Anmeldung ->

Mk Kap. 01


Johannes der Täufer Mk 1,1-8

(Mt 3,1-12; Lukas 3,1-18)

Ich sende dir meinen Boten voraus, der dein Kommen ankündigt und dir den Weg bereitet. Mk 1:2

Unser Leben erfahren wir dann als lebenswert, wenn wir eine sinnvolle Aufgabe haben, wenn wir wissen wozu wir da sind, wozu unser Leben gut ist. Eine christliche Aufgabe ist es, Bote und Wegbereiter Jesu zu sein in unserer Zeit zu sein. Christ sein ist keine Fertigkeit, die biologisch weitergegeben wird. Jede Generation muss neu dafür gewonnen werden. Jesus braucht daher Wegbereiter und Boten, er braucht dich!

Die Welt braucht keine Angstmacher, sondern Hoffnungsboten. Peter Hahne


Jemand ruft in der Wüste: Macht den Weg frei für den Herrn! Räumt alle Hindernisse weg! Mk 1:3

Was sind unsere Hindernisse? Es sind letztlich die Hindernisse im eigenen Herzen. Folgen wir unserem Herrn, dann hilft er uns, unsere Egoismen zu besiegen, unsere Ansprüche einzuschränken und das, was uns bedrückt, zu bewältigen. Wie schon gestern benannt: das einzigste, was Gott von uns braucht ist unser ja. Erneuern und stärken wir in der dieser Adventszeit dieses Ja zu Gott und sagen nein zu allem, was uns von ihm wegzieht. Denn nur wenn wir unserem oft verhärteten Herzen entsagen, werden wir frei sein durch ihn, so dass neues Leben durch ihn in uns aufkeimt. Was für ein Geschenk! Die Antwort auf dieses Geschenk sind wir selbst: unsere Zeit, unser Gebet, unser Verbundensein mit Christus, der für uns leidet, stirbt und aufersteht.


Die Taufe von Jesus Mk 1,9-11

(Mt 3,13-17; Lukas 3,21-22)

Und es geschah in jenen Tagen, dass Jesus von Nazareth in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen ließ.‭ Mk 1:9

Die frühe Kirche nannte die Taufe „photismos = Erleuchtung“. In der Taufe kommen wir ins Licht. Da hellt sich unser Dasein auf. Wir bekommen neue Augen und erkennen die Wirklichkeit, wie sie wahrhaft ist, unsere eigene Wirklichkeit, aber auch die der Welt. Johann Baptist Metz, der politische Theologe, spricht von der Mystik der offenen Augen. Der indische Jesuit de Mello beschreibt einmal Mystik als Aufwachen zur Wirklichkeit. Lassen wir uns von Jesus unsere Augen öffnen, damit wir mit einem Blick der Liebe und der Hoffnung auf uns, auf unsere Mitmenschen und auf unsere Welt schauen. Wir können auf die Welt aber nur mit offenen Augen schauen, wenn wir daran glauben, dass die ganze Welt schon vom Licht Christi erleuchtet ist, das alles zu erhellen und zu heilen vermag. Anselm Grün


Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er den Himmel zerrissen und den Geist wie eine Taube auf ihn herabsteigen. Mk 1:10

Dies ist die erste Begebenheit, wo wir die Dreieinheit Gottes offenbart sehen: Der Vater spricht aus dem Himmel, und der Heilige Geist kommt sichtbar auf den Mensch gewordenen Sohn Gottes herab. Wie bedeutungsvoll das Zeugnis des Vaters über Seinen geliebten Sohn ist, sehen wir daran, dass Er es zweimal gab – einmal am Anfang und einmal gegen Ende Seines Dienstes bei der Verklärung.

