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Matthäus Kap. 13 ✔️

Matthäus Evangelium – Kapitel 13

Mt 13,1-23: Gleichnis der vier Ackerböden

Mk 4,1-9; Lk 8,4-8

Siehe, der Sämann ging aus, um zu säen. Mt 13:3

Der Sämann ist unser Gottvater im Himmel. Die Saat, die er sät, ist das fleischgewordene Wort Jesus Christus. Auf vielfältige Weise kommt es zu uns: vor allem durch die Schrift, aber auch durch Worte anderer Menschen. Dieses Wort nun fällt auf unterschiedlichen Boden (Weg, Fels, Dornen, gute Erde), einzig allein um die Beschaffenheit dieses Bodens geht es hier. Der Boden ist ein Bild für das menschliche Herz ist. Vier Böden, vier Herzenszustände werden beschrieben, die einen unterschiedlichen Grad von Empfänglichkeit besitzen. Wir alle haben diese unterschiedlichen Böden in unserem Herzen. Dass möglichst viel Saatgut auf gute Erde fällt, liegt auch in unserer Verantwortung. Das ist der Kern des Gleichnisses.

Von außen muss die Hilfe kommen, und sie ist gekommen und kommt täglich neu in dem Wort von Jesus Christus. Bonhoeffer

Und als er säte, fiel etliches an den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es auf. Mt 13:4

Der Weg ist trocken und hart. Er steht für den Zustand meines Herzens in der geistigen Dürre, wo ich unempfänglich bin für das Wort. Wie harter Boden reagieren wir, wenn der Heilige Geist uns eingibt, was wir tun sollen, und wir diese Eingebungen nicht weiter beachten. Habe also acht, dass Gottes heutige Worte an dich nicht von den geschäftigen Füßen des Alltags zertreten werden oder von vorbeifliegenden Vögeln gefressen wird. Sammle dich. Suche Gott in dir und horche auf Ihn. Dies ist eine täglich neue Aufgabe. Aber genau das soll dein inneres Leben sein: beginnen und wieder beginnen.

Anderes aber fiel auf den felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte; und es ging sogleich auf, weil es keine tiefe Erde hatte. Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. Mt 13:5‭-‬6

Ein wenig Jesus geht nicht. Unsere Verwurzelung in ihm muss tief und immer tiefer gehen. Hingabe sowohl im Gebet wie in der Arbeit. Hingabe unseres ganzen Lebens. Nur so wird unsere Seele Ruhe finden. Mir persönlich hilft es, einen Gedanken, einen Bibelvers mit in den Tag zu nehmen als Wegbegleitung, die nährt. Hierzu Worte von Corrie ten Boom: Jesus Christus wird dich tiefer und tiefer heiligen, bis Jesus dein Alles ist. Er stellt uns nicht auf einmal auf die Spitze des Berges, sondern es ist ein ständiges Aufwärts- und Abwärtsgehen. Heiligung hat niemals eine Grenze erreicht, genauso wenig wie eine Ehe mit der Trauzeremonie aufhört. Es ist ein Prozess täglich neuer Hingabe, täglicher Übung im Glauben und im Gehorsam.

Die Saat geht auf, geht aber ein, weil die Wurzeln durch den Fels unter der Erde nicht genügend Wasser bekommen und so in der Hitze verdorren. Ein Bild dafür, wenn wir das Wort Jesus kurzzeitig begeistert aufnehmen, doch dieses Interesse ist nicht beständig und oberflächlich und so keine Wurzeln schlägt. In Zeiten der Anfechtung haben sie keine Ausdauer und lassen sich vom Windstoß eines kleinen Sturms in ihrem Glauben umwerfen.

Bin ich konsequent in der Vertiefung meiner Beziehung zum Wort Jesu? Ich richte meine Aufmerksamkeit auf ein tiefes geistiges Leben.

