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Mt Kap. 18

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Matthäus-Evangelium Kap. 18


Rangstreit der Jünger Mt 18,1-6

Mk 9,33-37; Lk 9,46-48

Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in dieses Reich kommen. Mt 18:3

Solange die kleinen Kinder spüren, daß ihre Mutter sie an der Hand hält, gehen sie tapfer darauf los, tollen herum und geraten über kleines Stolpern, das von der Schwäche ihrer Füßchen herrührt, nicht außer sich. So gehen auch Sie tapfer Ihren Weg. Sie wissen, daß Gott Sie hält durch den guten Willen und Entschluß, den er Ihnen eingegeben hat, ihm zu dienen. Wundern Sie sich nicht über diese kleinen Erschütterungen und Stolpereien. Sie dürfen sich nicht darüber ärgern, vorausgesetzt, daß Sie sich von Zeit zu Zeit in seine Arme werfen und ihn liebevoll umarmen. Gehen Sie Ihren Weg fröhlich und mit möglichst aufgeschlossenem Herzen und wenn Sie schon nicht immer fröhlich gehen, so tun Sie es doch immer mutig und vertrauensvoll. Franz von Sales


Jesus warnt vor Versuchungen Mt 18,7-9

Mk 9,42-50


Warnung auf Menschen herabzusehen Mt 18,10-14


Über Umgang mit Gläubigen, der sündigt Mt 18,15-20


Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Mt 18,15

Sündigen heißt im Griechischen „hamartanein“, d.h. den Weg verfehlen. Wer seinen Weg verfehlt, der braucht einen, der ihm den Weg zeigt, einen Wegweiser. Der Wegweiser stellt sich nicht über den andern. Er begleitet ihn ein Stück weit, damit er den Weg zu dem Ziel findet. Es geht nicht um ein Gefälle: Ich bin nicht der Besserwisser und auch nicht der Tugendsamere. Ich bin genauso auf dem Weg wie der Irrende. Und auch ich kann mich auf meinem Weg verirren. Dann brauche auch ich Menschen, die mir den Weg zeigen. Nun gibt es freilich verschiedene Motivationen, dem Mitmenschen einen Fehler vorzuhalten, nicht selten geschieht es aus Kritiksucht, Groll oder Rechthaberei. Das wäre dann verkehrt! Zurechtweisung fällt nicht leicht, besonders bei Menschen, die uns sehr vertraut sind. Zurechtweisung sollte immer in Bescheidenheit und ohne Zorn geschehen. Aufgepasst – nicht hochmütig sein! Eine sanfte, gütige Zurechtweisung ist auch eine Form gelebter Nächstenliebe. “Sprich weder noch antworte noch denke nach noch geh umher noch tue irgendetwas sonst, ohne zuvor bedacht zu haben, ob es Gott gefällt und dem Nächsten zu Beispiel und Erbauung gereicht.” (Ignatius von Loyola)


Wenn dein Bruder oder deine Schwester Schuld auf sich geladen hat, dann geh zu dieser Person hin und stell sie unter vier Augen zur Rede. Wenn sie auf dich hört, hast du deinen Bruder oder deine Schwester zurückgewonnen. Mt 18:15

Und aus welchem Grund verbesserst du deinen Nächsten? Weil dir die Sünde, die er gegen dich beging, wehtut? Das soll nicht sein! Wenn du es nur aus Liebe zu dir selbst tust, tust du nichts Gutes; handelst du aber aus Liebe zu ihm, dann tust du sehr gut. Unser Herr mahnt uns, nicht gegenseitig über unsere Sünden hinwegzusehen. Er verlangt aber nicht, daß du nach etwas suchst, was du tadeln kannst, sondern daß du siehst, was du verbessern kannst. Wir sollen nämlich in Liebe zurechtweisen, und nicht weil wir begierig sind, dem anderen zu schaden, sondern weil wir ihn besser machen wollen. Wenn du darin nachlässig bist, dann bist du schlechter als der den du zurechtweisen sollst. (Augustinus)


Geh zu ihm und stell ihn unter vier Augen zur Rede. Mt 18:15

Lerne Störungen in den verschiedenen Lebensbereichen rechtzeitig anzusprechen und zu klären, um so Konflikten vor zu beugen. Wir können deswegen ausbrennen, weil wir Dingen zu lange ihren Lauf gelassen haben. Ergebnis ist oft eine Scheinharmonie und der schwellende Konflikt schlägt später umso stärker zurück. Lösungsorientiertes Denken ist da mein Lieblingswort. Häufig ist es meine eigene Überzeugung, dass eine Lösung unmöglich erscheint. Glaube dennoch an eine Lösung. Der Weg dahin geht nur über echte und klare Kommunikation, ob nun im Beruf, der Beziehung oder sonstwo und über das Gebet zum hl. Geist um Lenkung. Atme in mir heiliger Geist!