Und eine Stimme ertönte aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! Mk 1:11


Der Satan versucht Jesus  Mk 1,12-13

(Mt 4,1-11; Lk 4,1-13)

Und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde vom Satan versucht; und er war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm.‭ Mk 1:13

Jede Versuchung stellt für dich eine Gelegenheit dar, richtig zu handeln. Handelst du richtig, wirst du ein wenig mehr wie Jesus, der selbst auch in Versuchung geführt worden ist. Gott bringt die Frucht des hl. Geistes (Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit ….) in deinem Leben hervor, indem er dir erlaubt, in Situationen zu geraten, in denen du in Versuchung kommst, genau das Gegenteil auszuleben (Haß, Traurigkeit, Unfrieden.. ..). Zum Beispiel lehrt Gott uns Liebe, indem er einige wenig liebenswerte Menschen in unser Umfeld stellt. Mittlerweile bin ich für diese Menschen sogar dankbar, sie sind für mich zu “Übungsplätzen der Liebe” geworden.

Meine Versuchungen waren die Reifeprüfung meines Lebens. Luther


Und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde vom Satan versucht; und er war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm.‭ Mk 1:13

Nach der Taufe wird Jesus vom Geist in die Wüste geführt. Die Wüste ist ein Bild für das Ringen mit Gott. Kern aller Versuchungen ist das Beiseiteschieben Gottes. Die Quelle aller Versuchungen ist dabei das unbeständige Herz und das geringe Vertrauen zu Gott. Niemand ist zeitlebens vor Versuchungen sicher. Wir stehen immer wieder im Kampf zwischen Gut und Böse. Wir müssen uns stets aufs Neue entscheiden. Dem Bösen widersagen, sich hinkehren zum Guten, das vermögen wir nicht aus uns selbst. Das geht nur mit Gottes Hilfe. Darum antwortet Jesus auf jede Versuchung mit einem Wort Gottes.

Nach der Taufe wurde Christus versucht. Dadurch zeigt er, dass uns nach unserer Taufe Versuchungen bevorstehen. Theophylactus


Jesus predigt in Galiläa Mk 1,14-15

(Mt 4,12-17; Lk 4,14-15; Joh 4,43-45)

Kehrt um und glaubt an das Evangelium! Mk 1,15

Jesus selbst nennt dich einen Freund !!! Denke im Laufe eines Tages immer wieder daran, dass Jesus bei dir ist, er – der Hirte hütet dich und schenkt dir Friede. Wenn du an ihn denkst, kehrst du dich zu ihm hin. Umkehr ist so dein täglicher Akt, der aus deiner innigen Jesusbeziehung erwächst. Umkehr ist deine Antwort auf die Frage: “Wie antworte ich auf dieses so große Geschenk der Nähe?” Umkehr in der Achtsamkeit bei deinen Gedanken, Worten und Taten, ja: “Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Taten.” (Talmud). Nur so werden wir uns nicht der Sünde, sondern Gott hingeben und als Kinder des Lichts in dieser Welt leben.


Tut Buße und glaubt an das Evangelium! Mk 1:15

Niemand ist sündenlos, niemand rein von Schmutz, außer jenem allein, der um unseretwillen arm geworden ist, da er reich war. Ohne Sünde ist er allein, der die Sünde der Welt hinwegnimmt, der will, dass alle Menschen selig werden, der nicht den Tod der Sünder will: der Menschenfreund, der überaus Mildreiche, Barmherzige, Gute, die Seelen Liebende, Allmächtige, der Heiland aller Menschen, der alle zur Buße ruft und niemand zurückstößt. Auch wir dürfen also nicht an unserem Heil verzweifeln. Haben wir gesündigt, so bekehren wir uns! Haben wir uns tausend Mal versündigt, dann bekehren wir uns tausend Mal! Über jedes gute Werk freut sich Gott, doch ganz besonders über eine büßende Seele. Ephräm der Syrer


