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Mt Kap. 05 (1-12)

Impulse, Auslegungen, Kommentare und Bibelzitate aus dem Matthäus-Evangelium Kap. 5


✝️ Seligpreisungen

Als Jesus die Menschenmenge sah, stieg er auf einen Berg. […] Dann begann er, sie mit den folgenden Worten zu lehren Mt 5:1‭-‬2

Drei volle Kapitel umfasst die Bergpredigt im Matthäusevangelium. In fünften Kapitel geht es um das Außerordentliche der Nachfolge Jesus, d.h. es beschreibt die Abweichung vom Gewohnten, der Eintritt ins Ungewöhnliche, in das uns Jesu ruft. Die Aussagen hier betreffen vielfach den Umgang mit anderen Menschen. Aber Vorsicht! Die Bergpredigt darf nicht als ethisches Programm missverstanden werden, sondern es geht um eine neue Seinsweise in Christus, die eben ausserordentlich ist, weil ihr Kern nicht im Moralischen liegt, sondern im Eintreten in das Leiden der Liebe des Gekreuzigten, die am Ende des 5. Kapitels in der Feindesliebe gipfelt.


Die Seligpreisungen sind Umsetzung von Kreuz und Auferstehung in die Jüngerexistenz. Benedikt XVI

Gott will das Glück der Menschen. Für dieses Ziel gibt es auch die schmerzlichen und traurigen Erfahrungen. Ohne das andere scheint es auch das eine nicht zu geben. Ohne Leiden keine Freuden. Ohne Nacht kein Tag. Ohne Tod keine Auferstehung. Ohne Karfreitag kein Ostern. Die Welt ist kein Schlaraffenland. Unglückliche Phasen sind notwendig, um uns lebendig zu erhalten, immer weiter auf dem Weg und auf der Suche. Glück ereignet sich also gerade auf dem Weg zu mehr Glück.

Die Seligpreisungen sind ein neues Lebensprogramm, um sich von den falschen Werten der Welt zu befreien und für die wahren Güter in Gegenwart und Zukunft zu öffnen. Benedikt


In den Seligpreisungen finden wir aber all das, was uns zum wahren Glück führt. Papst Franziskus

Sie sind das Gegenstück zu den 10 Geboten und es lohnt sich, sie auswendig zu lernen, um sie immer bei sich zu haben. Bei den Seligpreisungen geht es um Haltungen. Diese gehen tiefer als Handlungs-Ratschläge. Jesus geht es nicht um äussere Gesetze und Regeln, sondern darum, dass wir in eine neue innere Wirklichkeit treten, zu der wir berufen sind (1. Kor 1,26). Die Seligpreisungen sind dazu bestens geeignet. “Selig” heißt übersetzt “Glücklich zu preisen”. Jesus möchte, dass wir glücklich sind. Er möchte unsere blinden Augen dafür öffnen (Psalm 146,8-9). Es geht allerdings nicht um ein äußerliches Glück. Es geht um eine innere Glückseligkeit, die unabhängig von den äußeren Umständen ist.


Glücklich sind, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind, denn ihnen gehört sein himmlisches Reich. Mt 5:3

Die Seligpreisungen folgen einem inneren Aufbau und nicht ohne Grund steht die Armut im Geiste an erster Stelle. Wenn ich mich in meiner Beziehung zu Gott betrachte, erkenne ich meine Kleinheit und ein Empfinden für Gottes Heiligkeit wächst. Ich sehe mich vor Gott als der, der ich bin. Ich habe keine Leistung, die mich vor Gott qualifiziert. Damit setze ich mich nicht als Persönlichkeit herab, sondern habe den Mut, zuzugeben, dass ich mit leeren Händen vor Gott stehe. Wenn ich diese Tür nicht aufmache, bleiben alle anderen Türen verschlossen. Was bedeutet diese Seligpreisung konkret für mein Leben?

