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Mt Kap. 11

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Matthäus-Evangelium Kap. 11


✝️ Antworten auf Zweifel Joh. d. Täufers Mt 11,1-19

Lk 7,18-35


Bist du wirklich der Retter, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten? Mt 11:3

Zeit unseres Lebens werden wir mit Versuchungen zu kämpfen haben: in schwierigen Lebenssituationen, bei Krankheiten und Enttäuschungen u.v.m. kann die Versuchung des Zweifels an Gottes Liebe in uns aufsteigen. Hier heißt es nie zu verzweifeln, sondern gerade in Glaubenszweifeln als Gegenlenken Gott um so inbrünstiger anzuflehen, daß er uns zu Hilfe komme. Einen Hammer-Bibelvers dazu ist 1. Kor. 10:13: Was eurem Glauben bisher an Prüfungen zugemutet wurde, überstieg nicht eure Kraft. Gott steht treu zu euch. Er wird auch weiterhin nicht zulassen, dass die Versuchung größer ist, als ihr es ertragen könnt. Wenn euer Glaube auf die Probe gestellt wird, schafft Gott auch die Möglichkeit, sie zu bestehen.


Blinde sehen, Gelähmte gehen, Aussätzige werden geheilt, Taube hören, Tote werden wieder lebendig, und den Armen wird die rettende Botschaft verkündet. Mt 11:5

Für Christus gibt es keinen hoffnungslosen Fall: weder ich noch du noch sonstwer. Daher kannst du Hoffnung ausstrahlen und schenken. Denn in der Hoffnung und im Glauben wissen wir, dass am Ende unseres kurzen Lebens der Herr steht, der für mich und mit mir Mensch geworden ist, der sich aus Liebe am Kreuz für mich hingegeben hat und auferstanden ist. Er wartet auf mich mit der ganzen Seligkeit des Himmels, mit der Fülle des ewigen Lebens beim Vater im Himmel. So sei bereit, dich mit Christus, dem Herrn, von Tag zu Tag enger zu verbinden und so zum Heil der Menschen für Gott zu leben.


Wolltet ihr ein Schilfrohr sehen, das bei jedem Windhauch hin- und herschwankt? Mt 11:7

Es ist der Weg Christi, der mich fest stehen lässt. Es geht um eine innere Verbindung, ja, um eine Gleichgestaltung mit Christus, die notwendigerweise ein Überschreiten unserer selbst beinhaltet, ein Verzicht auf das bloß Eigene und auf die viel beschworene Selbstverwirklichung. Es geht darum, daß ich mein Leben gerade nicht für mich selbst beanspruche, sondern es einem anderen zur Verfügung stelle: Christus. Ich frage nicht, was habe ich davon, sondern ich frage: Was kann ich für Christus und so für die anderen geben? Wie muß diese Gleichgestaltung mit Christus, der nicht herrscht, sondern dient; der nicht nimmt, sondern gibt, für mich aussehen?

Jesus zeigt uns durch seine Gesinnung und durch seine selbstlose Heilstat den richtigen Weg. Das helle Licht wo von ihm ausgeht, bringt Licht in unser Finsternis. Jürg Birnstiel


Ich sende dir meinen Boten voraus, der dein Kommen ankündigt und dir den Weg bereitet. Mt 11:10

Unser Leben erfahren wir dann als lebenswert, wenn wir eine sinnvolle Aufgabe haben, wenn wir wissen wozu wir da sind, wozu unser Leben gut ist. Eine christliche Aufgabe ist es, Bote und Wegbereiter Jesu zu sein in unserer Zeit zu sein. Christ sein ist keine Fertigkeit, die biologisch weitergegeben wird. Jede Generation muss neu dafür gewonnen werden. Jesus braucht daher Wegbereiter und Boten, er braucht dich!

