird, aktiv dem anderen hilft. Allerdings heißt es nicht, im Mitleid zu zerfließen. Denn dann helfe ich dem anderen nicht wirklich! Gott segne dich und diese Woche, der Allmächtige mache dein Herz enfühlend, damit du die Werke tun kannst, welche die Weisheit für dich vorbereitet hat.


Als Jesus aus dem Boot stieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Deshalb nahm er sich viel Zeit, ihnen Gottes Botschaft zu erklären. Mk 6:34

Jesus ergreift tiefes Mitgefühl, Jesus weint, Jesus freut sich, im Garten Getsemanie ringt er mit seinem Auftrag u.v.m. Das alles entspringt seinem Herzen, ist nicht gestellt, sondern echt, oft dramatisch. Am Freitag feiern wir das Hochfest des heiligsten Herzens Jesu. Der ganze Monat Juni ist dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht. Grund genug für mich das “Herz Jesu” zum Wochenthema zu wählen. Wo, wenn nicht hier in der Herz-zu-Herz Beziehung zu Jesu finden wir das Leben in Fülle? Es ist wie in menschlichen Beziehungen: Ohne Herz geht nix! Lieben kann ich nur mit ganzem Herzen. Halbherzigkeit, ein bisschen Jesu, ist ein Irrweg.


Jesus geht auf dem See Mk 6,45-52

Mt 14,22-33; Joh 6,16-21

Er selbst blieb zurück, denn er wollte erst noch die Leute verabschieden. Mk 6:45

Wenn wir einen Besuch verabschieden, umarmen wir uns oder geben einander fest die Hand und schauen uns an. Meine Frau bekommt zum Abschied einen Kuss. Das ist wichtig: Man will einander noch einmal spüren, noch einmal nahe sein. Auch mit den Verstorbenen machen wir das. Wir streicheln sie noch einmal, spüren die Nähe, erzählen von ihrem Leben. Wo immer möglich, sollten Abschiede (Todesfälle, Arbeitswechsel, Krankheit, Auszug aus dem Elternhaus u.v.m.) langfristig so gestaltet sein, dass wir das, was war, umarmen unabhängig in wieweit es emotional gefärbt ist. Das ist eine lebensbejahende, lebensannehmende Haltung. Auch in den Evangelien ist Abschied ein großes Thema bis hin zum Abschied beim Passahmahl. “Wie sehr habe ich mich danach gesehnt, mit euch dieses Passahmahl zu essen, bevor ich leiden muss, sagte er.” (Lk 22:15)


Nachdem er sie verabschiedet hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten. Und er sah, dass sie beim Rudern Not litten. Mk 6:46‭, ‬48

Jesus schaut auf uns. Die Jünger machen sich allein auf den Weg und haben es schwer, gegen den Wind anzukommen. Sie scheinen allein zu sein. Doch der Herr schaut auf sie. Er steht im Dialog mit seinem Vater und gleichzeitig hat er einen Blick für unsere Nöte. In seinem Dialog mit dem Vater sind wir gegenwärtig. Wenn wir diese Szene hier betrachten, werden wir merken, dass es uns oft ähnlich geht wie den Aposteln. Wir scheinen allein auf dem Weg zu sein. Doch wie im Fall der Apostel ist der Herr uns im Alltag nah und lässt uns niemals aus den Augen. Br. Jonathan Fuhr 


Danach ging er auf einen Berg, um zu beten. […] Jesus sah, dass sie große Mühe mit dem Rudern hatten, weil ein starker Gegenwind blies. MK 6,46;48

Welch Gegensatz. Hier Jesus allein auf dem Berg und ruhig im Gebet. Dort die Jünger allein gelassen im Boot auf dem See, verzweifelt gegen den Sturm ankämpfend. Der See symbolisiert unser gegenwärtiges Leben und die Unbeständigkeit der Welt. Der Sturm verweist auf jede Art von Schwierigkeit, die uns begegnet. Das Boot steht für die Kirche. Jesus sieht ihre Seenot und hilft dennoch erst einmal nicht. Es ist die große, manchmal wirklich bedrückende Frage, die Menschen stellen, die großes Leid, schwere Prüfungen erlitten haben: Wo war Gott in dieser Not? Warum nicht Hilfe jetzt und sofort. Auch wenn es oft keine Antwort auf diese Frage im konkreten Fall gibt, so gilt doch eines: Jesus will die Jünger dazu erziehen, mutig die Widrigkeiten des Lebens zu ertragen und dabei auf Gott zu vertrauen.

Ob Windstille oder Sturm, was kümmert es den Weisen? Er weiß, daß nichts von Dauer ist, daß hier nicht die Ruhestätte ist. In guten wie in schlimmen Tagen hält er unerschütterlich, beständig und entschieden an seinem Entschluß fest, nur nach dem Genuß ewiger Güter zu streben und zu verlangen. Franz von Sales.


