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Mt Kap. 10

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Matthäus-Evangelium Kap. 10


Aussendung der 12 Apostel Mt 10, 1-15

Mk 6,7-13; Lk 9,1-6


Da rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, sie auszutreiben, und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen. Mt 10:1

Von der Aussendung der 12 wird nicht nur bei Markus, sondern auch bei Lukas und Matthäus berichtet. Sie hat Gewicht! Die Sendung von Jüngern zu den Menschen, das Weitersagen der Heilsbotschaft ist ein Herzensanliegen Jesu. Bis in unser Heute setzt sich diese Sendung bei uns fort. Wir sind als Boten des Evangeliums unterwegs. Bevor wir allerdings Boten sind, sind wir wie damals die Apostel Berufene, berufen bei Jesus zu sein, mit ihm zu gehen und von ihm zu lernen. Wer im Namen Jesu Bote des Evangeliums sein will, der muss zuerst mit Jesus leben, der muss immer wieder auf ihn schauen und von ihm lernen. Nur so ist es möglich Gesandter Jesu Christi zu sein, Sprachrohr seiner Botschaft, Bote seiner Liebe und Werkzeug seines Friedens.


Heilt Kranke, reinigt Aussätzige, weckt Tote auf, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es! Mt 10:8

Neben dem Auftrag zur Verkündigung werden die Jünger auch beauftragt, zu heilen. Es geht darum, die Menschen heil zu machen, sie zu befreien, von dem, was sie bedrückt, fesselt, krank und kaputt macht. Die bösen Geistern haben auch heute viele Gesichter. Gelebter Glaube beinhaltet nicht nur Askese, sondern immer auch eine befreiende und heilende Seelsorge! Jesus gibt ihnen diese Vollmacht. Nicht nur ein Wort, nicht nur eine Lehre, sondern wirksame Macht empfangen die Apostel.


Nehmt weder Gold noch Silber noch Kupfer in eure Gürtel, keine Tasche auf den Weg, auch nicht zwei Hemden, weder Schuhe noch Stab. Mt 10:9‭-‬10

Christen müssen immer leichtes Gepäck haben. Die Jünger sollen nichts mitnehmen ausser einem Wanderstock. Die Jünger sollen erfahren, wie es ist, sich ganz auf die Güte der Menschen und letztlich auf die Vorsehung Gottes zu verlassen. Ob Gott wirklich Quelle und tragender Grund des Lebens ist, das soll man ablesen können an denen, die ihn verkündigen. Übertragen heißt das “Nichts mitnehmen” auch: Geh zu den Menschen so wie du bist. Sei du selbst! Gib dich selbst! Sag, was du glaubst! Verstecke dich nicht hinter Rollen oder Scheinidentitäten. Sei innerlich arm und verlasse dich allein auf Gott.


Wenn ihr aber in das Haus eintretet, so grüßt es mit dem Friedensgruß. Mt 10:12

Jesus schickt die Jünger nicht in Synagogen oder auf den Marktplatz, sondern in die Häuser. Die Familien waren die Keimzelle für die Ausbreitung des Evangeliums. Das hat sich bis heute nicht geändert. Die wenigsten von uns sind berufen, sonntags in der Kirche zu predigen, aber jeder von uns hat die Möglichkeit, in seinem Alltag in den kleinen Begegnungen Zeugnis für seinen Glauben zu geben
Wir können zu Menschen vordringen, die nie auf die Idee kämen, in die Kirche zu gehen oder mit einem Priester zu sprechen!

Und wenn das Haus es wert ist, so komme euer Friede über dasselbe. Ist es aber dessen nicht wert, so soll euer Friede wieder zu euch zurückkehren. Matthäus 10:13


Jesus bereitet Jünger auf Verfolgung vor Mt 10, 16-42


Fürchtet Gott. Mt 10,26

Fürchtet euch nicht vor den Menschen. Mt 10,28

Die Gottesfurcht meint nicht Angst vor Gott! Sie ist eine Gabe des heiligen Geistes, die Achtung und Respekt vor seiner Hoheit über das Leben und die Welt beinhaltet und letztlich zu einer frommen Lebensweise führt auf dem Grundsatz: “Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ (Apg 5,29). Diese Gottesfurcht löscht Lebensangst. Und dies alles drängt und vertieft die Liebe. Um’s mit Augustinus zu sagen: Gottesfurcht ist Arznei, Gottesliebe Gesundheit. Gott ist die Liebe. Um nichts anderes geht es.


Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es! Mt 10:8

Christus folgt einer ganz anderen Logik als wir. Wir finden unsere Erfüllung nicht, indem wir uns selbst Gnaden oder Freuden „verschaffen“, sondern indem wir uns verschenken. Im Weggeben werden wir selbst glücklich. Wenn wir Gottes Gnade in unserem Leben empfangen, ist es unsere Aufgabe, sie weiterzugeben. Darin besteht die Logik des Geschenks. Oft fällt es uns schwer, weil es eine immer neue Aufgabe beinhaltet, die wir weder kontrollieren noch planen können. Gottes Gnade ist Geschenk, Aufgabe und Hingabe. Wir sind nie die Besitzer. So wie wir sie empfangen, sind wir eingeladen, sie auch weiterzugeben.


Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert. Mt 10:38

Diese täglichen Kreuze sind die täglichen kleinen und auch großen Sorgen und Unannehmlichkeiten, das ganz normale Alltagsleben eben. Da gibt es Aufgaben, die erledigt werden müssen, obwohl wir gar keine Lust dazu haben. Da gibt es Menschen, denen wir begegnen müssen, obwohl wir sie gerade jetzt eigentlich am liebsten gar nicht sehen möchten. Da gibt es Fehler, die man an sich feststellt, gegen die man immer wieder ankämpft, die einen aber trotzdem immer wieder einholen. Da gibt es Gebrechen an Körper und Seele, die einen piesacken und ärgern, die zwar nicht lebensbedrohlich, aber doch unangenehm sind. Alles kleine Kreuze. Für mich ein sehr hilfreicher Gedanke hierbei ist:

Man soll Gott in dem finden und lieben, was er uns gerade gibt. Bonhoeffer


Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert. Mt 10:38

Schaut, alle kommen und wollen von ihrem Kreuz befreit werden. So wenige kommen und bitten um Kraft, es zu tragen! Das Kreuz wird euch nicht zermalmen. Wenn es auch lastet, so gibt es Kraft und hält aufrecht. Denken wir an das Leiden und den Tod Unseres Herrn und an sein Blut, das er für uns vergossen hat. Dann werden wir uns nicht mehr über unser Leiden beklagen. Behüte meine Sinne und halte sie fest in der Betrachtung des leidenden Jesus, damit sie sich nicht von ihm entfernen. O mein Jesus, möge mein Herz an Deinem durchbohrten Herzen ruhen in den Prüfungen und Schmerzen des Lebens. Pater Pio


Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert. Mt 10:38

Poimen sagte: Wenn du dich selber für geringhältst, hast du Ruhe, an welchem Ort du dich auch niederlassen magst. Apophthegmata

Sich selbst verleugnen und sich selbst für gering halten – das klingst erst einmal nicht so schön, ja negativ. Doch genau hier werden wir den Ort der tiefen Ruhe finden, wenn wir uns in diesem Prozess trennen von übertriebenen Erwartungen an uns oder den anderen. Den gerade diese sind es, die in uns Unruhe verursachen. Wir werden Ruhe finden, wenn es uns nicht mehr darauf ankommt, vor uns und den anderen gut dazustehen, sondern wir uns allein in die Arme Jesus fallen lassen, der uns selbst zusagt: “Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.” (Mt 11:28)


Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden! Mt 10:39

Jesus wählt die Worte derart massiv und absolut, weil er weiß, dass sich unser menschliches Ego viel zu häufig auf Rollen und ausgetüftelte Selbstbilder fixiert. Er möchte uns unmissverständlich klar machen, dass all dies vergängliche Konstrukte sind. Das Wesen dieser Welt vergeht (1 Kor 7,31). Diese Fixierungen müssen sterben und ja, sie sterben nicht leicht, weil wir sie zu oft für unser wahres Selbst halten. Wenn diese Fixierungen sterben, bevor wir leiblich sterben, dann begegnen wir dem Einssein mit Gott, dann treten wir schon jetzt ein in das ewige Leben in Jesus Christus, dann können wir bekennen:

Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Taten des Herrn verkünden. Ps118:17

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