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Mt Kap. 21

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Matthäus-Evangelium Kap. 21


Einzug in Jerusalem Mt 21, 1-11

Mk 11,1-11; Lk 19,28-44; Joh 12,12-19


Euer König kommt zu euch. Und doch kommt er nicht stolz daher, sondern reitet auf einem Esel, ja, auf dem Fohlen einer Eselin. Mt 21:5

Jesus ist mein König: der Einzug auf einem Esel unterstreicht Jesus königlichen Anspruch, ein Königtum, das ganz anders ist: bescheiden und demütig. Jesus Weg führt ans Kreuz: Der Esel ist ein Lasttier. Jesu Weg ist ein schwerer Weg. Glauben bewahrt nicht vor Problemen, auch nicht vor Leid! Dennoch: Wer seine Last mit Jesus trägt, wird spüren, dass er zugleich Kraft zum Tragen schenkt. Jesus kommt zum Menschen durch mich: Lass mich dein Esel sein, Christus, auf dem du zu all diesen Menschen kommst. Bischof Helder Camâra


Viele Leute breiteten ihre Kleider als Teppich vor ihm aus. Mt 21:8

Für uns als geistliche Handlung bedeutet die Geste des Ausbreitens der Kleider folgendes: Wir dürfen und sollen unser Leben, unser ganzes Sein vor ihm ausbreiten. Auf das Geschenk seiner Lebenshingabe antworten wir mit dem Geschenk unserer selbst: unserer Zeit, unseres Gebetes, unseres tiefen, liebevollen Verbundenseins mit Christus, der für uns leidet, stirbt und aufersteht. Das Ausbreiten der Kleider war weiter die traditionelle Gebärde der Inthronisation des Königs. Jesus ist und kommt als König. Breite täglich neu dein Leben vor unserem König aus!


Viele Leute breiteten ihre Kleider als Teppich vor ihm aus, andere rissen Zweige von den Bäumen und legten sie auf den Weg. Mt 21:8

Der Palmsonntag ist das große Portal, das uns in die Karwoche eintreten läßt. Mögen besonders zwei Grundstimmungen diese Tage beherrschen: der Lobpreis, wie bei denen, die Jesus in Jerusalem mit ihrem „Hosanna“ empfangen haben, und der Dank, weil Jesus uns in dieser Karwoche von neuem das denkbar größte Geschenk machen wird: Er wird uns sein Leben schenken, seinen Leib und sein Blut, seine Liebe. Auf ein so großes Geschenk müssen wir in angemessener Weise antworten, das heißt mit dem Geschenk unserer selbst: unserer Zeit, unseres Gebetes, unseres tiefen, liebevollen Verbundenseins mit Christus, der für uns leidet, stirbt und aufersteht. Die Kirchenväter haben ein Symbol in der Geste gesehen, die Mäntel vor dem Herrn auszubreiten: Vor Christus müssen wir unser Leben, unser ganzes Sein ausbreiten, in einer Haltung der Dankbarkeit und der Anbetung. (Papst Benedikt XVI)


Hosianna dem Sohn Davids! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der ­Höhe! Mt 21:9

Wenn die Liebe in eine Seele einzieht, entblößt sie die Seele von allen menschlichen Wünschen und von selbstbezogener Wertschätzung, die ja dem Geist nicht weniger anhaftet, als die Haut dem Fleisch. Die Liebe beraubt die Seele schließlich auch der edelsten Anhänglichkeiten, damit wir mit umso mehr Ruhe, Reinheit und Einfalt nichts anderes lieben als das Wohlgefallen seiner göttlichen Majestät. Er hat uns durch seinen Tod das Leben geschenkt. Wir leben nur, weil er gestorben ist. Er ist für uns, unseretwegen und in uns gestorben. Unser Leben ist also nicht mehr unser, sondern es gehört dem, der es uns durch seinen Tod erworben hat. Wir dürfen also nicht mehr uns leben, sondern wir müssen ihm leben, nicht mehr in uns, sondern in ihm, nicht mehr für uns, sondern für ihn. Franz von Sales

Vivat Jesus! Es lebe Jesus! (Dieser Ausdruck war das Lieblingsherzensgebet des Franz von Sales.


Hosianna dem Sohn Davids! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der ­Höhe! Mt 21:9

Die Karwoche beginnt mit dem Einzug in Jerusalem, den wir am Palmsonntag feiern. Das ist keine historische Gedenkfeier, denn dieser Palmsonntag ist nichts Vergangenes, das wir nostalgisch sentimental schauspielerisch feiern, nein: wie der Herr damals auf dem Esel in Jerusalem einzog, so kommt er in der demütigen Gestalt von Brot und Wein immer neu zu uns. Die Kirche begrüßt den Herrn in der heiligen Eucharistie als den, der jetzt kommt, der in ihre Mitte getreten ist. Und sie begrüßt ihn zugleich als den, der immerfort der Kommende bleibt und uns auf sein Kommen zuführt. Wir gehen auf ihn zu. Er kommt uns entgegen.

