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Mt Kap. 08

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Matthäus-Evangelium Kap. 8


Heilung eines Aussätzigen Mt 8,1–4

Mk 1,40-45; Lk 5,12-16

Ein Aussätziger kam, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen! Mt 8:2

Während Jesus predigend durch die Dörfer Galiläas wanderte, kam ihm ein Aussätziger entgegen und sagte: »Wenn du willst, kannst du machen, daß ich rein werde!« Jesus weicht nicht vor dem Kontakt mit jenem Menschen zurück, gedrängt von tiefer Anteilnahme an seinem Zustand streckt er ihm vielmehr die Hand entgegen, berührt ihn – womit er das gesetzliche Gebot übertritt – und sagt zu ihm: »Ich will es – werde rein!« In jener Geste und in jenen Worten Christi ist die ganze Heilsgeschichte gegenwärtig, es ist der Wille Gottes verkörpert, uns zu heilen, uns vom Bösen zu reinigen, das uns entstellt und unsere Beziehungen zugrunde richtet. In dieser  Berührung zwischen der Hand Jesu und dem Aussätzigen wird jede Schranke zwischen Gott und der menschlichen Unreinheit, zwischen dem Heiligen und seinem Gegenteil niedergerissen, gewiß nicht, um das Böse und seine negative Kraft zu leugnen, sondern um zu beweisen, daß die Liebe Gottes stärker ist als alles Böse, auch das ansteckendste und schrecklichste. Jesus hat unsere Gebrechen auf sich genommen, er ist zum »Aussätzigen« geworden, damit wir gereinigt werden. Benedikt XVI


Jesus streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will; sei gereinigt! Und sogleich wurde er von seinem Aussatz rein. Mt 8:3

Ohne Nähe kann es keine Gemeinschaft geben; man kann nicht Frieden schließen ohne Nähe; man kann nicht Gutes tun, ohne sich zu nähern. Jesus hätte einfach zum Aussätzigen sagen können: „Sei geheilt!“ Nein, er hat sich ihm genähert und ihn berührt. Mehr noch, in dem Augenblick, in dem Jesus den Aussätzigen berührte, wurde er selbst unrein. Und das ist das Geheimnis Jesu: Er nimmt unseren Schmutz, unsere Unreinheiten auf sich. Paulus hat es gut ausgedrückt: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich“ (Phil 2,6f). Und Paulus geht noch weiter und sagt: Er ist zur Sünde geworden (vgl. 2 Kor 5,21; Gal 3,13). Jesus ist zur Sünde geworden. Jesus hat sich ausgeschlossen, er hat die Unreinheit auf sich genommen, um sich uns zu nähern. Papst Franziskus


Der Hauptmann von Kafarnaum Mt 8,5–13

Lk 7,1-10


Heilung der Schwiegermutter des Petrus Mt 8,14–17

Mk 1,29-34; Lk 4,38-41


Konsequenz der Nachfolge Mt 8,18–22

Lk 9,51-62


Der Sturm auf dem See Mt 8, 23-27

Mk 4,35-41; Lk 8,22-25


Danach stieg Jesus in das Boot und fuhr mit seinen Jüngern weg. Mt 8:23

Die Stillung des Sturms ist ein gewaltiges Wunder des Herrn. Über das Wunder hinaus beinhaltet es viel Hilfe für unser Seelenheil. Der Abend steht für unsere Bedrängnis in dieser Welt, wo es um uns herum und in uns dunkel wird und wo Hoffnungslosigkeit unser Herz überfällt. Jeder von uns kennt diese Situationen. Der Sturm steht für die inneren und äußeren Stürme unseres Lebens. Das Boot selbst steht als Sinnbild für die Kirche. Es geht also um eine existentielle Grundsituation unseres Lebens.

Mitten auf dem See brach plötzlich ein gewaltiger Sturm los, so dass die Wellen über dem Boot zusammenschlugen. Aber Jesus schlief. Matthäus 8:24


Da liefen die Jünger zu ihm, weckten ihn auf und riefen: Herr, hilf uns, wir gehen unter! Mt 8:25

Jesus schlief. Wir können an Gottes Schweigen manchmal verzweifeln, gerade wenn es uns schlecht geht. Immer wieder gilt es hier zu bitten: Herr, stärke unseren Glauben. Der schwache Glaube der Jünger wird in dem vorwurfsvollen Hilferuf hörbar: Kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Auch wir klagen in den Stürmen des Lebens: Gott hast du mich denn vergessen? Kümmert es dich nicht, dass es mir so dreckig geht? Die Jünger wecken Jesus. Auch wir sind aufgerufen, Jesus in uns zu wecken. Der schlafende Jesus ist aber auch ein Vorbild für uns. Wenn wir uns mitten in der Angst in das Innere unserer Seele zurückziehen und dort in Gott ruhen, dann gehen die Wogen über uns hinweg.