In den frühen Morgenstunden kam er über den See zu ihnen. Er war schon beinahe an ihnen vorüber, als die Jünger ihn auf dem Wasser gehen sahen. Mk 6,48-49

Wieder stellt sich die Frage: Warum kam er nicht früher in seiner Hilfe? Es gilt hier zu bedenken: Während die Jünger sich in Seenot abmühen, ist Jesus nicht untätig. Er betet. Er betet auch für die Jünger. Er betet auch für uns in unserer Not. Er steht uns bei nicht allein durch die Tat, sondern durch das Gebet. Aber hilft das? Wir können die Wirkung des Gebets nicht messen. Es hat vor allem mit Vertrauen zu tun. Immer kann ich darauf vertrauen, dass Gott helfen kann. Beten stärkt das Gottvertrauen. Und Gottvertrauen hilft, auch in den Stürmen des Lebens nicht mutlos zu werden, sondern an Jesus und seine Auferstehung zu glauben. Übrigens: Die vierte Nachtwache meinte die frühen Morgenstunden. Das ist allerdings weit mehr als eine historische Zeitangabe, sondern vielmehr schon ein Fingerzeig auf die Auferstehung, die ebenso in den frühen Morgenstunden statt gefunden hat.

Sie schrien auf, denn sie hielten ihn für ein Gespenst. Mk 6,49


Jesus sprach sie sofort an: Habt keine Angst! Ich bin es doch, fürchtet euch nicht! Mk 6:50

Vor dem Sturmerlebnis steht in den Evangelien das Wunder Brotvermehrung. Gerade noch waren die Jünger voller Freude und Verwunderung, nun im Sturm voller Angst. Wenn dies zusammen gedacht wird, ist es ein Bild für unser Glaubensleben. Eben haben wir z.B. eine überwältigende Glaubenserfahrung gemacht, sind voller Freude und Begeisterung, spüren Gott ganz nah, da vergeht nur kurze Zeit und wir stehen mitten im Sturm und geraten in die Dunkelheit schwieriger Situationen und Gottes Nähe scheint ganz fern. Und doch klingen in den Worten Jesu “Ich bin es” die gewaltigen Worte Gottes aus dem brennenden Dornbusch im Buch Exodus denken. Beten wir daher, daß wir inmitten so vieler Sorgen, Probleme und Schwierigkeiten, die das Meer unseres Lebens aufwühlen, im Herzen das beruhigende Wort Jesu erklinge, der auch uns zuruft: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!, damit unser Glaube an ihn wachse.

Ich bin, der ich bin! Ex 3:14


Er stieg zu ihnen ins Boot, und sogleich legte sich der Sturm. Da waren sie außer sich vor Entsetzen. Mk 6:51

Wenn Jesus zu uns ins Boot kommt, legt sich der Sturm, vergeht die Unruhe, findet unser Herz zur Ruhe. Eine Herzensruhe, die durch den Sturm erprobt wurde. Denn eine Ruhe, die nicht durch den Sturm erprobt wurde, ist eine faule und trügerische Ruhe. Jesus stellt uns nicht auf einmal auf die Spitze des Berges, sondern es ist ein ständiges Aufwärts- und Abwärtsgehen. Das Wachsen im Glauben hat niemals eine Grenze erreicht, genauso wenig wie eine Ehe mit der Trauzeremonie aufhört. Es ist ein Prozess täglich neuer Hingabe, täglicher Übung im Glauben und im Gehorsam. Glaube ist zuallererst Sich-Anvertrauen an Gott, eine lebendige Beziehung zu ihm. Im Glauben schwingt die ewige Gegenwart Gottes mit, die über die Zeit hinausreicht und dennoch von uns nur in unserem unwiederholbaren Heute aufgenommen werden kann.


Jesus heilt alle, die ihn berühren Mt 6,53-56

Mt 14,34-36

Von überall holten sie die Kranken, um sie auf ihren Tragen dahin zu bringen, wo sie Jesus gerade vermuteten. Mk 6:55

Um von Jesus berührt zu werden, braucht es offenbar Menschen, die einen zu ihm hinbringen. Welche Menschen in welchen Umständen bringen mich wohl heute zu Christus? Vielleicht sind das gerade die Menschen, die mich nerven oder verletzen – vielleicht soll ich gerade für sie beten und dadurch selbst näher zu Jesus gebracht werden…. Seien wir gespannt! Und wen bringe wiederum ich heute näher zu Christus, und wodurch?


Alle, die ihn berührten, wurden geheilt. Mk 6:56

Wenn Jesus jemanden berührt, wird er geheilt. Dies ist sicherlich immer ein Geschenk Gottes, eine Gnade. Aber offenbar sind wir zur Mitarbeit aufgerufen, damit diese Gnade wirksam werden kann.

Jesus, danke, dass du dich berühren lässt. Ich will dich bitten für (Namen einsetzen), lass ihn oder sie wenigstens ein bisschen von dir erfahren. Nimm mich als dein Werkzeug dazu, Herr. Und lass mich die Menschen erkennen, in denen du mir heute besonders begegnen willst.

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