Hüte dich vor einem übertriebenen Konsum. Materieller Besitz ist nicht die wahre Quelle des Glücks. Allein Gott ist die Quelle des Glücks. Pflege einen schlichten Lebensstil. Es geht darum, die Wesentlichkeit zu suchen, zu lernen, viel Überflüssiges und Unnötiges, das uns erstickt, abzulegen.

Hänge dein Herz nicht an die Dinge dieser Welt. Dazu gehört auch dein Ego. Gott wendet sich dem Demütigen zu. Meditiere deine Armut! Lasse bewusst los: materiell (z.B. Spenden), noch mehr spirituell (Stolz, Rechthaberei, Sorgen)

Geben wir Jesus den ersten Platz.


Glückselig sind die geistlich Armen , denn ihrer ist das Reich der Himmel! Mt 5:3

Wir haben alle Wünsche, wie das Leben laufen sollte. Das betrifft den einzelnen Tag, wie auch die großen Lebensspuren. Wir wollen dies, wir wollen das. Wenn wir zu krampfhaft an diesen Wünschen festhalten und nicht offen bleiben für andere Richtungen, dann erzeugen diese Wünsche eine innere Unruhe. Und erfüllen sich unsere Erwartungen dann nicht, neigen wir zu Traurigkeit oder Zorn. Immer wieder gilt es darum Inventur zu ziehen, was fesselt und bindet, wo sollten wir lernen los zu lassen. Denn in einem Herzen, das sich an äußere Dinge verliert, ist kein Frieden. Darum lasst uns ärmer in unserem Wünschen werden. Der Arme im Geist lebt im Frieden des Herzens.

Wünsche, an die wir uns zu sehr klammern, rauben uns leicht etwas von dem, was wir sein sollen und können. Bonhoeffer


Glücklich sind, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind, denn ihnen gehört sein himmlisches Reich. Mt 5:3

Die Selbsterkenntnis der eigenen Armut ist der Schlüssel zu Gottes neuer Welt. Solange wir mit Adleraugen die Fehler anderer und mit Maulwurfsaugen unsere eigenen Fehler betrachten, entfernen wir uns vor Gott, verlieren wir uns in Stolz und Hochmut. Die Armut und Demut helfen uns bei einem ehrlichen Blick auf uns selbst. Ehrlichkeit: Die Wahrheit wird mich frei machen (Joh 8, 32), denn nur wenn ich die Wahrheit über mich selbst erkenne, kann Gott sich in seiner ganzen Größe, Güte und Schönheit in meinem Leben sichtbar machen. Nur dann kann er auch für mich der sein, der er ist.

Gebet: Jesus, hilf uns mit einem ehrlichen und demutigen Blick auf uns selbst zu schauen. Amen


Glücklich sind, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind, denn ihnen gehört sein himmlisches Reich. Mt 5:3

Wer erkennt, dass er vor Gott arm ist, der findet zur Demut. Und diese Demut ist ein Segen. Sie schützt uns vor Hochmut und lässt uns erkennen, dass wir nie vollkommen sind, lebenslang auf dem Weg hin zu ihm sind, der vollkommen ist. Wer sich als arm vor Gott erkennt, der ist stets innerlich zur Weiterentwicklung bereit, geleitet durch seinen Willen. Sehen wir also unsere Schwächen nicht als Hinderungsgrund für das Glück. Gerade scheinbare Störfaktoren ermöglichen erst oft unser Glück und sind ein Segen für unser Leben. So paradox es klingt, wir können dankbar sein für unsere Schwächen, für all unsere Missgeschicke. Wer im Arm-Sein das Gute zu erkennen vermag, der ist wirklich glückselig zu nennen. Glückselig sind die Menschen mit Defiziten. Glückselig bin ich, wenn ich das Gefühl habe, noch weit vom Ziel entfernt zu sein. Dann bin ich auf dem besten Weg zum Himmelreich und damit zum Glück.