Anderes aber fiel unter die Dornen und die Dornen wuchsen auf und erstickten es. Mt 13:7

Der von Unkraut überwucherte Boden steht für ein Herz, dass sich von den Dingen dieser Welt zu sehr in Beschlag nehmen lässt. Da ist erstens das Dornengestrüpp der Sorgen. Wie häufig überfallen uns schon wegen Kleinigkeiten am Morgen die Sorgen. Statt sie Jesus abzugeben, grüble ich den ganzen Tag darüber nach und verhindere dadurch, dass das Wort Jesu in meinem Herzen wirken kann. Da ist zweitens das Dornengestrüpp der Verlockungen und die Gier nach allerlei weltlichen Dingen. Die Angebote dieser Welt überfluten das Herz und ersticken die Wahrheit von Gottes Wort.

Was beschäftigt mein Herz am meisten, wovon lebt mein Herz? Gegenüber welchen Anhänglichkeiten und Sorgen ist das Wort in meinem Leben der „Verlierer“?

Anderes aber fiel auf das gute Erdreich und brachte Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig und etliches dreißigfältig. Mt 13:8

Der fruchtbare Boden steht für das Herz, das hört im tiefsten Innern. Das Merkmal echten Glaubens ist das beständige Hören auf das Wort Gottes. Jesus, gib mir Deine Gnade, trotz meiner Geschäftigkeit, trotz dem Druck der Gesellschaft, trotz all der Sorgen und Begierden jeden Tag Zeit für Dein Wort zu finden. Hilf mir, es zu hören, es im Herzen zu bewahren, um 100fach Frucht zu bringen in meinem Leben!

Jesus ist das Wort Gottes. Alles, was Gott den Menschen zu sagen hat, ist: Jesus. Phil Bosmans

Jemand hört das Wort, doch die Sorgen dieser Welt und die Verlockungen des Reichtums ersticken es, und es bleibt ohne Frucht. Mt 13:22

Neugierde, Ehrgeiz, Unruhe, Unachtsamkeit u.v.m. sind die Ursache, daß wir tausendmal mehr Hindernisse als Werke, mehr Beschäftigungen als Aufgaben haben. Diese Trödeleien, diese überflüssigen Beschäftigungen, mit denen wir uns belasten, sind es, die uns von der Liebe zu Gott abziehen, nicht aber die eigentlichen Arbeiten in Familie und Beruf. Nehmen wir nicht wie ein Chamäleon die Farbe seines Aufenthaltsortes an, die Farbe unserer Arbeiten und Gespräche, sondern bleiben wir immer ganz mit Gott verbunden, immer weiß an Reinheit, rot an Liebe und immer voll von Demut. So lieben fromme Menschen die Liebe nicht minder, wenn sie sich den äußeren Notwendigkeiten zuwenden, als wenn sie beten. Ihr Schweigen und ihre Stimme, ihre Taten und ihre Beschauung, ihre Beschäftigungen und ihre Ruhe singen in gleicher Weise in ihnen das Lied ihrer Liebe.

Mt 13,24-30: Gleichnis Unkraut unter Weizen

Das Reich der Himmel gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Mt 13:24

Die Szene spielt sich auf einem Acker ab, auf den der Herr Weizen sät. Doch eines Nachts kommt der Feind und sät Unkraut. Die Knechte möchten das Unkraut sofort ausreißen, doch der Herr hindert sie daran mit der Begründung, dass sie zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen ausreißen würden. Es geht in diesem Gleichnis um das Problem des Bösen in der Welt und in uns und es geht um die Geduld Gottes. Der gute Samen ist Christus selbst. Wer ihn aufnimmt in den Acker seiner Seele, der wird zum guten Weizen heran wachsen und Frucht bringen.