Jesus hat unter uns gewohnt, er ist uns nahe gekommen, er hat uns berührt. Auch heute kommt er zu uns. Papst Franziskus

Jesus, der auferstandene Herr, ist ein mittragender Mitwisser meiner Kreuzwege. Paul Deitenbeck


Hosianna dem Sohn Davids! Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn! Hosianna in der ­Höhe! Mt 21:9

Wir müssen bereit werden, uns von Gott unterbrechen zu lassen.” (Bonhoeffer) Gott findet sich in diesen Unterbrechungen. Tod und Auferstehung des Herrn war die Unterbrechung schlechthin. Auch du findest Gott in deinen Unterbrechungen. Wir versuchen stets alles zu kontrollieren. Und dann läuft’s doch anders. Unterbrechung! Entweder kämpfen wir dann dagegen hat, nehmen nicht an, was ist oder lassen uns überrumpeln, weil wir dem Überrumpler, Gott selbst, trauen. Dieses Vertrauen beinhaltet eine Dunkelheit, die Dunkelheit der Karwoche in unserem Leben, in der wir nicht wissen, was und wie es kommt, wir nur schlicht und einfach sagen können: “Mir geschehe nach deinem Wort.” (Lk 1,38).

Tiefes Vertrauen lässt uns erahnen, dass wir trotz des Nichtwissens, trotz der Unterbrechungen und des Überrumpelt-Werden letztlich von seiner großen Liebe getragen sind. Das ist kontemplatives Leben: sich in seine Liebe fallen lassen. Es ist eher ein Lassen als ein Tun, eher ein Gehaltenwerden als ein Festhalten


Tempelreinigung Mt 21,12-17

Mk 11,12-19; Lk 19,45-48)


Dann ging Jesus in den Tempel, jagte alle Händler und Käufer hinaus, stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer um Mt 21:12

Hierum will Gott diesen Tempel ledig [frei, leer] haben, auf dass denn auch nichts weiter darin sei als er allein. Seht, alle die sind Kaufleute, die sich hüten vor groben Sünden und wären gern gute Leute und tun ihre guten Werke Gott zu Ehren, wie Fasten, Wachen, Beten und was es dergleichen gibt, allerhand gute Werke, und tun sie doch darum, dass ihnen unser Herr etwas dafür gebe oder dass ihnen Gott etwas dafür tue, was ihnen lieb wäre: dies sind alles Kaufleute. Das ist im groben Sinn zu verstehen, denn sie wollen das eine um das andere geben und wollen auf solche Weise markten mit unserm Herrn. Bei solchem Handel sind sie betrogen. Meister Eckhart


Mein Haus soll ein Bethaus genannt werden! Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht! Mt 21:13

Dieser innerste heilige Ort im Menschen kann verstellt sein durch allerlei Gerümpel, Geld, Besitz und weltliche Interessen. Böse und niedrige Gedanken können in uns so sehr die Oberhand gewinnen, dass für Gott kein Platz mehr ist. Der Mensch kann unter seiner Würde leben und das Heiligste vergessen, verdrängen, ausschließen. Wir können Gott zwar hinauswerfen. Gott aber geht nimmer in die Ferne. Wir können Gott vergessen, er vergisst uns nie. Er wartet auf uns. Suchen wir die Stille, das Gebet und den Nächsten, denn dort lässt er sich finden.


Im Gebet um alles bitten dürfen Mt 21,18-22

Mk 11,20-26


Juden stellen Autorität von Jesus infrage Mt 21,23-27

Mk 11,27-33; Lk 20,1-8


Gleichnis von den zwei Söhnen Mt 21,28-32


Gleichnis von den bösen Bauern Mt 21,33-36

Mk 12,1-12; Lk 20,9-19

Es war ein gewisser Hausherr, der pflanzte einen Weinberg, zog einen Zaun darum, grub eine Kelter darin, baute einen Wachtturm, verpachtete ihn an Weingärtner und reiste außer Landes. Mt 21:33

Ich beschränke mich heute auf den einen Satz: er ging außer Landes, und verbinde ihn mit dem Gedanken, daß wir Christen den Weinberg, in den der Herr uns gestellt hat, nicht verlassen dürfen. Die Aufgaben innerhalb des umzäunten Bereiches müssen unsere ganze Kraft in Anspruch nehmen: Wir werden in der Kelter arbeiten, wir werden uns nach des Tages Mühe im Turm ausruhen. Ließen wir uns von der Bequemlichkeit leiten, dann wäre es, wie wenn wir Christus entgegneten: Nun, meine Jahre gehören mir, nicht Dir; ich denke nicht daran, mich um Deinen Weinberg zu kümmern. Josemaria