Glücklich sind, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind, denn ihnen gehört sein himmlisches Reich. Mt 5:3

Demut bedeutet nicht, sich klein zu machen und seinen eigenen Wert zu leugnen. Falsche Demut ist, wenn man sich selbst nur schlecht macht. Wir Menschen sind Gottes Ebenbild. Wenn wir uns selbst verachten, verachten wir Gott. Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. Demut bedeutet eine realistische Selbsteinschätzung, bei der man seiner eigenen Geringheit im Vergleich mit der Größe Gottes bewusst wird. Demütige Menschen haben Mut zu dieser ihrer eigenen Wahrheit. Sie wissen, daß alle Abgründe dieser Welt auch in ihnen sind. Daher verurteilen sie niemanden. Stattdessen halten wir unser Herz ganz unten, ganz ruhig, zu Füßen des Kreuzes.


Glücklich sind, die über diese Welt trauern, denn sie werden Trost finden. Mt 5:4

Glücklich, die Trauernden? Widersprüchlich? Christsein ist Freude UND Trauer. Es geht nicht um das soziologische Trauern (z.B. beim Tod eines Menschen). Es geht um ein geistliches Trauern. Geistliches Trauern folgt aus der ersten Seligpreisung. Trauer hat etwas mit Verlust zu tun, bei der Armut im Geiste verliere ich viel, was mir lieb ist (mein Ego, Stolz, Kontrollwünsche, ….). Trauer ist in diesem Fall gut, mehr noch: notwendig. Abgesehen von der Tatsache, dass Gott auch gerade in den dunklen Stunden meines Lebens bei mir ist, geht es hier um etwas anderes: Echte Demut, tief empfundene Trauer über meinen Zustand und den Zustand der Welt. Und aus und in dieser Trauer empfange ich in echter Hinwendung die Liebe und den Trost Gottes, entspringt die Freude über das Errettet sein in Christus.


Glückselig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden. Mt 5,4

Das Leben ist ein hin und her von Freud und Leid, von Höhen und Tiefen. Das gehört zu unserem Leben und hält uns lebendig. Häufig wehren wir uns im Leid gegen die damit verbundenen negativen Gefühle, was eigentlich nie gelingt und uns viel Energie kostet. Durch den Versuch, dagegen anzukämpfen, leiden wir noch mehr. Das Leid, vor allem das unabänderliche, muss zugelassen werden, muss beweint werden, muss intensiv erlebt und betrauert werden. Trauer ist der Schmerz über den Verlust von etwas, was man liebt (Personen, Gesundheit etc.). Diese Trauer ist nicht das Glück selbst, aber es ist ein Weg zum Glück, weil ich mich darüber mit mir selbst auseinandersetze und zuletzt mit Gottes Segen mich mit dem Leben, wie es nun mal lief und wie es gerade ist, versöhne. Durch die Trauer höre ich auf, mich an eine Illusion möglichen Lebens zu klammern und ich lasse mich in den Trost Gottes fallen.

Der, der ich bin, grüßt trauernd den, der ich sein könnte. Kierkegaard


Glückselig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben! Mt 5:5

Sanftmut meint nicht dass du nonstop relaxed bist und dich über nichts aufregst. Sanftmut meint auch nicht, dass du der “nette Christ” bist, der zu allen lieb ist. Sanftmut meint nicht, dass du Duchmäusertum betreibst. Sanftmut bedeutet deine mutige Entscheidung zur Gewaltlosigkeit in jeglicher Situation, eine Autorität ohne Gewalt !!!! Wenn du den Dialog und das Geschehen in der Passion zwischen Pilatus und Jesus liest, erblickst du eben diese Sanftmut.


Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen. Mt 5,5

Wenn du sanftmütig sein willst, lerne zuallererst, alles was dir geschieht anzunehmen, ohne gleich in die Haltung des Richters zu verfallen, der verurteilt. Spiritualität, die uns hart und selbstgerecht macht, ist wertlos. Es sind unzählige Stellen im Evangelium, in denen das Jesus verurteilt. Bleibe stattdessen standhaft und beharrlich bei einem gütigen Auge. Dein Blick auf den anderen Menschen ist das entscheidende Moment. Ein Mensch mit Sanftmut hat großes Verständnis für die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Menschen und kann diese annehmen. Und ja, ich weiß, dass dies bei bestimmten Personen eine echte Herausforderung ist und bleiben wird.