Die Welt braucht keine Angstmacher, sondern Hoffnungsboten. Peter Hahne


Gericht über galiläische Städte Mt 11,20-24


✝️ Das leichte Joch Jesu Mt 11, 25-30


Ich werde euch Ruhe geben. Mt 11:28

Die liebenswerte Ruhe der Seele nennt Theresia von Jesus das Gebet der Ruhe. Liebende begnügen sich zuweilen damit, bei der Person zu sein, die sie lieben, wenn sie auch nicht mit ihr reden. Sie sind, wie es scheint, zufrieden und froh, diese geliebte Gegenwart auszukosten. Ihr Gemüt findet darin Ruhe und Frieden. Wenn du daher in diesem einfachen, reinen, kindlichen Vertrauen bei unserem Herrn bist, so verweile da und rühre dich keineswegs, um fühlbare Akte des Verstandes oder des Willens zu erwecken. Diese einfache Liebe des Vertrauens und dieses liebevolle Schlafen deines Geistes in den Armen deines Erlösers schließt alles in sich, wonach immer dich gelüsten möchte. Es ist besser, an dieser heiligen Brust zu schlafen, als irgendwo anders, wo immer es auch sei, zu wachen. Eine Seele, die in Ruhe und Schweigen vor Gott ist nimmt die Wonne dieser Gegenwart in sich auf.


Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Mt 11,28

Du hast häufig schwer an dir selbst zu tragen, an deiner Menschlichkeit und den damit verbundenen Schwächen. Selbstzweifel, Selbstmitleid, Selbstvorwürfe sind kein guter Weg, damit um zu gehen. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Ich bitte dich: Akzeptiere liebend, dass du Fehler machst. Nimm an, was nicht so perfekt an dir ist und trage es zu Jesus hin. Er, der in uns ist, trägt deine Menschlichkeit mit. Das bedeutet nicht, dass du dich diesen Fehlern resignierend hingibst im Sinne eines “So bin ich halt.” Aus deinen Fehlern kannst und sollst du lernen. Des anderen Last tragen können wir nur dann, wenn wir unsere eigene Last in inniger Verbindung mit Christus annehmen. Das eine geht nicht ohne das andere! So trage nun heute des anderen Last sowie deine eigene und erfülle somit das Gesetz Christi.


Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben. Mt 11:28

„Kommt, kommt, kommt.“ Ich komme, ich komme, ich komme zu dir, Jesus, Geliebtester, den ich geliebt, gesucht, mir gewünscht habe: wegen deiner Süße, deiner Güte und deiner barmherzigen Liebe folge ich dir nach in Liebe von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit aller meiner Kraft, da du nach mir rufst: Lass mich nicht scheitern, sondern handle an mir nach deiner Güte und deinem großen Erbarmen. […] Mir Herr, die ich flehentlich um deine Hilfe bitte, und mir, die ich von dem Sakrament deines Segens Kraft und Stärke ersehne, schenke das Bollwerk deines Schutzes und deine Leitung. […] Es herrsche in mir, Herr, durch die Gabe deines Geistes kluges Maß, weise Güte, besonnene Milde, keusche Freiheit. Lass mich in barmherziger Liebe brennen, nichts außer dir lieben, lobenswert leben, aber ein Lob dafür nicht anstreben. Dich lass mich in der Heiligkeit deines Leibes, dich in der Reinheit deiner Seele lobpreisen, voll Liebe dich lieben, voll Liebe dir dienen. Sei du mir meine Ehre, du meine Freude, du meine Begierde, du in der Trauer mein Trost, du im unschlüssigen Zweifel mein Rat. Sei du im Unrecht meine Verteidigung, in der Bedrängnis Geduld, in der Armut Überfluss, beim Hunger Speise, beim Wachen mein Schlaf, in Krankheit Medizin. In dir möchte ich alles besitzen, in dir, den ich mehr als alles zu lieben bestrebt bin. Gertrud von Helfta


Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen. Mt 11,29

Die Sanftmut ist eine meiner Lieblingstugenden, weil sie so praktisch ist. Es vergeht bei mir kein Tag, bald keine Stunde, wo ich nicht vor der Wahl stehe allzu streng zu reagieren oder eben sanftmütig. Lernen können wir das, wie sollte es anders sein, von Jesus, der selbst noch am Kreuz in seiner Liebe die Sanftmut walten lässt. Sanftmut ist nach Gal 5,23 auch eine Frucht des heiligen Geistes. Beten und bitten wir für diese Frucht.

