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Matthäus Kap. 14 ✔️

Matthäus Evangelium – Kapitel 14

Mt 14,1-12: Herodes lässt den Täufer töten

Mk 6,14-29; Lk 9,7-9

Daraufhin hatte Johannes ihm vorgehalten: Es ist nicht richtig, dass du die Frau deines Bruders geheiratet hast! Mt 14:4

Johannes hat sich ganz Gott und seinem Gesandten – Jesus – geweiht. Doch was ist am Ende geschehen? Er ist um der Wahrheit willen gestorben, als er den Ehebruch von König Herodes und Herodias anprangerte. Wie viele Menschen zahlen einen hohen Preis für den Einsatz für die Wahrheit! Wie viele aufrechte Menschen ziehen es vor, gegen den Strom zu schwimmen, nur um nicht die Stimme des Gewissens zu verleugnen, die Stimme der Wahrheit! Aufrechte Menschen, die keine Angst haben, gegen den Strom zu schwimmen! Papst Franziskus

Der König wurde betrübt; doch um des Eides willen und derer, die mit ihm zu Tisch saßen, befahl er, es zu geben. Und er sandte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten. Mt 14:9‭-‬10‬‬

Diese Bibelstelle, in der wir über derartig ungeheuerliche Ereignisse erfahren, sollte uns lehren, wie wichtig es ist, uns von unseren Sünden abzukehren, solange noch Zeit dazu ist und was geschehen kann, wenn wir immer wieder den Ruf zur Umkehr ignorieren. Irgendwann können unsere sündigen Neigungen zu festen Verhaltensmustern werden, die wir nicht mehr abzuschütteln vermögen. Es ist besser, das Steuer frühzeitig herumzureißen, als weiter in die verkehrte Richtung zu laufen und vor Gott unsere Schuld anwachsen zu lassen. Barmherziger Vater, schenke mir wahre Erkenntnis meiner Sünden, tiefe Reue und den festen Willen zur Umkehr. Lass mich ein liebender Jünger sein und Zeugnis davon geben. Ellen Petermann

Sein Haupt wurde auf einer Schüssel gebracht und dem Mädchen gegeben, und sie brachte es ihrer Mutter. Mt 14:11

Die letzte Ehre, die Christus einem treuen Apostel gewährt, der trotz aller Provokationen des Bösen um ihn herum stark in der Wahrheit geblieben ist, ist in gewissem Sinne eine volle Teilhabe am Mysterium des Paschamahles. Johannes begann seine Sendung mit dem Aufruf zur Buße und Bekehrung, er beschließt seine Sendung, indem er mit seinem Tod Zeugnis für die siegreiche Hoffnung gibt, die die Seligen in Christus besitzen.

Seine Jünger kamen herbei, nahmen den Leib und begruben ihn und gingen hin und verkündeten es Jesus. Mt 14:12

Die Jünger des Johannes beerdigten den Leib ihres Meisters mit allen Ehren und gingen dann zu Jesus, um ihm die Neuigkeit zu bringen. Sie konnten zu keinem Besseren gehen, um ihren Kummer und ihre Entrüstung loszuwerden. Auch hätten sie uns kein besseres Beispiel geben können. In Zeiten der Verfolgung, der Unterdrückung, des Leidens und des Kummers sollten auch wir zu Jesus gehen und es ihm sagen.

Mt 14,13-21: Speisung der 5000

Mk 6,30-44; Lk 9,10-17; Joh 6,1-15

Jesus aber sprach zu ihnen: Sie haben es nicht nötig, wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sprachen zu ihm: Wir haben nichts hier als fünf Brote und zwei Fische. Da sprach er: Bringt sie mir hierher! Mt 14:16-18

Der Herr versicherte ihnen, dass es nicht nötig sei, sie wegzuschicken. Warum sollten die Menschen den Einen verlassen, der seine Hand auftut und alles Lebendige nach seinem Wohlgefallen sättigt? Dann brachte er seine Jünger in Verlegenheit, indem er sie aufforderte: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie waren fassungslos: Wie sollten sie den Menschen etwas zu essen geben? Wir haben nichts hier als nur fünf Brote und zwei Fische. Sie hatten ganz vergessen, dass sie auch noch Jesus hatten. Geduldig sagte der Heiland: Bringt sie mir her! Das war ihre Aufgabe. MacDonald