Folgt mir nach. Mk 1:17

Der Aufruf zur Nachfolge durch Jesus ist im Evangelium häufiger zu finden. Diese Nachfolge beinhaltet die Bindung an seine Person. Unsere Antwort darauf ist nicht nur ein gesprochenes Bekenntnis, sondern das Tun. Es ist allerdings kein Tun und Machen im Sinne eines “Dies oder jenes sollst du tun”, sondern es ist ein Tun und Handeln aus der Mitte Jesus heraus. Darum sagt Jesus: Bleibt in mir, so bleibe ich in euch. Durch dieses Bleiben in Jesus ist das Reich Gottes in und unter uns. Das ist die frohe Botschaft, die unser Herz erfüllt und uns voller Zuversicht in die Welt hinaus gehen lässt. Diesen Gedanken möchte ich dir diese Woche mitgeben: bei all deinem Tun in deinem Alltag, achte stets darauf, in Jesus zu bleiben und aus ihm heraus zu tun und zu wirken. Vor allem kurze, spontane Erhebungen des Herzens, sog. Stoßgebete, sind dafür sehr gut geeignet. Ein kurzes “Jesus hilf” oder “Heiliger Geist komm” oder “Gelobt sei Gott” leise hier und da gesprochen, stärkt unsere Bindung an Gott und trägt uns durch den Tag.


Jesus sprach zu ihnen: Folgt mir nach, und ich will euch zu Menschen­fischern machen! Mk 1:17

Und die Männer folgen Ihm „sogleich“! Was für eine Selbstverleugnung, aber auch was für ein Glaube! Mit Recht konnte Petrus später sagen: „Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt“, aber ebenso: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist“ (Mk 10,28; Joh 6,68.69). Hat der Herr Jesus, der demütige Diener Gottes diese Anziehungskraft auch für uns? Arend Remmers

Da verließen sie sogleich ihre Netze und folgten ihm nach. Mk 1:18


Auch sie forderte er auf, ihm nachzufolgen. Da verließen sie ihren Vater mit seinen Arbeitern und gingen mit Jesus. Mk 1:20

Sie verließen alles. Die Antwort der Apostel war heroisch. Sie folgten sofort, voll Freude und mit ganzem Herzen. Wie ist meine Einstellung zu Gottes Willen in meinem Leben? Er teilt mir seinen Willen durch die Gebote und Gesetze der Kirche sowie durch die Anweisungen meiner Eltern und Vorgesetzten mit. Antworte ich selbstlos? Oder überlege ich erst was es mich kostet und lehne erst einmal ab, bevor ich ihm folge? „Was springt für mich dabei heraus?“ Ich erreiche die ewige Herrlichkeit nur, wenn ich ihm großzügig folge.

Die ersten Jünger folgen Jesus nach 1,16-20

(Mt 4,18-22)


Jesus lehrt mit Vollmacht Mk 1,21-28

(Lk 4,31-37)

Er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat. Mk 1:22

Die göttliche Autorität ist keine Naturgewalt. Sie ist die Macht der Liebe Gottes, der das Universum schafft, im eingeborenen Sohn Mensch wird, in unser Menschsein herabkommt und so die durch die Sünde verdorbene Welt heilt. Romano Guardini schreibt: »Jesu ganzes Dasein ist Übersetzung der Macht in Demut […]; es ist die Hoheit, die sich in die Gestalt des Knechts erniedrigt« Für den Menschen bedeutet Autorität oft Besitz, Macht, Herrschaft, Erfolg. Für Gott dagegen bedeutet Autorität Dienen, Demut, Liebe; sie bedeutet, in die Logik Jesu einzutreten, der sich herabbeugt, um die Füße der Jünger zu waschen, der das wahre Wohl des Menschen sucht, der die Wunden heilt, der einer so großen Liebe fähig ist, daß er sein Leben hingibt, da er die Liebe ist. Benedikt XVI

Es ist notwendig, daß wir in Wahrheit mit dem Licht des Glaubens sehen und erkennen, daß Gott die höchste und ewige Liebe ist und nichts anderes als unser Heil wollen kann. Katharina von Siena.