Er, dein Beschützer, schläft nicht. Ps 121:3


Aber Jesus schlief. Da liefen die Jünger zu ihm, weckten ihn auf und riefen: Herr, hilf uns, wir gehen unter! Mt 8:24‭-‬25

Die Haltung der Gelassenheit ist die Überzeugung, dass wir Menschen in Gottes liebender Hand geborgen sind. Dies verhilft uns zu einer positiven Gottesbeziehung und zu einer bejahenden Haltung gegenüber allem. Kindliches Sich-geborgen-Wissen lässt mich alle meine Schwachheit und die der anderen in ruhiger Gelassenheit ertragen und auch in schweren Stunden den Mut nicht verlieren. Sehr anschaulich ist dabei der schlafende Jesus beim Sturm auf dem See Genezareth, ein Ausdruck des völligen Vertrauens, ein Bild der heiligen Gelassenheit. Haben wir bei aller Mühsal stets das Ende im Blick, das ewige “Bei-Gott-sein” nach unserem Tod, das schon jetzt begonnen hat, denn:

Geborgenheit im Letzten gibt Gelassenheit im Vorletzten. Romano Guardini


Dann stand er auf und befahl dem Wind und den Wellen, sich zu legen. Sofort hörte der Sturm auf, und es wurde ganz still. Mt 8:26

Nicht der Mensch, nicht die Natur, sondern Gott hat das letzte Wort hier und in unserem Leben. Darum kommt es darauf an, das Hoffen immer neu zu lernen. Gott hilft und wirkt, allerdings nicht unbedingt so, wie wir es uns vorstellen. Das Wunder seiner Hilfe kann auch darin liegen, dass das Schwere bzw. der Sturm sich in einem anderen Licht zeigt und sich dadurch öffnet und neu gesehen wird.

Man soll Gott in dem finden und lieben, was er uns gerade gibt. Bonhoeffer


Dann stand er auf und befahl dem Wind und den Wellen, sich zu legen. Sofort hörte der Sturm auf, und es wurde ganz still. Mt 8:26

Dieser Vers ist für mich echt bedeutsam geworden, denn durch ihn habe ich erkannt, dass es nicht ich allein bin, der durch Mediationspraxis & Co in der Hektik meines Alltags die Ruhe bewahre. Ich bitte Jesus in jedem Morgengebet, dass er mich in seinem heiligsten Herzen wohnen lässt, denn dies ist das Schiff, dass jedem Sturm trotzt. In unserem Leben wütet es immer wieder. Damit uns der Wind nicht beliebig umher weht oder gar umwirft bedarf es der geistlichen Besinnung, deren wichtigstes Ziel ist, die Beziehung zu Jesus zu vertiefen, um so in seiner großen Stille zu wohnen. Wir haben diese Beziehungs-Zeit zu Jesus so bitter nötig. Jesus möchte uns das Wohnen in seiner inneren Stille schenken. Diese Stille ist eine Realität, die immer und überall ist, das erfahre ich täglich. Wir müssen uns ihr gegenüber nur öffnen, ihr Raum geben und sie bewusst wahrnehmen und genießen.


Warum habt ihr Angst? Vertraut ihr mir so wenig? Mt 8:26

Der Glaube an die bergende Nähe Gottes muss sich immer tiefer verwurzeln. Nur wenn diese Wurzeln tief reichen, bleiben wir in stürmischen Schicksalsschlägen unseres Lebens im Glauben standhaft. Schwere Zeiten haben so auch ihre guten Seiten. Denn sie zeigen einem deutlich dass man sich bedingungslos auf Jesus verlassen kann. So sollte man während dieses wechselvollen Lebens einen unerschütterlichen Gleichmut bewahren. Auch wenn sich auch alles um uns ändert, die Stürme um uns herum toben, immerfort den ruhigen Blick der Seele hingewendet haben zu Gott.


Warum habt ihr Angst? Vertraut ihr mir so wenig? Mt 8:26

Keiner hat nur Angst, keiner hat nur Vertrauen. Angst oder Mut, Zaghaftigkeit oder Vertrauen – manchmal muss ich täglich entscheiden, was ich wähle. Es ist häufig ein hin und her. Bitte Gott dir mitten in deiner Angst Vertrauen zu schenken. Die Angst führt uns zum Vertrauen, dass Gottes Gegenwart uns immer umgibt. Ist man von Gott gehalten, kann man Angst und Sorge aushalten. Die Angst so gesehen ist etwas ganz wichtiges bei deiner spirituellen Entwicklung! Doch gerade dann, wenn ich Angst habe, will ich mich dir anvertrauen.” (Ps 56:4)


Alle fragten sich voller Staunen: Was ist das für ein Mensch? Selbst Wind und Wellen gehorchen ihm! Mt 8:27

Die Stillung des Sturmes ist ein Zeichen der Herrschaft Christi über die negativen Mächte und läßt seine Göttlichkeit aufstrahlen. Die Jünger selbst sind entsetzt. Ihr Glaube ist noch schwach. Er ist eine Mischung aus Furcht und Vertrauen. Die vertrauensvolle Hingabe Jesu an den Vater ist hingegen vollkommen und rein. Wegen dieser Macht der Liebe kann er während des Sturmes schlafen, vollkommen sicher in Gottes Umarmung.


Die Heilung zweier Besessener von Gadara: Mt 8,28–34

Mk 5,1-20; Lk 8,26-39

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