Er sah zum Himmel auf, dankte, brach die Brote und gab sie den Jüngern. Die Jünger aber gaben sie dem Volk. Mt 14:19

Und sie aßen alle und wurden satt. Mt 14:20

Das Wunder ist eine geistliche Lektion für die Jünger jeder Generation. Die hungrige Menge ist immer da. Und es sind auch immer nur wenige Jünger mit scheinbar bemitleidenswerten Vorräten da. Und stets ist der mitfühlende Heiland da. Wenn die Jünger gewillt sind, das wenige, das sie haben, ganz hinzugeben, dann vermehrt er ihr Kapital, sodass alle satt werden. Wir sollten allerdings den Unterschied festhalten, dass der Hunger dieser fünftausend Männer in Galiläa nur für kurze Zeit gestillt war. Diejenigen jedoch, die sich heute von dem lebendigen Christus nähren, sind für immer gesättigt. MacDonald

Mt 14,22-33: Gang auf dem Wasser

Mk 6,45-52; Joh 6,16-21

Jesus selbst blieb zurück, denn er wollte erst noch die Leute verabschieden. Mt 14:22

Wenn wir einen Besuch verabschieden, umarmen wir uns oder geben einander fest die Hand und schauen uns an. Meine Frau bekommt zum Abschied einen Kuss. Das ist wichtig: Man will einander noch einmal spüren, noch einmal nahe sein. Auch mit den Verstorbenen machen wir das. Wir streicheln sie noch einmal, spüren die Nähe, erzählen von ihrem Leben. Wo immer möglich, sollten Abschiede (Todesfälle, Arbeitswechsel, Krankheit, Auszug aus dem Elternhaus u.v.m.) langfristig so gestaltet sein, dass wir das, was war, umarmen unabhängig in wieweit es emotional gefärbt ist. Das ist eine lebensbejahende, lebensannehmende Haltung.

Er stieg auf den Berg, um abseits zu beten. Und als es Abend geworden war, war er dort allein. Die Jünger waren schon weit draußen auf dem See, als ein Sturm heraufzog. Der starke Gegenwind peitschte die Wellen auf und machte dem Boot schwer zu schaffen. Mt 14:23-24

Welch Gegensatz. Hier Jesus allein auf dem Berg und ruhig im Gebet. Dort die Jünger allein gelassen im Boot auf dem See, verzweifelt gegen den Sturm ankämpfend. Der See symbolisiert unser gegenwärtiges Leben und die Unbeständigkeit der Welt. Der Sturm verweist auf jede Art von Schwierigkeit, die uns begegnet. Das Boot steht für die Kirche. Jesus sieht ihre Seenot und hilft dennoch erst einmal nicht. Es ist die große, manchmal wirklich bedrückende Frage, die Menschen stellen, die großes Leid, schwere Prüfungen erlitten haben: Wo war Gott in dieser Not? Warum nicht Hilfe jetzt und sofort. Auch wenn es oft keine Antwort auf diese Frage im konkreten Fall gibt, so gilt doch eines: Jesus will die Jünger dazu erziehen, mutig die Widrigkeiten des Lebens zu ertragen und dabei auf Gott zu vertrauen.

Ob Windstille oder Sturm, was kümmert es den Weisen? Er weiß, daß nichts von Dauer ist, daß hier nicht die Ruhestätte ist. In guten wie in schlimmen Tagen hält er unerschütterlich, beständig und entschieden an seinem Entschluß fest, nur nach dem Genuß ewiger Güter zu streben und zu verlangen. Franz von Sales.