Jesus befahl dem bösen Geist: Schweig und verlass diesen Menschen! Mk 1:25

Jesus begegnet einem Mann, der von einem unreinen Geist geplagt wurde. Mit unreinen, bösen Geistern haben auch wir heute zu kämpfen. Die Liste dazu ist lang: Ängste, Zwänge, eine Sucht, Gier, ein übertriebener Perfektionismus, Geldtungsdrang, Minderwertigkeitskomplexe, Ungeduld, Zorn, Rechthaberei, Arroganz, Groll, Bitterkeit, Habsucht, ständiges Murren und alles negativ sehen, schlecht über andere reden.  All dies kann uns gefangen nehmen, ja regelrecht versklaven. Jesus nun befreit den Mann von dem unreinen Geist. Er spricht: Schweig und verlass diesen Menschen. Jesus will den Menschen befreien. Er besitzt die Kraft und Macht Gottes. In ihm ist in Wort und Tat Gott selbst am Werk. In ihm geht Gott auf den Menschen zu, der sich in Not und Bedrängnis befindet. In ihm zeigt sich Gott mit seiner heilenden Kraft. Er hilft, zu sich selbst zu finden, zum Einklang mit sich selbst und mit Gott zu kommen. Jesus will die Menschen zur Freiheit und zum Frieden führen. Diesen Gedanken möchte ich dir für diese Woche mitgeben: Wenn dich  ein unreiner Geist befällt, und sei dir gewiss, sie befallen dich täglich, dann sprich: Im Namen Jesus : schweig! Es wird wohl kein Tag vergehen, wo uns nicht einer oder mehrer dieser Geister heimsuchen. In der Kraft Jesu Christi aber können wir sie zähmen, so dass wir nicht von ihnen versklavt werden, sondern vielmehr an ihnen wachsen.


Mit Vollmacht gebietet er auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm! Mk 1:27

Herr, ich kann mich dieser Gedanken oft nicht erwehren. Sie sind so unbewusst und wollen auch verdeckt bleiben, da sie dem Licht der Wahrheit nicht standhalten können. Komm mir zu Hilfe! Offenbare mir, welche Lügen sich in meinem Leben über dich und über mich selbst verbreitet haben. Denn dann kannst du auch mit deiner göttlichen Vollmacht sprechen: „Schweig und verlass ihn (sie)! Johanna Siemens


Heilung Schwiegermutter Petrus  Mk 1, 29-35

(Mt 8,14-17; Lk 4,38-41)

Sogleich verließen sie die Synagoge und gingen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Mk 1:29

Simons Schwiegermutter lag mit Fieber im Bett, und man bat Jesus, ihr zu helfen. Mk 1:30

An der Begebenheit mit der Schwiegermutter des Petrus lernen wir, wie wir für andere bitten sollen. Drei einfache Prinzipien wirksamer Fürbitte. 1. Jesus ins eigene Haus einladen. Es geht um eine persönliche, freundschaftliche Beziehung zu Jesus. Er soll Gast sein im Haus meiner Seele und den Ehrenplatz für liebe Gäste bekommen. 2. Wahrnehmen, wie es den anderen geht. Wer in meiner Umgebung braucht Gott heute besonders? 3. Mit Jesus über diese Menschen und ihre Not sprechen. Dorit Wilke-Lopez

Habe ich Jesus wirklich schon mit in mein inneres Haus genommen? Sorge ich in Gastfreundschaft für ihn, so wie die Schwiegermutter des Petrus? Wie aufmerksam bin ich gegenüber den Menschen in meiner Umgebung? Für wen soll ich heute beten? Am besten mit Jesus besprechen…

Und er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf und das Fieber verließ sie sogleich, und sie diente ihnen. Mk 1:31


Er trat hinzu, ergriff ihre Hand und richtete sie auf; und das Fieber verließ sie sogleich, und sie diente ihnen. Mk 1:31

