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Mt Kap. 03

Matthäus-Ev. Kap. 3


✝️ Johannes der Täufer

Johannes der Täufer 3,1-12 (Mk 1,1-8, Lk 3,1-20)

Tut Buße! Mt 3,2

Unter Buße versteht man jene Reue, durch welche man die begangenen Sünden verwirft und verabscheut und sich zugleich vornimmt, das Unrecht wieder gut zu machen. Die vollkommene Buße hat zwei verschiedene Wirkungen: Kraft ihres Reueschmerzes und ihres Abscheues vor der Sünde trennt sie uns von der Sünde und Kraft des Liebesmotives versöhnt und vereinigt sie uns mit unserem Gott, von dem wir uns durch Mißachtung seiner Gebote getrennt hatten. Insofern sie uns daher als Reue von der Sünde entfernt, insofern vereinigt sie uns mit Gott. Der Antrieb zur Vereinigung in der Liebe wurzelt im Wohlgefallen, während der Antrieb zur Vereinigung in der Buße im Mißfallen wurzelt.

Der Büßer trauere immerzu, aber er erfreue sich immer seiner Traurigkeit. Augustinus


Tut Buße! Mt 3,2

Es gibt eine gottgefällige Traurigkeit und zwar die der Sünder, wenn sie Buße tun. Die Traurigkeit einer echten Buße aber sollte eigentlich nicht Traurigkeit genannt werden, sondern Mißfallen am Bösen. Es sollte eine Traurigkeit sein, die nicht niedergeschlagen macht, die den Geist nicht lähmt, sondern ihn tätig, rege und bereitwillig macht. Eine Traurigkeit, die das Herz nicht niederdrückt, sondern es veranlaßt, sich immer wieder in eifervoller Andacht zu Gott aufzuschwingen. Eine Traurigkeit, die selbst mitten in den Bitternissen immer die Süßigkeit eines unvergleichlichen Trostes hervorbringt.


Kehrt um zu Gott! Denn Gottes himmlisches Reich ist nahe. Mt 3,2

Umkehr ist unser täglich Brot, 365 Tage im Jahr. Echte Umkehr geht stets tief ins Herz, beginnt mit dem Schrei der Seele, die Gottes Barmherzigkeit sucht. Echte Umkehr ist sich der eigenen Grenzen bewusst und weiß, dass letztlich nur Gott uns Umkehr schenken kann, allein was er braucht ist unser ja, unser offenes Herz, dass er in uns wirken kann. Wir leben ja in dem Glauben, dass Gott tatsächlich zu keiner Zeit seine Kinder verlässt, er vergißt sie nie. Er steht über uns und vermag uns mit seiner Macht zu retten.


Macht den Weg frei für den Herrn! Räumt alle Hindernisse weg! Mt 3:3

Was sind unsere Hindernisse? Es sind letztlich die Hindernisse im eigenen Herzen. Folgen wir unserem Herrn, dann hilft er uns, unsere Egoismen zu besiegen, unsere Ansprüche einzuschränken und das, was uns bedrückt, zu bewältigen. Wie schon gestern benannt: das einzigste, was Gott von uns braucht ist unser ja. Erneuern und stärken wir in der dieser Adventszeit dieses Ja zu Gott und sagen nein zu allem, was uns von ihm wegzieht. Denn nur wenn wir unserem oft verhärteten Herzen entsagen, werden wir frei sein durch ihn, so dass neues Leben durch ihn in uns aufkeimt. Was für ein Geschenk! Die Antwort auf dieses Geschenk sind wir selbst: unsere Zeit, unser Gebet, unser Verbundensein mit Christus, der für uns leidet, stirbt und aufersteht.


Zeigt durch Taten, dass ihr wirklich zu Gott umkehren wollt! Mt 3:8

Bringt Früchte der Umkehr. Gebt dem heiligen Geist in euch Raum. Die Früchte des Geistes sind: Friede, Freude, Gerechtigkeit und vor allem und an erster Stelle die Liebe. Die Liebe im Sinne Jesus besteht darin, dass ich auch den Mitmenschen, den ich zunächst gar nicht mag oder nicht einmal kenne, von Gott her liebe. Das ist nur möglich aus der inneren Begegnung mit Gott heraus, die Willensgemeinschaft geworden ist und bis ins Gefühl hineinreicht. Dann lerne ich, diesen anderen nicht mehr bloß mit meinen Augen und Gefühlen anzusehen, sondern aus der Perspektive Jesu Christi heraus. Sein Freund ist mein Freund. Ich sage zu ihm Ja, weil Christus zu ihm Ja sagt. Ich sehe mit Christus und kann dem anderen mehr geben als die äußerlich notwendigen Dinge: den Blick der Liebe, den er braucht.


Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, sodass ich nicht würdig bin, ihm die Schuhe zu tragen. Mt 3:11

Christus kam vom Himmel auf unsere Erde, damit wir ihn sehen konnten. Johannes sagte, dass er es nicht wert sei, sich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Weil er demütig war, erkannte Johannes, wer er selbst war und wer Jesus war. Wir neigen dazu, uns selbst in Gedanken und Handlungen über andere zu erheben. Solange wir dies nicht erkennen, werden wir unseren Herrn nicht verstehen. Er hat sich selbst erniedrigt und unsere niedrige menschliche Natur angenommen, damit wir die Würde des Menschen und die Heiligkeit Gottes, der sich so erniedrigte, erkennen können. P. Roderick Ermatinger LC


Der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen. Mt 3:11

Am Tag deiner Taufe hat Gott dich in seine Heiligkeit hineingezogen. Du wurdest als Sohn oder Tochter des himmlischen Vaters angenommen. Du wurdest in Christus eingegliedert. Durch die Taufe werden wir in den mystischen Leib Christi eingegliedert, wir sterben und auferstehen mit Ihm. Der sich aus der Taufe ergebende Auftrag besteht darin, auf Jesus zu hören, das heißt an Ihn zu glauben, Ihm fügsam zu folgen und seinen Willen, den Willen Gottes, zu tun.