Um die vierte Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. Mt 14:25

Als die Jünger ihn auf dem Wasser gehen sahen, waren sie zu Tode erschrocken. Es ist ein Gespenst meinten sie und schrien voller Entsetzen. Mt 14:26

Wieder stellt sich die Frage: Warum kam er nicht früher in seiner Hilfe? Bedenke: Während die Jünger sich in Seenot abmühen, ist Jesus nicht untätig. Er betet. Er betet auch für die Jünger. Er betet auch für uns in unserer Not. Er steht uns bei nicht allein durch die Tat, sondern durch das Gebet. Aber hilft das konkret? Wir können die Wirkung des Gebets nicht messen. Es hat vor allem mit Vertrauen zu tun. Immer kann ich darauf vertrauen, dass Gott helfen kann. Beten stärkt das Gottvertrauen. Und Gottvertrauen hilft, auch in den Stürmen des Lebens nicht mutlos zu werden, sondern an Jesus und seine Auferstehung zu glauben.

Die vierte Nachtwache meinte die frühen Morgenstunden. Das ist allerdings weit mehr als eine historische Zeitangabe, sondern vielmehr schon ein Fingerzeig auf die Auferstehung, die ebenso in den frühen Morgenstunden statt gefunden hat.

Jesus sprach sie sofort an: Habt keine Angst! Ich bin es doch, fürchtet euch nicht! Mt 14:27

Vor dem Sturmerlebnis steht in den Evangelien das Wunder der Brotvermehrung. Gerade noch waren die Jünger voller Freude und Verwunderung, nun im Sturm voller Angst. Wenn dies zusammen gedacht wird, ist es ein Bild für unser Glaubensleben. Eben haben wir z.B. eine überwältigende Glaubenserfahrung gemacht, sind voller Freude und Begeisterung, spüren Gott ganz nah, da vergeht nur kurze Zeit und wir stehen mitten im Sturm und geraten in die Dunkelheit schwieriger Situationen und Gottes Nähe scheint ganz fern. Und doch klingen in den Worten Jesu “Ich bin es” die gewaltigen Worte Gottes aus dem brennenden Dornbusch im Buch Exodus. Beten wir daher, daß wir inmitten so vieler Sorgen, Probleme und Schwierigkeiten, die das Meer unseres Lebens aufwühlen, im Herzen das beruhigende Wort Jesu erklinge, der auch uns zuruft: Habt Vertrauen, ich bin es, fürchtet euch nicht!

Da sprach er: Komm! Mt 14:29

Wenn Jesus ruft, meint er es ernst! Es gibt hier nur Gehorsam oder Ungehorsam. Sich auf sein Wort verlassen und nicht auf alle Sicherheiten der Welt. Der konkrete Ruf Jesu und der einfältige Gehorsam des Nachfolgers, der dann folgt und den ersten Schritt tut, darauf kommt es an. Nicht zurück, aber auch nicht in unübersehbare Fernen schaut der Mensch, der den Pflug führt, sondern auf den nächsten Schritt, den er tun muß. Rückblicke sind keine christliche Sache. Laß dahinten Angst, Kummer, Schuld. Du aber sieh auf den, der dir einen neuen Anfang gegeben hat. Bonhoeffer

Petrus sprach: Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, zu dir auf das Wasser zu kommen! Da sprach er: Komm! Und Petrus stieg aus dem Schiff und ging auf dem Wasser, um zu Jesus zu kommen. Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich, und da er zu sinken anfing, schrie er und sprach: Herr, rette mich! Mt 14:28-30

Jesus weiß um unseren bisweilen schwachen Glauben und so spricht er auch zu uns: Komm! Kraft der göttlichen Gnade und nicht aus eigener Kraft geht Petrus auf dem Wasser. So ist es auch bei uns. Ohne ihn sind wir zu nichts imstande. Dann fängt Petrus zu sinken an. Auch wir laufen Gefahr im Meer des Lebens unterzugehen, wenn wir uns innerlich von Jesus entfernen, unseren Blick nicht mehr fest an ihn heften, uns von Zweifel überwältigen lassen und seinen Worten nicht vertrauen. Wenn wir uns zu sehr auf unsere Probleme und Ängste fixieren (starker Wind), bekommen diese eine solche Macht, dass wir darin untergehen. Es ist dieses Gespaltensein zwischen dem Vertrauen auf den Herrn und dem angstvollen Starren auf die Gefahr, dass letztlich in jedem von uns steckt. Ich kenne das von mir sehr gut. Wir können uns die Worte von Petrus zu eigen machen: Herr rette mich

Dieses Ereignis ist ein Vorzeichen der Prüfung, die Petrus bei der Passion Christi durchmachen sollte. Als Jesus gefangengenommen wurde, hatte Petrus Angst und verleugnete ihn dreimal. Er wurde vom Sturm überwältigt. Als sich aber sein Blick mit dem Blick Christi kreuzte, erfaßte ihn Gottes Barmherzigkeit, ließ ihn in Tränen ausbrechen und richtete ihn nach seinem Sturz wieder auf.

