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Mt Kap. 04

✝️ Versuchung Jesu M 4, 1-11

Mk 1,12-13, Lk 4, 1-13

Wie triumphierte der Herr? Der Mensch Christus Jesus besiegte den Feind einfach durch das Wort Gottes, nicht als der allmächtige Gott, sondern als der demütige, abhängige und gehorsame Mensch. Ein Mensch wurde in die Gegenwart des Teufels gestellt und besiegte diesen vollständig, nicht durch die Entfaltung göttlicher Macht, auch nicht mit irgendeiner anderen Waffe, sondern einfach durch das Wort Gottes, das in seinem Herzen und in seinem Mund war.


Danach wurde Jesus vom Geist Gottes in die Wüste geführt, wo er den Versuchungen des Teufels ausgesetzt sein sollte. Mt 4:1

Jede Versuchung stellt für dich eine Gelegenheit dar, richtig zu handeln. Handelst du richtig, wirst du ein wenig mehr wie Jesus, der selbst auch in Versuchung geführt worden ist. Gott bringt die Frucht des hl. Geistes (Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit ….) in deinem Leben hervor, indem er dir erlaubt, in Situationen zu geraten, in denen du in Versuchung kommst, genau das Gegenteil auszuleben (Haß, Traurigkeit, Unfrieden.. ..). Zum Beispiel lehrt Gott uns Liebe, indem er einige wenig liebenswerte Menschen in unser Umfeld stellt. Mittlerweile bin ich für diese Menschen sogar dankbar, sie sind für mich zu Übungsplätzen der Liebe geworden.

Meine Versuchungen waren die Reifeprüfung meines Lebens. Luther


Danach wurde Jesus vom Geist Gottes in die Wüste geführt, wo er den Versuchungen des Teufels ausgesetzt sein sollte. Mt 4:1

Nach der Taufe wird Jesus vom Geist in die Wüste geführt. Die Wüste ist ein Bild für das Ringen mit Gott. Kern aller Versuchungen ist das Beiseiteschieben Gottes. Die Quelle aller Versuchungen ist dabei das unbeständige Herz und das geringe Vertrauen zu Gott. Niemand ist zeitlebens vor Versuchungen sicher. Wir stehen immer wieder im Kampf zwischen Gut und Böse. Wir müssen uns stets aufs Neue entscheiden. Dem Bösen widersagen, sich hinkehren zum Guten, das vermögen wir nicht aus uns selbst. Das geht nur mit Gottes Hilfe. Darum antwortet Jesus auf jede Versuchung mit einem Wort Gottes.

Nach der Taufe wurde Christus versucht. Dadurch zeigt er, dass uns nach unserer Taufe Versuchungen bevorstehen. Theophylactus


Wenn du Gottes Sohn bist, dann befiehl doch, dass diese Steine zu Brot werden! Mt 4:2-3

Die erste Versuchung besteht darin, aus Steinen Brot zu machen. Es ist die Versuchung, alles für uns nutzbar zu machen. Alles muss uns dienen. Das bezieht sich nicht nur auf das Essen, sondern auch auf unsere Beziehungen. Auch diese sollen oft etwas bringen. Und in unserer Beziehung zu Gott, neigen wir dazu, ihn für uns zu benutzen. Alles muss etwas bringen, selbst das Gebet. Wir erwarten von ihm, dass er uns Wohlbefinden vermittle. Gott dient dann uns, anstatt dass wir ihm dienen. Jesus verweist in seiner Antwort auf den wahren Grund, aus dem wir leben: auf das Wort Gottes, das uns wahrhaft nährt. Über dieses Wort können wir nicht verfügen, sondern es spricht uns von außen an, damit wir ihm gehorchen und ihm dienen.

Der Mensch lebt nicht allein von Brot, sondern von allem, was Gott ihm zusagt! Mt 4:4


Wenn du Gottes Sohn bist, dann spring hinunter, in der Schrift steht doch: Gott wird dir seine Engel schicken. Sie werden dich auf Händen tragen, so dass du dich nicht einmal an einem Stein stoßen wirst! Mt 4, 5-6

Es ist die Gefahr, dass wir unsere Fähigkeiten nur dazu gebrauchen, um vor anderen gut dazustehen, andere zu übertreffen, sie in den Schatten zu stellen, indem wir uns selbst im Rampenlicht sonnen. Es ist die Versuchung, sich selbst interessant zu machen und sich über die anderen zu stellen, sich durch ein spektakuläres Wunder groß hervor zu heben. Innerlich stehen wir ständig auf der Bühne und überlegen uns, wie wir am meisten beklatscht werden könnten. Es geht aber nicht darum, sich die Gunst der Menschen zu verschaffen. Wir dürfen Gott nicht missbrauchen um das eigene Selbstwertgefühl zu steigern. Es ist der Hochmut, durch die man in die Tiefe hinabstürzt. Wir sollen Gott nicht prüfen, indem wir ihn in unsere eigenen Vorstellungen pressen. Wir sollen Gott Gott sein lassen und ihm dienen.

Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern! Mt 4:7


Schließlich führte ihn der Teufel auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer ganzen Pracht. Das alles gebe ich dir, wenn du vor mir niederfällst und mich anbetest, sagte er. Mt 4:8-9

Sie ist die radikalste Versuchung. Der Satan bietet Jesus alle Reiche der Welt an, alle Herrlichkeit und Herrschaft, wenn er niederfällt vor ihm und ihn anbetet. Jesus wehrte die Versuchung der Macht ab, indem er auf die Anbetung Gottes verweist. Nicht Macht und Geld sollen wir anbeten, sondern Gott, ihn allein. Alles andere ist Götzendienst. Nur wenn wir vor Gott niederfallen, werden wir wahrhaft Mensch, erweisen wir uns als wahre Söhne und wahre Töchter Gottes.

Weg mit dir, Satan, denn es heißt in der Schrift: Bete allein den Herrn, deinen Gott, an und diene nur ihm! Mt 4:10


✝️ Erstes Auftreten Jesu Mt 4,12-25


Mk 1,14-20; Lk 4,14-15; Joh 4,43-45

Folgt mir nach! Mt 4:19

Jesu trägt heute seinen Jüngern auf: Folgt mir nach!Das ist der Kern einer christozentrischen Spiritualität: Jesus kennen und lieben lernen und Gottes Liebe im Apostolat weitergeben. Man kann diese Punkte als Stufen ansehen, die nacheinander beschritten werden müssen, doch sind sie wohl eher als ein Tanz mit Gott zu verstehen: Wir müssen unseren Teil dazu beitragen, indem wir uns auf Gott einlassen, aber Gott führt uns. Je mehr wir von unserer Unwilligkeit loslassen, desto schöner wird der Tanz und desto mehr Spaß macht er. Dadurch, dass wir ihm die Führung mehr und mehr überlassen, können wir Gott ganz persönlich kennenlernen, wie er sich bewegt, wie er uns führt. Das geht über jedes theoretische Wissen hinaus. Und letztlich ist es so: Wer sieht, wie ein Paar wunderschön und liebevoll tanzt, sehnt sich auch nach einer solchen Verbindung. Wenn die Sehnsucht geweckt ist, fehlt manchmal nur eine kurze Frage: Willst du auch mal mit Gott tanzen?


Folgt mir nach, und ich will euch zu Menschen­fischern machen! Mt 4:19

Jetzt gilt nur: Folgt mir nach! Wir können nicht unser Leben lang auf den Ruf Gottes warten, um Großes zu tun. Wir überhören häufig im täglichen Leben die einfachen Rufe; die Rufe nach Nächstenliebe unserer Familie und den Freunden gegenüber, dem Ruf mehr Geduld mit unseren Kindern zu haben, oder den Ruf, sich um den hilfsbedürftigen Nachbarn zu kümmern. Sei großzügig in kleinen Diensten, und du wirst großzügig in großen Diensten sein.


Jesus forderte sie auf, mit ihm zu kommen. Und sofort ließen sie das Boot und ihren Vater zurück und folgten Jesus. Mt 4:21‭-‬22

Wahrlich, wenn der Herr in dein Leben kommt, ist das alles andere als langweilig, nicht im Sinne großer Erscheinungen oder überhöhten Adrenalin-Erlebnissen, sondern im Erscheinen und Wirken in unserem Kleinen des Alltags. Ja: Gott kommt in jedem Augenblick. Schärfe deinen Sinn, dieses stete Kommen Gottes in dein Leben wieder ganz neu wahr zu nehmen. Dieses Kommen Gottes ist stets ein Abenteuer, ein andauernder Advent. Der Herr fordert dich immer neu, mit ihm zu kommen.


Ohne zu zögern, verließen sie das Boot und ihren Vater und gingen mit Jesus. Mt 4:22

Sie verließen alles. Die Antwort der Apostel war heroisch. Sie folgten sofort, voll Freude und mit ganzem Herzen. Wie ist meine Einstellung zu Gottes Willen in meinem Leben? Er teilt mir seinen Willen durch die Gebote und Gesetze der Kirche sowie durch die Anweisungen meiner Eltern und Vorgesetzten mit. Antworte ich selbstlos? Oder überlege ich erst was es mich kostet und lehne erst einmal ab, bevor ich ihm folge? Was springt für mich dabei heraus? Ich erreiche die ewige Herrlichkeit nur, wenn ich ihm großzügig folge.


Jesus heilte sie alle. Mt 4:2

Jesus predigt mit mehr als nur Worten. Unser Herr Jesus ging umher und tat nur Gutes: er heilte Kranke, tröstete die Einsamen, vergab den Sündern und predigte das Evangelium. Unser Glaube sagt uns dies, und wir sehen es vor unseren Augen, wenn wir das Evangelium lesen. Aber begegnen wir dem Herrn wirklich wie jene, die seinen Weg vor 2000 Jahren kreuzten? Ich kann diese Frage beantworten, wenn ich mein Leben betrachte: Lebe ich mehr und mehr wie Christus oder nicht? Schätze ich alles Gute, das Christus in meinem Leben getan hat und danke ich ihm dafür? Will ich von ganzem Herzen immer mit Christus zusammen sein, auf der Erde wie im Himmel? Wo mein Herz ist, da ist auch mein Schatz. Wie Christus bin ich berufen, mit mehr als nur Worten zu predigen.

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