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Matthäus Kap. 28 ✔️

Matthäus Evangelium – Kapitel 28

Mt 28,1-7: Jesus ersteht vom Tod

Mk 16,1-8; Lk 24,1-12; Joh 20,1-10

Er ist auferstanden. Mt 28:6

Wir müssen erneut mit Kraft und Freude das Ereignis des Todes und der Auferstehung Christi verkünden. Es ist das Herz des Christentums, der tragende Mittelpunkt unseres Glaubens, der mächtige Antrieb unserer Gewissheit, der starke Wind, der alle Angst und Unsicherheit, jeden Zweifel und jede menschliche Berechnung vertreibt. Allein von Gott kann die entscheidende Veränderung der Welt kommen. Nur von der Auferstehung her versteht man das wahre Wesen der Kirche und ihres Zeugnisses, das nicht vom Ostergeheimnis getrennt ist, sondern vielmehr dessen Frucht, Offenbarung und Verwirklichung durch diejenigen ist, die den Heiligen Geist empfangen und von Christus ausgesandt werden, seine eigene Sendung fortzusetzen.

Mt 28,8-10: Jesus erscheint den Frauen

Da fielen sie vor ihm nieder. Mt 28:9

Wir schreiben Gott viele vollkommene Eigenschaften zu: gerecht, barmherzig, allmächtig. In Wirklichkeit gibt es aber bei Gott keine Vielzahl von Vollkommenheiten, sondern er selbst ist eine alleinige einzigartig einzige Vollkommenheit. Die Sonne ist nur ein einziges, sehr klares und über jede Farbe erhabenes Licht, das alle Farben erst sichtbar macht. So hat auch Gott keine der Vollkommenheiten, die wir ihm zuschreiben, sondern nur eine einzige, über alle Vollkommenheit erhabene Herrlichkeit, die allem anderen, was vollkommen ist, Vollkommenheit verleiht. Kein Geschöpf vermag dieser höchsten Herrlichkeit den ihr gebührenden Namen zu geben.

Mt 28,16-20: Missionsbefehl

Mk 16,15-18

Als sie ihn sahen, warfen sie sich anbetend vor ihm nieder. Etliche aber zweifelten. Mt 28:17

Halleluja! Jesus lebt! Mit der Auferstehung hat sich etwas völlig Unerwartetes ereignet. Es ist nicht einfach eine wiederbelebte Leiche. Das gab es schon vor der Auferstehung Jesus (z.B. Lazarus). Nein. Wesentlich ist, dass mit der Auferstehung Jesu nicht irgendein einzelner Toter wieder belebt wurde, sondern dass die Auferstehung Jesus uns alle angeht, weil sie für uns alle einen neuen Raum des Lebens bringt, des Mitseins mit Gott.

Christus ist in die Welt gekommen, dass wir uns an ihn klammern, dass wir uns von ihm hinreißen lassen in das ungeheuere Geschehen der Auferstehung. Bonhoeffer

Deshalb geht hinaus in die ganze Welt und ruft alle Menschen dazu auf, meine Jünger zu werden. Mt 28,19

Gott hat dich erlöst und dich mit ihm versöhnt, damit du anderen von ihm erzählst: Du bist berufen zur Mission, anderen davon zu erzählen, was Gott dir in deinem Leben bedeutet. Sicherlich nicht aufdringlich oder gar gewaltsam, aber doch authentisch, mutig und frisch. Gottes Botschaft weiter erzählen: Ich danke Gott stets dafür, wenn er mir Situationen schenkt, in denen ich anderen von meinem Glauben erzählen darf. Der Glaube ist keine Privatsache fürs eigene Kämmerlein, sondern er drängt nach aussen. Was hält dich davon ab, anderen von Gott zu erzählen? Gott möchte, dass du die gute Nachricht dort verbreitest, wo du gerade bist. Er ist das Licht, dass daszu ruft, weitergegeben zu werden.

Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Mt 28:19

Gott existiert als einer in den Personen von Vater, Sohn und Heiligem Geist. Es ist interessant, sich mal die Verschiedenheit der bildlichen Darstellungen der Dreifaltigkeit bewusst zu machen. Erstens sind da orthodoxe Ikonen, die sie als drei Männer oder Engel darstellen. Zweitens ist da das Dreieck, das mehr die Einheit betont. Drittens der Gnadenstuhl, bei dem Gott Vater Jesus am Kreuz in seinen Händen hält, darüber schwebt der Heilige Geist in Gestalt der Taube: wie die Taube immer zum Ursprung zurück findet, so bringt uns der Geist Gottes zu unserem Ursprung zurück, aus dem wir hervorgegangen sind.

Beim kleinen Kreuzzeichen zeichne ich mit dem Daumen ein Kreuz über Stirn, Mund und Brust. Das große Kreuzzeichen beginnt mit der Berührung der Stirn. Dabei denke ich an Gott Vater, dem Schöpfer der Erde und des Himmels. Dann berühre ich den Bauchnabel und denke an Christus, der für uns gestorben ist, uns erlöst hat. Zum Abschluss berühre ich die zwei Schultern und denke an den heiligen Geist, der unser Beistand ist, unsere Kraft. So ensteht die Form eines latainischen Kreuzes. Dieses Kreuzzeichen ist kein magisches Ritual, sondern es ist ein Bekenntnis, ein Glaube und Vertrauen an den dreifaltigen Gott.

Dreieiniger Gott, mache mein Herz fest und gründe es allein auf dich und auf deine Hilfe. Dann ist mir geholfen und ich will dir danken. Bonhoeffer

Im bin immer und überall bei Euch bis ans Ende dieser Welt. Mt 28,20.

Gott ist überall anwesend. Wie unsere Seele in unserem Leib ist, ohne dass wir sie sehen, so ist Gott in der Welt, ohne dass wir ihn sehen. Jeder kennt diese Wahrheit, sie zu erfassen ist immer wieder auch schwierig. Wir tun uns schwer, diese erhabene Wahrheit zu begreifen, dass Christus mit uns unterwegs ist, dass sein Ruf an uns sich täglich ereignet. Es hängt auch von uns ab, ob wir sensibel und bereit dafür sind, ihn und sein Wirken in der Banalität unseres Alltags, in unseren Beziehungen, in uns, in unserer Menschlichkeit, in der Schöpfung wahrzunehmen.