Gleichnis vom unnachgiebigen Schuldner Mt 18,21-35


Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal” Mt 18,21-22

Einander gerne vergeben ist nicht leicht vor allem, wenn wir eine schwere Beleidigung erlitten haben. Manche Menschen tragen anderen das Leben lang erlittene Kränkungen nach und werden dabei selber krank. Vieles kann uns beleidigen, uns Leid zufügen. Es kann ein kränkendes Wort sein, das alte Wunden in uns aufreißt. Jeder von uns hat seine empfindliche Stelle. Beleidigen kann auch ein Übergehen sein. Der andere beachtet uns gar nicht. Viele fühlen sich mit dem verzeihen überfordert. Seien wir uns im Klaren: nur in und mit Gottes Kraft ist uns das möglich. Und es ist oft ein langer Weg. Seien wir uns auch im Klaren: Wenn wir uns dem Weg der Vergebung komplett verweigern, gehen wir daran selbst kaputt. Wenn wir Vergebung dagegen richtig verstehen, ist sie nicht nur ein Werk der Barmherzigkeit dem Beleidiger gegenüber, sondern auch uns selbst gegenüber. Es tut uns selbst gut.


Da wandte sich Petrus an Jesus und fragte ihn: »Herr, wie oft muss ich meinem Bruder oder meiner Schwester vergeben, wenn sie mir Unrecht tun? Ist siebenmal genug? Nein, antwortete ihm Jesus. Nicht nur siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal . Mt 18:21‭-‬22

Bei der Vergebung geht es nicht um sentimentales Gutmenschentum, sondern um Leben und Tod. Darum sollen wir nach Jesus maßlos vergeben. Nicht dass wir dann als ach so tolle Menschen vor ihm da stehen und dadurch Gottes Lob und Anerkennung erwarten, sondern weil wir selbst uns aus den Fesseln der Verurteilung lösen, in der Vergebung selbst unseren Frieden finden. “Wo aber Vergebung ist, da ist Leben” (Luther). Jesus sagt nicht, dass Vergebung einfach ist und mal kurz und eben schnell geht. Der Weg zum Leben ist bisweilen eng und steinig. Lass dir vergeben und vergebe. Lebe!

Der Mensch hat zwei Berufungen in sich: eine ruft zum Leben, die andere zum Tod..Hildegard von Bingen


Da wandte sich Petrus an Jesus und fragte ihn: »Herr, wie oft muss ich meinem Bruder oder meiner Schwester vergeben, wenn sie mir Unrecht tun? Ist siebenmal genug? Nein, antwortete ihm Jesus. Nicht nur siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal . Mt 18:21‭-‬22

Reue ist eine Voraussetzung für Vergebung. Wer keine Erkenntnis der Schuld hat, der zeigt auch keine Reue. Wer keine Reue zeigt, dem kann auch nicht vergeben werden. Das deutsche Wort Reue meint ursprünglich traurig und betrübt zu sein, beschreibt also den seelischen Schmerz über etwas, das wir getan oder unterlassen haben mit dem Vorsatz, es zukünftig besser zu machen (=Buße). Reue bedeutet eine Veränderung des Herzens und die bewusste Entscheidung, umzukehren. Es geht nicht um eine oberflächliche und vorübergehende Umkehr, sondern um einen geistlichen Weg, der die Haltungen des Gewissens in der Tiefe betrifft und einen aufrichtigen Vorsatz zur Besserung verlangt. In wahrer Reue und in einem demütigen Herzen erst wird die Hoffnung auf Verzeihung geboren.

Die Reue ist innerlich im Herzen. Thomas von Aquin

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