Der Herr hat uns das Leben, unsere Sinne, unsere Fähigkeiten und zahllose Gnaden geschenkt; deshalb dürfen wir nicht vergessen, daß jeder von uns ein Arbeiter unter vielen anderen ist, und daß der Besitzer uns auf seinem Landgut angestellt hat, damit wir an der Aufgabe mitwirken, andere Menschen mit Nahrung zu versorgen. Der umzäunte Bereich ist der Ort unseres Wirkens; dort müssen wir arbeiten, Tag für Tag, und so zum Werk der Erlösung beitragen. Josemaria

Und reiste in ein anderes Land: Nicht indem er an einen anderen Ort ging, denn von keinem Ort kann Gott abwesend sein. Nur scheinbar geht er von dem Weinberg fort, damit den Winzer die Freiheit gegeben wird, so zu handeln, wie sie es wollen. Hieronymus


Als nun die Zeit der Früchte nahte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, um seine Früchte in Empfang zu nehmen. Mt 21:34

Die „erwarteten Früchte bestehen nur zu einem geringen Teil aus vorzeigbaren Leistungen. Vor Gott können auch leere und gebundene Hände – wie die ans Kreuz genagelten Hände seines Sohnes – „erfüllt“ und „fruchtbar“ sein. Vor ihm ist auch ein schweres Schicksal, eine unheilbare Krankheit, ja jedes tapfer getragene Leiden eine kostbare Frucht. So hat jeder und jede von uns seine und ihre Art geistiger Fruchtbarkeit. Bitten wir Gott, dass er uns erkennen und vollbringen lässt, was er von uns will und erwartet.


Aber die Weingärtner ergriffen seine Knechte und schlugen den einen, den anderen töteten sie, den dritten steinigten sie. Mt 21:35

Da sandte er wieder andere Knechte, mehr als zuvor; und sie behandelten sie ebenso. Mt 21:36

Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen! Mt 21:37

Der Gutsbesitzer, sprich Gott, dem der ganze Weinberg, sprich Israel, gehört, schickt wiederholt Knechte, sprich Propheten, zu den Winzern, damit diese ihm den Ertrag abgeben mögen. Die Winzer aber antworten nur mit Gewalt und Totschlag. Sie verweigern dem Gutsbesitzer nicht nur seine Früchte, schlimmer noch, sie schlagen, steinigen und töten seine Boten. Hat nun die Güte des Gutsbesitzers ein Ende? Ist es mit der Gnade Gottes vorbei? Nein! Der Gutsbesitzer sendet seinen eigenen Sohn mit der Hoffnung, dass sie diesen achten und die Früchte bringen, die er von ihnen erwartet.

Wer von uns, liebe Schwestern und Brüder, denkt an dieser Stelle nicht an das vierte Hochgebet der hl. Messe, in dem es sinngemäß heißt: „Als der Mensch Gottes Freundschaft verlor, hat Gott ihn dennoch nicht verlassen. Immer wieder hat er den Menschen seinen Bund angeboten, immer wieder seine Hand ausgestreckt, immer wieder Boten geschickt und die Menschen gelehrt, das Heil zu erwarten. Und seine Liebe war so groß, dass er seinen eigenen Sohn sandte, um zu retten, was verloren war, um die schuldigen Menschen zu erlösen!


Jesus spricht zu ihnen: Habt ihr noch nie in den Schriften gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen, und es ist wunderbar in unseren Augen? Mt 21:42

Jesus umschreibt diesen Tod mit einem neuen Bild aus dem Psalm: »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden …« (Mt 21,42; Ps 118,22). Aus dem Tod des Sohnes sprießt das Leben hervor, entsteht ein neuer Bau, ein neuer Weinberg. Er, der in Kana das Wasser in Wein verwandelte, hat sein Blut in den Wein der wahren Liebe verwandelt und verwandelt so den Wein in sein Blut. Im Abendmahlssaal hat er seinen Tod vorweggenommen und ihn in die Selbsthingabe, in einen Akt radikaler Liebe, verwandelt. Sein Blut ist Hingabe, ist Liebe und darum der wahre Wein, den der Schöpfer erwartete. Auf diese Weise ist Christus selbst zum Weinstock geworden, und dieser Weinstock trägt immer gute Frucht: die Gegenwart seiner Liebe zu uns, die unzerstörbar ist. Benedikt XVI


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