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Mt Kap. 15

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Matthäus-Evangelium Kap. 15


Jesus lehrt über innere Reinheit Mt 15,1-20

Mk 7,1-23

Nicht das, was zum Mund hineinkommt, verunreinigt den Menschen, sondern was aus dem Mund herauskommt, das verunreinigt den Menschen. Mt 15:11

Wenn der Mensch sich verunreinigt, dann geschieht dies durch das Herz, den Sitz des Willens und der Entscheidungen. Nur unser Wille kann den göttlichen Plan stören und es ist notwendig, wachsam zu sein, damit dies nicht geschieht. Oft drängen sich uns Eitelkeit, Eigenliebe, Mutlosigkeit wegen fehlenden Glaubens und Ungeduld über nicht erreichte Ziele, etc. auf. Wie wichtig ist es daher, auf unser Herz und seine Regungen zu achten! Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist. Wenn unser Herz auf den Herrn Jesus und die Erfüllung Seines Willens ausgerichtet ist, wird auch unser äußerer Wandel ein Zeugnis für Ihn sein.

Rechte Absichten – du wirst sie haben, wenn du immer und in allem allein Gott zu gefallen versuchst» (Heiliger Josefmaria).


Doch was aus dem Mund herauskommt, kommt aus dem Herzen. Das macht den Menschen unrein. Mt 15:18

Worte schaffen Erwartungen, denen wir uns unterwerfen. Ich sage “Ich kann nicht” und gebe damit meinem Unterbewußtseins den Befehl hilflos zu sein. Stattdessen kann ich bei der Anstrebung eines Zieles sagen: “Es ist schwer, aber ich tue mein Bestes.” Ich sage “Du Idiot! Alles machst du falsch!”, wenn ich einen Fehler gemacht habe und bringe mir damit bei, ein Versager zu sein, statt zu sagen: Ja das war ein Fehler, den ich der unerschöpflichen Barmherzigkeit Gottes übergebe. Es gehört zu unserer Verantwortung, uns selbst mit respektvollen und ehrlichen Worten zu unterstützen. Wir dürfen uns nicht länger einer verächtlichen und zynischen Sprache bedienen, denn unsere Sprache besitzt hypnotische Wirkung auf uns selbst und auf unsere Mitmenschen. Unseren Schwierigkeiten können wir mit Stärke und Geduld begegnen, innerlich gefestigt durch Gott. Heute will ich Bilder und Worte benutzen, die meinen Respekt vor mir selbst und vor anderen zum Ausdruck bringen.


Aber die bösen Worte, die ein Mensch von sich gibt, kommen aus seinem Herzen, und sie sind es, die ihn vor Gott unrein machen! Mt 15:18

Poimen sprach: Da ist ein Mensch, der scheint zu schweigen, aber sein Herz verurteilt andere. Ein solcher redet in Wirklichkeit ununterbrochen. Und da ist ein anderer, der redet von der Frühe bis zum Abend. Und doch bewahrt er das Schweigen, das heißt er redet nichts Nutzloses. Apophthegmata

Ich treffe immer wieder Menschen, die über alle Fehler anderer Menschen Bescheid wissen. Es ist unser aller Versuchung, dass wir lieber über die Fehler der anderen sprechen als die eigene Wahrheit anzuschauen. Es geht um das innere Schweigen. Auch wenn wir äußerlich schweigen, sind wir in unserem Denken häufig beim Nächsten und bewerten und verurteilen ihn. Und auch wenn ich viel rede, kann ich in Wirklichkeit schweigen, weil ich zu den Menschen spreche und nicht urteile. Das Sprechen kommt aus dem Schweigen und ist daher kein Gegensatz zum Schweigen. Es ist frei von Bewertungen und Urteilen. Das ist für Poimen ein wichtiges Kriterium für das Schweigen: dass unsere Gedanken über andere verstummen. Anselm Grün


Jesus treibt Dämon aus Mädchen aus Mt 15,21-28

Mk 7,24-30

Er aber antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden vorwirft. Mt 15:26

Sie aber sprach: Ja, Herr; und doch essen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen! Mt 15:27

Die Frau in dieser Episode zieht sich nicht beleidigt zurück, nachdem sie von Jesus wenig charmant mit den Hunden verglichen wird. Sie nimmt ihre niedrige Position einfach als Tatsache von ihm an, bleibt aber bei ihrem Ziel, dass Jesus ihre Tochter befreien soll. Damit ist sie ein leuchtendes Beispiel für uns alle, unsere Aufgaben in der Kirche nicht mit der Wertschätzung für unsere Person zu verbinden. Manchmal höre ich bittere Bemerkungen von Ehrenamtlern über fehlenden Dank oder fehlende Bezahlung, und manch einer legt deswegen sein Amt nieder. Leider kommt man damit nicht zum Ziel. Nur weil die Frau völlig ziel- und sachorientiert ist, erreicht sie die Heilung ihrer Tochter. Dorit Wilke-Lopez

Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Frau, dein Glaube ist groß; dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an. Mt 15:28


Jesus heilt viele Menschen Mt 15,29-31

Mk 7,31-37


Viertausend Menschen werden satt Mt 15,32-39

Mk 8,1-10

Ich bin voll Mitleid mit der Menge. Mt 15:32

Jesu ganzes Leben drückt dieses Mit-Leid Gottes aus. Gott leidet mit, wenn wir leiden, im griechischen Urtext steckt in diesem Wort der Wortstamm für „Eingeweide“, das heißt, unser Leid geht ihm unter die Haut, er spürt es tief in seinem Innern. Auch meine Schwierigkeiten und mein Leid heute wird er mit-fühlen und mitleiden. Der Schöpfer des Universums leidet mit mir mit! Das ist so groß, das muss man erst einmal „sacken“ lassen. Dorit Wilke-Lopez


Sie aßen alle und wurden satt und hoben auf, was an Brocken übrig blieb, sieben Körbe voll. Mt 15:37

Sieben ist die Zahl für Fülle und Vollkommenheit. Jesus, öffne mich für dich. Öffne heute meine Augen für die Fülle in meinem Leben: für deine Geschenke und für deine mitleidige Nähe, wenn ich es schwer habe! Dorit Wilke-Lopez

Diese Menschenmenge, die soeben gegessen hat und satt geworden ist, nimmt die Brotreste nicht mit, sondern lässt sie von den Jüngern wieder einsammeln, und dieser Umstand lehrt uns, mit dem Notwendigen zufrieden zu sein und niemals etwas darüber hinaus zu verlangen. Beda Venerabilis


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