Fehler sind dick, wo die Sanftmut dünn ist. Englisches Sprichwort


Glückselig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen. Mt 5,5

Sanftmut bedeutet, dem Ärger und Wut entgegen zu treten und aus der Spirale aus zu steigen, wo Aggression Gegen-Aggression erzeugt, vor allem in unseren menschlichen Beziehungen. Einfach gesagt, schwer getan, denn negative Gedanken und Gefühle über den anderen sind meist schlicht und einfach da und drängen dazu ausgedrückt zu werden. Der erste wichtige Schritt ist, dass wir negative Gefühle nicht runterschlucken, sondern sie rauslassen, aber nicht am anderen, sondern für uns, am besten alleine: laufen, schreien, Kissenboxen etc. Der zweite Schritt ist, seine Wahrnehmung vom anderen weg zu einem selbst zu lenken. In meiner Vorstellung sollte die Welt, der andere bzw. ich selbst so oder so sein. Ist sie es nicht, so entsteht Ärger. Der Ärger entsteht immer aus einem Unterschied zwischen dem, was gerade ist und dem, wie man es sich gerne wünscht. Und in diesem meinem Wunsch steckt ein Bedürfnis von mir (z.B. nach Ruhe) und ich ärgere mich, wenn dieses Bedürfnis nicht von anderen beachtet wird (z.B. lauter Nachbar). Ich muss mich also immer fragen: Warum bin ich eigentlich gerade ärgerlich? Und ich versuche dies nicht zu beantworten, indem ich auf meinen bösen Gegenüber zeige, sondern in Bezug auf meine Bedürfnisse (Ruhe, Anerkennung, Geborgenheit, Liebe etc.)


Glücklich sind, die Hunger und Durst nach Gerechtigkeit haben, denn sie sollen satt werden. Mt 5:6

Unter Gerechtigkeit verstehen wir meist, dass alle gleich behandelt werden. Um diese menschlich-soziale Gerechtigkeit geht es hier nicht, wenngleich diese wichtig ist. Hier meint Gerechtigkeit das Gegenteil von Sünde. Sünde, das sind nicht einfach einzelne schlechte Taten, sondern eine Orientierung weg von Gott. Es geht hier um deinen Hunger nach Gott. Es geht um deine Sehnsucht danach, dass es dir ein innerstes Anliegen ist, in Übereinstimmung mit Gott zu leben, dass Gott Ausgangspunkt und Ziel allen Handelns ist. Das wirkt sich auf dein ganzes Leben aus und muss immer wieder neu an jedem Tag gelebt werden. Und so gehe ich in diesen Tag mit dem Gebet:

Herr, ich dürste danach, deinen Willen zu tun bei der Arbeit, in der Familie, dort, wo du mich “hingestellt” hast.


Glückselig sind, die da hungern nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Mt 5,6

Hunger ist ein Bild für ein tiefe Sehnsucht. Glück hat etwas mit Sehnsucht zu tun. Entdecke deine Sehnsüchte, denn dein Leben wird davon getragen. Wenn du das Leben mit seinen täglichen Aufgaben im Bewusstsein erfüllst, dass du von einer tief liegenden Sehnsucht geleitet wirst, dann wirst du ganz anders leben und die Dinge tun, als wenn du nur aus Pflicht, Anordnung oder Regeln heraus lebst. In dem, was du tust, verwirklichst du Sehnsüchte, die tief in dir angelegt sind und die dich zutiefst befriedigen können. Satt werden wir, weil wir unser ganzes Leben in einem größeren Kontext zu sehen beginnen. Das lässt uns unser Tun und Handeln als sinnerfüllt erleben. Das gibt uns eine ungeahnte innere Kraft.