Die Demut macht uns vollkommen vor Gott, die Sanftmut dem Nächsten gegenüber. Schließlich muss man dem Nächsten gegenüber Milde bis zum äußersten walten lassen, selbst bis zur Torheit, und darf niemals Vergeltung üben. Franz von Sales


Eure Seele wird bei mir zur Ruhe kommen. Mt 11:29

Nicht das Vielwissen sättigt die Seele und gibt ihr Genüge, sondern das Fühlen und Kosten der Dinge von innen.Ignatius von Loyola. Ich glaube jeder kennt es von uns. Der Kopf platzt. Es ist alles zu viel. Hektik, Aktionismus. Tausend Gedanken gehen einem durch den Kopf. Weniger ist mehr. Die Reduzierung auf das Wesentliche lässt uns intensiver leben, lässt uns den Frieden des Herzen bewahren und wahrlich: “Es gibt nichts in der Welt, das so wertvoll ist wie der Herzensfrieden.” (Franz von Sales). Jesus sagt: “Eure Seele wird bei mir zur Ruhe kommen.” (Mt 11:29), er ist das Wesentliche, auf den wir uns reduzieren müssen, dann kehrt Ruhe ein. Diese Ruhe meint dabei nicht das Alltagstreiben, da ist schon mal Tobawo und Hektik präsent, sondern eine tiefe Seelenruhe, die bei all dem Treiben auf einem festen Fundament ruht: Jesus Christus!


Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben. Vertraut euch meiner Leitung an und lernt von mir, denn ich gehe behutsam mit euch um und sehe auf niemanden herab. Wenn ihr das tut, dann findet ihr Ruhe für euer Leben. Mt 11:28‭-‬29

Die Vögel haben ihre Nester auf den Bäumen, um sich dorthin zurück zu ziehen, wenn sie dessen bedürfen. Der Hirsch hat sein Gebüsch und sein Dickicht, in dem er sich verbirgt und vergräbt und im Sommer sich der Kühle des Schattens erfreut. So muss auch unser Herz sich jeden Tag irgendeinen Platz suchen, den Kalavarienberg, die Wunden des Herrn oder einen Ort nahe bei ihm, um sich dorthin inmitten der äußeren Arbeit bei jeder Gelegenheit zurück zu ziehen, sich dort zu stärken und zu erholen und sich wie in einer Festung gegen die Versuchung zu verteidigen. Franz von Sales

Du bist meine Zuflucht, mein Schutzwall, mein Dach gegen den Regen, mein Schatten gegen die Hitze. Ps 31,3; Sir 34,19


Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. Mt 11:29

Eines der besten Kennzeichen für die Güte der Eingebungen ist Friede und Ruhe des Herzens. Denn der göttliche Geist ist wohl gewaltig, aber von einer sanften, milden, friedlichen Gewalt. Dem Frieden des Herzens ist die Demut untrennbar verbunden. Demut nenne ich aber nicht einen Wortschwall, äußere Gesten, das Küssen des Erdbodens oder Verneigungen, wenn man diese Dinge ohne inneres Empfinden der eigenen Niedrigkeit tut. Denn all das ist nur ein eitles Getue schwacher Geister und muß eher eine Verzerrung der Demut als Demut genannt werden. Ich rede vielmehr von einer echten und handfesten Demut, die uns empfänglich für Zurechtweisungen, lenksam und bereit zum Gehorsam macht.


Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Mt 11:29

Demut bedeutet das gläubige Anerkennen Gottes. Es beinhaltet ein Bewusstsein unendlichen Zurückbleibens hinter der erstrebten Vollkommenheit. Von seiner altdeutsche Herkunft bedeutet Demut dienstwillig zu sein. Demut bedeutet sich in einer dienenden Haltung zu Gott zu befinden. Wir sind seine geliebten Werkzeuge. Von seiner hebräischen Herkunft dagegen bedeutet Demut “sich beugen“. Demut bedeutet, sich vor Gott zu beugen, ihn somit als Gott anzuerkennen und als Herr unseres Lebens. Das lateinische Wort für Demut “humilitas” hat mit Humus zu tun, mit Erdnähe. Demütige Menschen stehen mit beiden Beinen auf der Erde, um zum Himmel zu blicken. Ein Glauben ohne Demut ist undenkbar. Es ist neben der Tugend der Liebe die Tugend schlechthin.

Es ist wirklich nicht gut, weder geistig noch körperlich, auf Zehenspitzen zu gehen. Franz von Sales

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