Das Fieber ist ein Bild der Unruhe und Erregung, ja der Überhitzung des Fleisches. Dadurch wird der Mensch unfähig zum Dienst für den Herrn. Doch Dieser ergreift die kranke, daniederliegende Frau bei der Hand und richtet sie auf. Sogleich verlässt das Fieber sie, so dass sie den in das Haus gekommenen Gästen dienen kann. Arend Remmers


Als es aber Abend geworden und die Sonne untergegangen war, brachten sie alle Kranken und Besessenen zu ihm. Mk 1:32

Weil die Leute dachten, daß es niemandem erlaubt sei, am Sabbat zu heilen, warteten sie den Sonnenuntergang ab, um ihre Kranken zu Jesus zu bringen. Theophylactus


Er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden, denn sie kannten ihn. Mk 1:34

Jesus läßt keine Zweifel: Gott – dessen Antlitz er selbst uns offenbart hat – ist der Gott des Lebens, der uns von allem Bösen befreit. Die Zeichen dieser seiner Macht der Liebe sind die Heilungen, die er vollbringt: er zeigt so, daß das Reich Gottes nahe ist, indem er Männer und Frauen ihre volle Unversehrtheit im Geist und im Leib zurückerstattet. Ich sage, daß diese Heilungen Zeichen sind: sie führen hin zur Botschaft Christi, sie führen uns hin zu Gott und lassen uns verstehen, daß die wahre und schlimmste Krankheit des Menschen die Abwesenheit Gottes ist, des Quells der Wahrheit und der Liebe. Und allein die Versöhnung mit Gott kann uns die wahre Heilung, das wahre Leben schenken, denn ein Leben ohne Liebe und ohne Wahrheit wäre kein Leben. Das Reich Gottes ist nämlich die Gegenwart von Wahrheit und Liebe, und so ist es Heilung in der Tiefe unseres Seins. Auf diese Weise verstehen wir, daß seine Verkündigung und die von ihm vollbrachten Heilungen stets eng miteinander verbunden sind: sie bilden eine einzige Botschaft der Hoffnung und des Heils. Benedikt XVI

Und er verkündigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und trieb die Dämonen aus. Mk 1:39


Am nächsten Morgen stand Jesus vor Tagesanbruch auf und zog sich an eine einsam gelegene Stelle zurück, um dort allein zu beten. Mk 1:35

Um den Nächsten zu lieben, darf ich ihn nicht meiden. Die Gesellschaft und Zusammenkunft mit anderen ist sehr wichtig. Ebenso ist dies wichtig: Um sich selbst zu lieben, muss man ebenso in sich selbst bleiben, alleine sein um Zwiesprache mit deinem Herzen zu halten. Es geht dabei nicht gleich um ein Mönchsleben oder diverse Meditationsmethoden, sonder schlicht und einfach darum, ein wenig für sich zu sein: in deinem Zimmer, im Garten oder sonstwo, wo du leichter Einkehr halten und deine Seele durch gute Gedanken neu beleben und stärken kannst. Diese kleinen Rückzugs-Wüsten werden für uns zur Quelle werden.


Am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und betete dort. Mk 1:35

Wir müssen wieder etwas von dem verwirklichen, was kontemplative Haltung heißt. Überall ist Aktion, überall Organisation und Betrieb, von woher werden sie aber gelenkt? Von einem Innern, das bei sich selbst nicht zu Hause ist, dass keinen Kontakt mit der Wahrheit, mit der Mitte des Lebens, mit dem Wesentlichen und Bleibenden mehr hat, sondern irgendwo im Vorläufigen und Zufälligen herumtreibt. So muss die Tiefe des Menschen wieder erwachen. In seinem Leben muss es wieder Zeiten, in seinem Tag Augenblicke geben, in denen er still wird, sich sammelt und sich mit offenem Herzen eine der Fragen vorlegt, die ihn am Tag berührt haben. Mit einem Wort: er muss wieder meditieren und beten. Wie er das tun soll, kann man nicht allgemein sagen. Auf jeden Fall muss er sich aus der Hetze herausholen; still und anwesend werden; sich dem Wort öffnen. Romano Guardini