Sofort streckte Jesus ihm die Hand entgegen, hielt ihn fest und sagte: Vertraust du mir so wenig, Petrus? Warum hast du gezweifelt? Mt 14:31

Es ist leicht zu sagen, dass wir Christus völlig vertrauen. Und doch gelingt es uns oft nicht völlig und wir vertrauen dann mehr auf uns und unsere Kraft. Daher lässt Gott durchaus auch Stürme in unserem Leben zu, die als Reinigung dienen und alles wegschwemmen, was nicht auf ihn baut. Hier dann reicht er uns die Hand, die hält und trägt. Allein aus eigenen Kräften bist du nicht imstande, dich zu erheben. Richten wir immer wieder unseren Blick auf ihn und strecken wir die Hände nach ihm aus. Lassen wir seine Hand uns ergreifen, dann werden wir nicht untergehen, sondern dem Leben dienen. Jesus sorgt weit mehr für mich, als ich selbst für mich sorgen kann. Wer nicht all seine Sorgen in seinen Schoß legt, der steht auf einem schwankenden Grund.

Dann stiegen beide ins Boot und der Sturm legte sich. Mt 14:32

Da fielen sie alle vor Jesus nieder und riefen: Du bist wirklich der Sohn Gottes! Mt 14:33

Wenn Jesus zu uns ins Boot kommt, legt sich der Sturm, vergeht die Unruhe, findet unser Herz zur Ruhe. Eine Herzensruhe, die durch den Sturm erprobt wurde. Denn eine Ruhe, die nicht durch den Sturm erprobt wurde, ist eine trügerische Ruhe. Jesus stellt uns nicht auf einmal auf die Spitze des Berges, sondern es ist ein ständiges Aufwärts- und Abwärtsgehen. Das Wachsen im Glauben hat niemals eine Grenze erreicht, genauso wenig wie eine Ehe mit der Trauzeremonie aufhört. Es ist ein Prozess täglich neuer Hingabe, täglicher Übung im Glauben und im Gehorsam. Glaube ist zuallererst Sich-Anvertrauen an Gott, eine lebendige Beziehung zu ihm. Im Glauben schwingt die ewige Gegenwart Gottes mit, die über die Zeit hinausreicht und dennoch von uns nur in unserem unwiederholbaren Heute aufgenommen werden kann.

Mt 14,34-36: Jesus heilt

Mk 6,53-56

Man brachte alle Kranken zu ihm. Mt 14:35

Um von Jesus berührt zu werden, braucht es offenbar Menschen, die einen zu ihm hinbringen. Welche Menschen in welchen Umständen bringen mich wohl heute zu Christus? Vielleicht sind das gerade die Menschen, die mich nerven oder verletzen – vielleicht soll ich gerade für sie beten und dadurch selbst näher zu Jesus gebracht werden. Seien wir gespannt! Und wen bringe wiederum ich heute näher zu Christus, und wodurch?

Alle, die ihn anrührten, wurden ganz gesund. Mt 14:36

Wenn Jesus jemanden berührt, wird er geheilt. Dies ist sicherlich immer ein Geschenk Gottes, eine Gnade. Aber offenbar sind wir zur Mitarbeit aufgerufen, damit diese Gnade wirksam werden kann.

Jesus, danke, dass du dich berühren lässt. Ich will dich bitten für (Namen einsetzen), lass ihn oder sie wenigstens ein bisschen von dir erfahren. Nimm mich als dein Werkzeug dazu, Herr. Und lass mich die Menschen erkennen, in denen du mir heute besonders begegnen willst.