Gottes himmlisches Reich kann man vergleichen mit einem Bauern und der guten Saat, die er auf sein Feld säte. Mt 13:24

Während aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. Mt 13:25

Jesus sät guten Samen auf das Feld. Das Feld ist unser Herz. Jesus sät Liebe in unser Herz. Wir wissen uns geliebt und können seine Liebe weitergeben. Wir haben Freude an der Gemeinschaft mit Gott, wir empfangen die Sakramente, lesen in der Bibel, beten. Wir tun Gutes und setzen uns für andere ein. Der Angst in den „Krisen“ unseres Lebens können wir mit Gelassenheit und Vertrauen auf Gott begegnen. Wenn die Früchte der Liebe in unserem Herzen heranreifen können, gleicht unser Herz einem reifen Weizenfeld. Ellen Charlotte Petermann

Als nun die Saat wuchs und Frucht ansetzte, da zeigte sich auch das Unkraut. Mt 13:26

Wie in jedem Garten und auf jedem Feld macht sich immer dort, wo das Gute wächst, auch gern hartnäckiges Unkraut breit. So auch in unserem Herzen: Zweifel, Angst, Anfechtungen, Trotz und vieles mehr wird es unter den guten Früchten in unserem Herzen immer wieder geben. Es ist nicht möglich, das Böse dauerhaft ganz aus unseren Herzen zu entfernen. Besonders in schwachen Momenten wird dieses „Unkraut“ eine Lücke finden, um wieder aufzukeimen. Das darf uns nicht erschrecken. Suchen wir Gott und seine Liebe, werden wir immer Hilfe und Vergebung finden. Ellen Charlotte Petermann

Das hat der Feind getan!  Mt 13:28

Mit den gleichen Ohren verstehen und missverstehen wir, mit ein und demselben Herzen vertrauen und misstrauen wir, mit den gleichen Händen bauen wir auf und reißen wir nieder, öffnen wir Türen und schlagen sie zu. Wir sind nicht eindeutig gut und nicht eindeutig böse. Der Zwiespalt, der Konflikt steckt in uns selbst, in jedem. Wir sind der Acker, in dem Unkraut und Weizen wachsen. Wenn Gott, der uns so viel Freiheit schenkt, wenn Jesus, der uns erlöst hat, uns das Leben in Ambivalenzen nicht nimmt, muss gerade das für etwas gut sein. Die alten Mönchsväter der Wüste wussten darum, dass gerade der unausweichliche Konflikt uns wachhält, dass das, was wir als Anfechtung erleben und womit wir ringen, uns schult im Umgang mit den Energien, die in uns stecken, unsere Kraft und Beharrlichkeit stärkt auf dem Weg des Heils. Noch ist nicht die Zeit der Ernte, noch ist Arbeitszeit.

Sollen wir hingehen und das Unkraut ausreißen? Mt 13:28

Wenn wir das Unkraut ausreißen möchten, würden wir den Weizen mit herausziehen. Dann würde gar nichts wachsen. Wir sollen nicht perfektionistisch auf unsere Fehlerlosigkeit fixiert sein, denn der Preis für diesen Perfektionismus ist die Unfruchtbarkeit. Allerdings dürfen wir das Unkraut auch nicht wuchern lassen. Er muss beobachtet, notfalls zurück geschnitten werden. Nur ausreißen können wir es nicht. Tief in unserer Seele ist eine Tendenz, alles Fehlerhafte in uns auszuradieren. Doch dann wird unsere Seele unfruchtbar, kann auch das Gute nicht mehr wachsen. Es braucht viel Geduld und Gelassenheit, um beides in uns gedeihen zu lassen. Anselm Grün

In dir wächst Weizen und Unkraut. Das Unkraut versuchen wir allzu oft vor anderen zu verbergen, um ein möglichst schönes Bild nach aussen ab zu geben, Schein und Sein, daraus können im Extremfall ganze Lebenslügen aufgebaut werden. Wer das Unkraut, das “Nicht-so-Schöne” in sich verdrängt, gerät in eine Sackgasse, denn es lässt sich nicht verdrängen. In uns wächst Weizen UND Unkraut. Das ist Fakt! Das Unkraut können und dürfen wir nicht negieren, sondern müssen es Gottes unbegreiflicher Barmherzigkeit hinhalten. Klar und für das Weizen können und dürfen wir ganzem Herzen und Verstand sagen: “Gott sei Dank!”