Jesus predigt in Galiläa 1,35-39

(Mt 4,23-25; Lk 4,42-44)


Jesus heilt einen Aussätzigen (Mk 1,40-45)

Mt 8,1-4; Lk 5,12-16

Es kam ein Aussätziger zu ihm, bat ihn, fiel vor ihm auf die Knie und sprach zu ihm: Wenn du willst, kannst du mich reinigen! Mk 1:40

Während Jesus predigend durch die Dörfer Galiläas wanderte, kam ihm ein Aussätziger entgegen und sagte: »Wenn du willst, kannst du machen, daß ich rein werde!« Jesus weicht nicht vor dem Kontakt mit jenem Menschen zurück, gedrängt von tiefer Anteilnahme an seinem Zustand streckt er ihm vielmehr die Hand entgegen, berührt ihn – womit er das gesetzliche Gebot übertritt – und sagt zu ihm: »Ich will es – werde rein!« In jener Geste und in jenen Worten Christi ist die ganze Heilsgeschichte gegenwärtig, es ist der Wille Gottes verkörpert, uns zu heilen, uns vom Bösen zu reinigen, das uns entstellt und unsere Beziehungen zugrunde richtet. In dieser  Berührung zwischen der Hand Jesu und dem Aussätzigen wird jede Schranke zwischen Gott und der menschlichen Unreinheit, zwischen dem Heiligen und seinem Gegenteil niedergerissen, gewiß nicht, um das Böse und seine negative Kraft zu leugnen, sondern um zu beweisen, daß die Liebe Gottes stärker ist als alles Böse, auch das ansteckendste und schrecklichste. Jesus hat unsere Gebrechen auf sich genommen, er ist zum »Aussätzigen« geworden, damit wir gereinigt werden. Benedikt XVI


Da erbarmte sich Jesus über ihn, streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will; sei gereinigt! Mk 1:41

Ohne Nähe kann es keine Gemeinschaft geben; man kann nicht Frieden schließen ohne Nähe; man kann nicht Gutes tun, ohne sich zu nähern. Jesus hätte einfach zum Aussätzigen sagen können: „Sei geheilt!“ Nein, er hat sich ihm genähert und ihn berührt. Mehr noch, in dem Augenblick, in dem Jesus den Aussätzigen berührte, wurde er selbst unrein. Und das ist das Geheimnis Jesu: Er nimmt unseren Schmutz, unsere Unreinheiten auf sich. Paulus hat es gut ausgedrückt: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich“ (Phil 2,6f). Und Paulus geht noch weiter und sagt: Er ist zur Sünde geworden (vgl. 2 Kor 5,21; Gal 3,13). Jesus ist zur Sünde geworden. Jesus hat sich ausgeschlossen, er hat die Unreinheit auf sich genommen, um sich uns zu nähern. Papst Franziskus


Jesus aber, innerlich bewegt, streckte die Hand aus, rührte ihn an und spricht zu ihm: Ich will; sei gereinigt. Mk 1:41

Als wahrer Diener Gottes handelt Jesus jedoch nicht nur in äußerlichem Gehorsam und äußerlicher Machtausübung, sondern Er ist „innerlich bewegt“[8]. Sein Herz, ja Sein ganzes Inneres, war angesichts des Elends, das durch die Sünde hervorgerufen wurde, zutiefst ergriffen und bewegt. Seine Heilungswunder und sonstigen Wohltaten waren nie bloße Erweisungen der Macht Gottes, sondern offenbarten zugleich immer das herzliche Mitleid und Erbarmen eines vollkommenen Dieners. Arend Remmers

📲 Link zum heutigen Impuls