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Mt Kap. 12

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Matthäus-Evangelium Kap. 12

Jünger pflücken am Sabbat Weizen 12,1-8

Mk 2,23-28; Lk 6,1-5

Wenn ihr aber wüsstet, was das heißt: Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer, so hättet ihr nicht die Unschuldigen verurteilt. Mt 12:7

In dieser Prophezeiung des Hosea (6,6) hat sich also Jesus, das fleischgewordene Wort, sozusagen vollkommen wiedergefunden, er hat es sich zu eigen gemacht in seinem Herzen und es durch seine Taten verwirklicht, wobei er sogar in Kauf nahm, dadurch die Empfindlichkeit der Anführer seines Volkes zu reizen. Dieses Wort Gottes ist durch die Evangelien als eine der Synthesen der gesamten christlichen Botschaft zu uns gelangt: die wahre Religion besteht in der Liebe zu Gott und zum Nächsten. Das ist es also, was dem Kult und dem Befolgen der Gebote Wert verleiht.


Jesus heilt am Sabbat Hand eines Mannes 12,9-14

Mk 3,1-6; Lk 6,6-11

Siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand.  Mt 12:10

Symbolisch gedeutet steht der Mann mit der verdorrten Hand für die Menschheit, die krank ist, weil sie unfähig ist, gute Werke hervorzubringen; doch durch das Erbarmen des Herrn wurde sie geheilt. Ihre Hand verdorrte, als sie im Urvater [Adam] die Frucht des verbotenen Baumes pflückte, doch durch die Gnade des Erlösers, der seine unschuldigen Hände am Baum des Kreuzes ausstreckte, wurde sie durch das vollbrachte gute Werk wieder heil gemacht. (Beda)

Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus, und sie wurde gesund wie die andere. Mt 12:13


Eine große Menschenmenge folgt 12,15-21

Mk 3,7-12


Schriftgelehrte behaupten, Jesus beziehe seine Macht vom Satan Mt 12,22–37

Mk 3,20-30

Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen! Mt 12:28

Oder wie kann jemand in das Haus des Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken bindet? Erst dann kann er sein Haus berauben. Mt 12:29

Das Beispiel bedeutet folgendes: Der starke Mann ist der Dämon, sein Hausrat sind die Menschen, bei denen er Aufnahme gefunden hat. Wenn man also nicht zuerst den Dämon besiegt und bindet, wie kann man ihm seinen Hausrat, d. h. die von diesem Dämon Besessenen rauben? Ich, [Jesus,] bin aber der, der seinen Hausrat raubt, das heißt, ich befreie die Menschen von den durch die Dämonen verursachten Leiden. Doch zuvor binde ich die Dämonen, ich besiege sie und bin ihr Feind. Wie könnt ihr also sagen, daß ich von Beelzebub besessen bin und als Freund der Dämonen die Dämonen austreibe? (Theophylactus)

Der starke Mann, von dem Jesus spricht, ist der Teufel. Er hat die Menschheit seit Adams und Evas Fall unter Kontrolle. Er musste sich bislang um nichts Sorgen machen, weil er der starke Mann war, der seinen Preis der gefallenen menschlichen Natur in alle Richtungen verteidigen konnte. Aber Jesus ist stärker, und er ist gekommen, um den Teufel anzugreifen und von ihm zurückzugewinnen, was er genommen hat. Er nimmt seine Waffen des Bösen, des Hasses, der Wut, der Lust und des Egoismus weg. Er erlöst die Menschheit von den Fesseln des Bösen. Kann ich wirklich sagen, dass ich mein ganzes Vertrauen, meinen Glauben auf Gott setze, und dass er wirklich das Gute hervorbringt trotz der natürlichen Übel oder der schlechten Absichten und Handlungen anderer, eingeschlossen die des Teufels selbst?


Die Zeichenforderung der Gegner Jesu Mt 12,38–45


Über die wahre Familie Jesu: Mt 12,46–50

Mk 3,31-35; Lk 8,19-21

Während er aber noch zu dem Volk redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und wollten mit ihm reden. Mt 12:46

Wenn Christus aber nicht einmal seine Eltern kennen will, solange sie draußen stehen, wie will er uns kennen, wenn wir draußen stehen bleiben? Drinnen ist das Wort, und drinnen ist das Licht! (Beda)

Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden! Mt 12:47


Wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist für mich Bruder, Schwester und Mutter! Mt 12:50

Ich will alles, was Gott will und ich will nichts, was Gott nicht will. In dieser seligen Hingabe finde ich meinen Frieden und eine tiefe Ruhe des Herzens. Was aber ist der Wille des Vaters? Häufig ist das nicht eindeutig. Bonhoeffer schreibt dazu: “Der Wille Gottes kann sehr tief verborgen liegen unter sich anbietenden Möglichkeiten.” Gottes Wille ist kein festes System von Regeln. Darum musst du immer wieder neu in deinen verschiedenen Lebenslagen genau hinschauen und durch Herz & Verstand, Beobachtung & Erfahrung und dem Gebet zu ergründen suchen, was sein Wille ist.

Wir wissen also, daß wir seine Brüder und seine Schwestern sind, wenn wir den Willen des Vaters erfüllen, und daß wir so auch seine Miterben sind. (Hieronymus)

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