Nein, dabei würdet ihr ja den Weizen mit ausreißen. Mt 13:29

Unserer Ungeduld wird das geduldige Warten Gottes gegenübergestellt. Bisweilen haben wir es sehr eilig, zu urteilen, einzuordnen, hier die Guten, dort die Schlechten hinzustellen. Gott dagegen vermag zu warten. Er schaut auf den Acker des Lebens eines jeden Menschen voll Geduld und Barmherzigkeit. Er sieht den Schmutz und das Böse viel besser als wir, doch er sieht auch die Keime des Guten und wartet vertrauensvoll, dass sie heranreifen. Gott ist geduldig, er versteht zu warten. Wie schön ist das doch: Unser Gott ist ein geduldiger Vater, der uns immer erwartet, und er wartet offenen Herzens auf uns, um uns zu empfangen. Papst Franziskus

Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte. Die Ernte ist das Ende der Weltzeit. Mt 13:30; 39

Mt 13,33: Gleichnis vom Sauerteig

Das Reich der Himmel gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und heimlich in drei Scheffel Mehl hineinmischte, bis das Ganze durchsäuert war. Mt 13:33 

Augustinus deutet das Gleichnis so: Der Sauerteig steht für die Liebe und in ihr für jegliche andere Tugend. Die drei Scheffel Mehl sind der Mensch mit Herz, Seele und Verstand. Die Liebe soll also unser ganzes Dasein ergreifen, umwandeln, durchsäuern. Dort wo das Reich Gottes angenommen wird, gewinnt diese Liebe an Raum. Eine kleine Menge Sauerteig (=Liebe) kann einen riesigen Teig (=Mensch) verwandeln. Drei Scheffel Mehl war ein halber Zentner (ca. 36 Liter), eine unüblich große Menge für einen Privathaushalt. Das verdeutlicht die Kraft der Liebe, die sich ausdrückt im Glauben an den Menschen, an den guten Kern, an den göttlichen Funken, der in jedem ist. Die Liebe verwandelt die gewöhnlichen Taten unseres Alltags, indem es sie in Gottes Augen viel schöner macht.

Mt 13,31-32: Gleichnis vom Senfkorn

Mk 4,30-34

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern. Mt 13,31-32

Das Reich der Himmel gleicht einem Senfkorn. […] Dieses ist zwar von allen Samenkörnern das kleinste. Wenn es aber wächst, so wird es größer als die Gartengewächse und wird ein Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. Mt 13:32

Ich glaube, er will uns besonders zeigen, dass das Kleine und Verborgene den größten Wert vor ihm hat. Ein versteckter Akt der Liebe ist in seinen Augen groß, weil er immer aus einem reinen Herzen kommt. Die Gefahr, dass wir eigentlich nur handeln, weil wir gesehen werden oder man uns bewundert, wächst umso mehr, je größer und wichtiger die Dinge sind, die wir tun. Es kommt Gott aber nicht auf die Wichtigkeit unserer Projekte an, sondern auf die Liebe und die Reinheit, mit denen wir sie verfolgen. Daher sind es genau die Momente, die keinen interessieren und uns kein Lob einbringen, die wir aus reiner Liebe zu ihm vollbringen. Diese verborgen Taten der Liebe sind die Senfkörner in unserem Leben, aus denen das Reich Gottes wachsen wird. Nils Schäfer

Das Senfkorn ist ein Bild für unseren Glauben. Es ist klein, fast armselig, aber es birgt in sich die Potentialität des Wachsens. Es wächst langsam aber stetig. Alles, was im Glauben geschieht, lärmt nicht, wirkt im Verborgenen, aber immer mit einer großen Kraft. Wir müssen das Kleine und Unscheinbare in unserem “Tag-fürTag” immer wieder neu erkennen und uns nicht vom Großen und Lauten einlullen lassen. Dieses Kleine begegnet dir gerade im Alltag, unscheinbar aber dennoch mächtig in dir wirkend, so dass aus dem Senfkorn ein Baum entsteht, ein tiefer Glaube, der trotz der Stürme in deinem Leben tief verwurzelt da steht Im Wochenthema steht die Bedeutung und Wichtigkeit unseres Alltags im Mittelpunkt. Gott segne dich und deinen Alltag.