Die Taufe ist der Anbeginn des geistlichen Lebens und das Tor zu den Sakramenten. Thomas von Aquin


Da kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Mt 3:13

Der Bericht von der Taufe Jesu zeigt den Weg der Erniedrigung und Demut, den der Sohn Gottes freiwillig gewählt hat, um dem Plan des Vaters zu folgen, um seinem Liebeswillen im Hinblick auf den Menschen in allem gehorsam zu sein, bis hin zum Kreuzesopfer. Erwachsen geworden, beginnt Jesus seine öffentliche Sendung, indem er sich zum Jordan begibt, um von Johannes eine Taufe der Buße und Umkehr zu empfangen. Es geschieht das, was in unseren Augen paradox erscheinen könnte. Braucht Jesus Buße und Umkehr? Sicherlich nicht. Und doch reiht sich gerade er, der ohne Sünde ist, unter die Sünder ein, um sich taufen zu lassen, um diese Geste der Buße zu vollbringen Jesus will sich auf die Seite der Sünder stellen, indem er mit ihnen solidarisch ist und die Nähe Gottes zum Ausdruck bringt. Jesus zeigt seine Solidarität mit uns, mit unserer Mühe, uns zu bekehren, unsere Egoismen hinter uns zu lassen, von unseren Sünden loszukommen, um uns zu sagen, daß er – wenn wir ihn in unser Leben aufnehmen – fähig ist, uns wieder aufzurichten und zur Höhe Gottes, des Vaters zu führen. Benedikt XVI

Die Taufe Jesu im Jordan ist eine Vorwegnahme seiner Bluttaufe am Kreuz


Jesus erwiderte: Lass es jetzt so geschehen, denn wir müssen alles tun, was Gott will. Da gab Johannes nach. Mt 3:15

Den Willen des Vaters erfüllen. Johannes wollte Jesus nicht taufen, weil er wusste, dass Jesus nicht wie die anderen war. Aber Jesus stellte klar, dass diese Taufe Teil des Heilsplans des Vaters war; dieser Plan war die treibende Kraft in seinem Leben. In Jesus war kein Stolz, der seinen Gehorsam hätte verhindern können. Vielmehr war der Wille des Vaters die Nahrung für sein Leben. „Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen.“ (Joh 4,34). Was ist die Speise meines Herzens? Wenn es nicht der Wille des Vaters ist, kann der Stolz unmerklich mein höchstes Ziel werden.


Gleich nach der Taufe stieg Jesus wieder aus dem Wasser. In diesem Augenblick öffnete sich der Himmel über ihm, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabkommen und sich auf ihm niederlassen. Mt 3:16

Ein Segen des Vaters. Der Himmel antwortete auf den Gehorsam Christi. Dieser Augenblick deutet die endgültige Öffnung des Himmels für die Erlösung der Menschheit an, die durch das Opfer Christi auf Golgatha vollbracht wurde. Der Kern des Opfers ist die Übung des Gehorsams, und Gehorsam ist ohne Demut unmöglich. Jesus war Johannes dem Täufer gegenüber demütig. Der Vater sah seinen Gehorsam und ruft den Menschen zu: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“ Auf ihn zu hören bedeutet, seinem Beispiel zu folgen.


Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser; und siehe, da öffnete sich ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen. Mt 3:16

Was geschieht im Augenblick der Taufe Jesu durch Johannes? Angesichts dieser demütigen Geste der Liebe von seiten des Gottessohnes öffnet sich der Himmel, und der Heilige Geist offenbart sich sichtbar im Bild der Taube, während eine Stimme aus der Höhe das Wohlgefallen des Vaters zum Ausdruck bringt, der den eingeborenen, geliebten Sohn anerkennt. Es handelt sich um eine wirkliche Offenbarung der allerheiligsten Dreifaltigkeit, die die Gottheit Jesu bezeugt und daß er der verheißene Messias ist, von Gott gesandt, um sein Volk zu befreien, damit es gerettet wird. Benedikt XVI

Und siehe, eine Stimme [kam] vom Himmel, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe! Mt 3:17


✝️ Taufe Jesu

Taufe Jesu 3,13-17 (Mk 1,9-11; Lk 3,21-22)

Da kommt Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen.‭ Mt 3:13

Die frühe Kirche nannte die Taufe „photismos = Erleuchtung“. In der Taufe kommen wir ins Licht. Da hellt sich unser Dasein auf. Wir bekommen neue Augen und erkennen die Wirklichkeit, wie sie wahrhaft ist, unsere eigene Wirklichkeit, aber auch die der Welt. Johann Baptist Metz, der politische Theologe, spricht von der Mystik der offenen Augen. Der indische Jesuit de Mello beschreibt einmal Mystik als Aufwachen zur Wirklichkeit. Lassen wir uns von Jesus unsere Augen öffnen, damit wir mit einem Blick der Liebe und der Hoffnung auf uns, auf unsere Mitmenschen und auf unsere Welt schauen. Wir können auf die Welt aber nur mit offenen Augen schauen, wenn wir daran glauben, dass die ganze Welt schon vom Licht Christi erleuchtet ist, das alles zu erhellen und zu heilen vermag. Anselm Grün

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