Beim ersten Hören klingt das Evangelium nicht gerade wahrscheinlich: daß ein Mensch Gott sei, daß Gott gestorben sei. Vergleiche diese Lehre mit den Lehrsätzen der Philosophen, ihren Büchern, ihrer glänzenden Beredsamkeit, ihren ausgefeilten Vorträgen: Da siehst du, wie viel kleiner die Saat des Evangeliums ist im Vergleich zu den übrigen Samenkörnen. Hieronymus

Das Senfkorn ist der Herr selbst, der im Garten begraben wurde, aber als großer Baum erstand. Ein Korn war er im Tod, ein Baum in der Auferstehung. Ein Korn in der Niedrigkeit der Menschennatur, ein Baum in der Macht seiner Majestät. Gregor der Große

Das Reich Gottes beginnt im Kleinen. Aus etwas scheinbar Unwichtigem wird etwas von großer Wichtigkeit. Das ist die Kraft des Glaubens, der klein beginnt, dann wächst und schließlich unser ganzes Leben durchdringt und uns in Jesus das Leben in Fülle bringt. In Jesu Bild vom Senfkorn kann ich die Kraft der Verheißung von aufblühendem Leben für mich wiederfinden, gerade in schwierigen Lebenssituationen. Die Vögel nisten in diesem Baum des Glaubens, d.h. seine Nützlichkeit geht weit über die eigenen Bedürfnisse hinaus. Es schützt und hilft anderen.

Das Senfkorn ist der Herr selbst, der im Garten begraben wurde, aber als großer Baum erstand. Ein Korn war er im Tod, ein Baum in der Auferstehung. Gregor der Große

Mt 13,33-35: Gleichnis vom Sauerteig

Das Reich der Himmel gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und heimlich in drei Scheffel Mehl hineinmischte, bis das Ganze durchsäuert war. Mt 13:33

Obwohl sie nur wenig davon unter eine große Menge Mehl mischt, ist am Ende alles durchsäuert. Mt 13:33

Das Gleichnis ist bedeutungsgleich mit dem Gleichnis vom Senfkorn. Das Reich Gottes beginnt sehr klein und unauffällig, aber dort wo es angenommen wird, gewinnt es an Raum. Drei Scheffel Mehl war ein halber Zentner (ca. 36 Liter), eine unüblich große Menge für einen Privathaushalt. Das unterstreicht, dass das Reich Gottes, trotz kleinen Beginns unbeschreibliche Ausmaße annimmt.Augustinus deutet das Gleichnis so: Der Sauerteig steht für die Liebe. Die drei Scheffel Mehl bezeichnen die drei Dimensionen des Menschen, mit denen er lieben soll: mit ganzem Herzen, ganzer Seele und all deiner Kraft. Die Liebe soll also unser ganzes Dasein ergreifen und umwandeln.

Wenn wir ehrlich mit uns sind, sehen wir schnell, dass es in unserem Handeln noch viel Eigenliebe und wenig reine Liebe gibt. Das sollte uns aber nicht in eine Selbstanklage führen, denn Christus spricht heute auch davon, dass das Himmelreich wie ein Teig ist, der langsam durchsäuert wird. Vielleicht bin ich noch weit davon entfernt, Gott mit reiner und selbstloser Liebe zu leben, aber es braucht auch Zeit, bis uns Gottes Leben ganz durchdringt. Das Wichtige ist, dass wir immer wieder den Sauerteig Gottes in unser Leben hinzugeben, damit er uns durchdringen kann. Gott wirkt langsam und verborgen, aber er wirkt. Solange wir ihm immer wieder in den Sakramenten und durch das Lesen der Bibel Raum lassen, wird er bewirken, dass sein Leben in uns wächst. Nils Schäfer

Mt 13,36-43: Deutung Gleichnis vom Unkraut

Der Feind, der es sät, ist der Teufel. Mt 13, 39

In der Nacht, in der wir schlafen, in der wir unbewusst dahin leben, sät der Feind das Unkraut aus. Der Feind kommt in der Nacht, in der Finsternis, wo kein Licht ist. Sobald wir dann am Tag bewusst auf den Acker unserer Seele schauen, bemerken wir, dass da Weizen neben dem Unkraut wächst, dass Gutes und Böses in uns ist. Das gilt es erst einmal zu erkennen. Natürlich arbeiten wir an uns und doch machen wir die ernüchternde Erfahrung, wie hartnäckig die Unvollkommenheit uns begleitet. Das Gute und Reine mögen unsere Ideale sein, tatsächlich bleiben uns aber immer nur Annäherungen. Bei allem guten Willen und bei aller Anstrengung bleiben wir immer wieder hinter dem, was wir uns vorgenommen haben oder was uns aufgetragen ist zurück.

Dann werden alle, die nach Gottes Willen gelebt haben, im Reich ihres Vaters leuchten wie die Sonne. Mt 13:43

Du schaffst das Böse nicht aus der Welt, indem du dich dagegen ereiferst. Wende dich dem göttlichen Erbarmen zu! Setz dich dem Licht aus! Richte die ganze Kraft deiner Aufmerksamkeit auf das Licht! So wird deine Schattenseite mehr und mehr welken und vergehen, ohne dass du sie ausreißt und ausmerzt ähnlich wie die Sonne den größten Eisberg schmelzen kann. Lass dich also nicht durch Gedanken an dein Unkraut, dein Unvermögen, deine Schwachheit und Armseligkeit niederdrücken. Gott ist Gott. Und Gott ist gut. Er ist die Liebe. Sein Erbarmen ist unermesslich. Und er hat unendlich viel Geduld. Hab darum nicht nur Geduld mit den anderen, sondern auch mit dir selbst. Sei barmherzig anderen gegenüber, aber auch mit dir selbst! Gott schaut auf dich mit Augen der Güte. Er kennt dich und liebt dich trotzdem. Mit dem gleichen Blick der Liebe schau auch du dich an!

Mt 13,44-46: Gleichnisse Schatz und Perle

Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem verborgenen Schatz im Acker. Den Schatz findet einer, deckt ihn wieder zu mit Erde und geht dann hin in seiner Freude, verkauft all seine Habe und kauft den Acker. Mt 13:44 

Dieser “Eine”, das bist du. Der Acker ist dein Leben, der den Schatz enthält. Deinen Acker pflügst du mit dem Spaten. Dieser Spaten ist dein hörendes Herz. Der Schatz aber ist Christus und deine Beziehung zu ihm. Für diesen Schatz verkaufst du all deine Habe, d.h. du vertraust nur ihm. Er steht an erster Stelle. Wer sich für Jesus entscheidet, findet den größten Schatz, der allem übrigen Wert verleiht. Oder mit Augustinus: Hat einer vor, glücklich zu sein, dann muss er sich verschaffen, was Dauer hat, was kein Schicksalssturm ihm rauben kann.

Dieser Schatz im Acker ist so wertvoll, dass er alle bis in alle Ewigkeit unendlich reich machen kann, denn dieser Schatz ist Christus selbst, der Rettung, Vergebung, Liebe, Freude, Frieden, Tugend, Güte u.v.m. beinhaltet. Alles, was diese Welt für wichtig hält, ist letztlich wertlos im Vergleich zu dem Gewinn, Jesus Christus zu kennen und zu ihm zu gehören.

Der Schatz im Acker steht für das eigene Selbst, das ursprüngliche Bild Gottes von uns. Dieses eigene Selbst, findest du nicht in luftigen Höhen, in Idealen, an denen du immer wieder scheiterst, sondern du findest den Schatz in der Erde, im Schmutz, du musst dir die Hände dreckig machen. Erst wenn du geerdet in deiner Menschlichkeit stehst mit all dem Schwachen, offenbart sich in uns Gott. Ich spüre das immer wieder als Lehrer, der mit körper- und geistigbehinderten Schülern arbeitet. Neben all der Freude, die mir diese Arbeit bereitet, fordert sie mich bisweilen auch stark, bringt mich an meine Grenzen, konfrontiert mich mit meinen Schwächen und erdet mich dadurch und das ist gut so. “Wenn du siehst dass ein junger Mönch mit seinem eigenen Willen nach dem Himmel strebt, halte seine Füsse fest, ziehe ihn nach unten, denn es hat für ihn keine Nutzen” (Smolitsch). Gott segne dich und diesen Tag und deine Menschlichkeit.

Der Schatz im Acker hat mich gefunden. Er wusste den Tag und wählte die Stunden. Dieter Trautwein

Wir sollen Gottsucher sein, aber immer gelassen statt verbissen. Jesus sucht nach mir, noch bevor ich auf die Idee komme, nach ihm zu suchen. Und oft kommen wir mit ihm in Kontakt, wo wir es gar nicht erwartet haben. Der Schatz findet mich. Dem mühelosen Auffinden des Schatzes wird bei der Perle (zweites Gleichnis) das mühevolle Suchen gegen über gestellt. Das heißt: alles fällt uns nicht in den Schoß! Das Himmelreich erfährt und erreicht nur der, der in seinem Leben auf der intensiven und kundigen Suche nach Gott ist. So ist es beides: ein sich finden lassen und ein offensives Suchen.

Mit Gottes himmlischem Reich ist es auch wie mit einem Kaufmann, der auf der Suche nach kostbaren Perlen war. Als er eine kostbare Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie. Mt 13:45-46 

Wie wunderbar es doch ist! Dieses Leben in Christus, der unsere Perle ist. Jeder Tag, ja jede Minute ist von einzigartiger Bedeutung und von tiefem Wert. Ist diese diese Perle im Glauben gefunden, kann man nicht mehr so dahinleben. Haben wir Ehrfurcht vor diesem Leben in Christus, das immer wieder neu und jung ist und das Freude vermittelt, die man auch im Schmerz leben kann, denn sie ist davon völlig unabhängig. Alles, was diese Welt für wichtig hält, ist letztlich wertlos im Vergleich zu dem  Gewinn, Jesus Christus zu kennen und zu ihm zu gehören. Wir müssen bereit sein, alles andere beiseite zu lassen, um diese Perle zu empfangen.

Mache ich meine Freundschaft mit Christus zum einzigen Wert, von dem mein Herz und meine Entscheidungen geleitet werden?

Von den biblischen Bildern ist dieses mein Highlight aufgrund des biologischen Hintergrunds, denn: die Perle entsteht aus den Wunden der Muschel. Ist echt so! Eine Deutung ist: Die Perle steht für Christus. In der Auseinandersetzung mit unseren eigenen Wunden (eigene Persönlichkeit, Beziehungskrisen, Krankheit, Scheitern u.v.m.) begegnen wir Christus. Die Wunden tun weh und schmerzen, aber in diesen Wunden finden wir die Verwiesenheit auf die Perle Christus. Eine andere Deutung ist: die Perle steht für schöne Sachen, die aus unseren Wunden entstanden ist. Ich z.B. habe in der Auseinandersetzung mit meiner eigenen Introvertiertheit (das hat mich lange gequält!) gerlernt Stück für Stück auch aus mir raus zu gehen. Bedenke heute deiner vergangenen Wunden und Perlen, lerne sie zu schätzen und sei gewiß: Es werden nicht die letzten sein.

Jesus allein hat alles hingeben, um die Perle (Schatz) sich zu eigen zu machen. Die Perle (Schatz), das bist du und ich, das ist jeder einzelne Mensch. Allein in ihm wohnt die Gnade. Herr Jesus, ich mache es mir zu wenig bewußt, dass meine Liebe immer nur eine Antwort ist auf Deine Liebe. Du hast uns, Du hast mich zuerst geliebt. Aus Liebe hast Du mich ins Dasein gerufen, aus Liebe hast Du mich erschaffen, aus Liebe hast Du mir ein Lebenskreuz zugemutet, aus Liebe hast Du mich erlöst und aus Liebe hast Du mich auf Dich hin geschaffen, aus Liebe greifst Du immer wieder heilsam in mein Leben ein ohne meine Freiheit zu beschneiden.

Bei den zwei Gleichnissen gibt es noch eine zweite Möglichkeit der Auslegung. Der Kaufmann (Mensch) steht für Christus. Jesus hat sich dadurch, dass er am Kreuz gestorben ist, die Perle (Schatz) erworben, nämlich die Erlösung der Menschheit. Die Perle (Schatz) sind die einzelnen Gläubigen, die er durch sein Blut erlöst hat. Ja: Jesus Liebe trägt und erträgt uns. Jesus trug uns aus Liebe dort in den Straßen nach Golgotha im Kreuz. Ich kann immer bei ihm sein, wenn ich nur meinen Blick und Gedanke zu ihm erhebe. Er hat Wohnung genommen im innersten meines Herzens. Er ist die Liebe und ich will ihn lieben, weil er mich so überreich erlöst hast.

Mt 13,47-50: Gleichnis vom Fischnetz

So wird es am Ende der Weltzeit sein: Die Engel werden ausgehen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern. Mt 13:49

Die Fischer stehen für die Engel. Die guten Fische sind die Gerechten, das heißt die Erretteten aus Juden und Heiden. Die faulen Fische sind die Ungerechten, nämlich die Ungläubigen aus allen Völkern. Hier wird nun getrennt, wie wir es schon im Gleichnis vom Weizen und Unkraut gesehen haben

Mt 13,51-52: Bildwort vom Hausvater

Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der für das Reich der Himmel unterrichtet ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt. Mt 13:52

Weil sie verstanden hatten, waren sie verpflichtet, dies anderen mitzuteilen. Jünger sollen Kanäle des Segens, nicht seine Sammelpunkte sein. Die Zwölf waren nun Schriftgelehrte, die auf das Reich der Himmel vorbereitet waren, d. h. Lehrer und Ausleger der Wahrheit. Sie waren gleich einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorbringt. Im AT hatten sie eine reiche Quelle dessen, was man vielleicht alte Wahrheit nennen könnte. In den Gleichnisreden Jesu hatten sie soeben etwas ganz Neues erhalten. Aus dieser reichen Quelle des Wissens sollten sie nun schöpfen, um anderen die wunderbaren Wahrheiten weiterzugeben. MacDonald

Mt 13,53-58: Unglaube in Nazareth

Mk 6,1-6

Er tat dort nicht viele Wunder um ihres Unglaubens willen. Mt 13:58

Die Wunder Christi nämlich sind keine Zurschaustellung von Macht, sondern Zeichen der Liebe Gottes, die sich dort verwirklicht, wo sie dem Glauben des Menschen begegnet, wo eine Gegenseitigkeit gegeben ist. Origenes schreibt: Und wie es im Bereich des körperlichen Seins eine natürliche Anziehungskraft vom einen her auf das andere hin gibt, wie des Magnets zum Eisen …, so auch eine solche des Glaubens zur göttlichen Wirkkraft. Benedikt XVI