Glücklich sind, die Barmherzigkeit üben, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren. Mt 5:7

Wer versucht, nach den Seligpreisungen zu leben (Arm sein vor Gott, Trauern, Sanftmut, Dürsten nach Gerechtigkeit), verändert sich und wird mit anderen Menschen anders umgehen und Gutes tun. Die Seligpreisungen verändern uns. Die Barmherzigkeit Gottes verändert uns. Wir erfahren sie und werden dadurch fähig, selbst Barmherzigkeit zu üben. Doch: Unsere Barmherzigkeit versagt immer wieder, aber Gottes Barmherzigkeit nicht. Gottes Barmherzigkeit ist ganz anders. Sie beruht auf nichts anderem als auf Gott selbst. Manchmal stelle ich fest, dass ich eine Person zwar nicht aus eigener Kraft heraus barmherzig begegnen kann, aber mit Gottes Liebe sehr wohl.

Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. Röm 5,5


Glückselig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen! Mt 5:7

Ein Weg zum Glück besteht darin, dass wir raus kommen aus unserer Selbstumkreisung. Wer immer nur an seine eigenen Probleme und Sorgen denkt, der wird nie glücklich werden und der wird nur selten dazu kommen, Barmherzigkeit üben zu können. Barmherzigkeit ist auf den anderen bezogen. Er sieht ihn in seiner Not und lässt sich davon berühren. Er fühlt sich in dessen momentane Situation ein. Es geht darum, zu fühlen, als wäre ich der andere. Es geht darum, die Bedürfnisse und Wünsche des anderen zu erahnen. Fast automatisch erwächst daraus dann das Tun.

Barmherzig heißt einer, der ein betrübtes Herz hat, weil er die Betrübnis eines anderen Menschen wie seine eigene betrachtet und über das Leid des anderen trauert wie über sein eigenes Unglück. Remigius


Glücklich sind, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott sehen. Mt 5:8

Das Herz ist dein Innerstes, das Zentrum deiner Gefühle, Gedanken und Absichten. “Rein” meint “sauber, klar”. Du musst lernen zu unterscheiden, was dein Herz verunreinigen kann (Neid, Hochmut, böse Gedanken, Anhänglichkeit an materielle Dinge etc.) und was dein Herz reinigt (Gebet, Beichte, Werke der Nächstenliebe, Stille etc.). Dein Herz kann sich an wahre und falsche Schätze hängen. Das kostbarste Gut, das du in deinem Leben haben kannst, ist deine Beziehung zu Gott. Achtest du auf die Reinheit deines Herzens, so wirst du Gott sehen.


Glückselig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen! Mt 5:8

Reinheit bedeutet Einheit mit mir selbst, wodurch ich mich auf einen einzigen Lebenswert ausrichte. In diese Ausrichtung mischt sich immer wieder verunreinigend etwas anderes hinein. Auf dein Herz bezogen kommt es dann zu diesen Verunreinigungen, wenn du eigentlich etwas ganz bestimmtes willst, aber sich daneben auch noch andere Wünsche oder Gedanken einschleichen. Dann fühlst du dich zerrissen, hast nicht mehr die volle Konzentration nur für das eine übrig und verlierst dich in tausend Dingen. Du kannst dich dann nicht auf das Gegebene einlassen, weil du innerlich schon ganz woanders bist.

Die Ausrichtung auf einen einzigen Lebenswert ist für uns die Person Jesus Christus. Lasst uns in allem im reinen Herzen an ihm ausrichten.


Glücklich sind, die Frieden stiften, denn Gott wird sie seine Kinder nennen. Mt 5:9

Frieden ist ein Geschenk Gottes:Herr, du gibst Frieden dem, der sich fest an dich hält und dir allein vertraut. (Jes 26:3) Friede als Aufgabe: Wer innerlich Frieden mit und von Gott bekommen hat, wird nach aussen auch dafür eintreten. Frieden ist nicht lediglich die Abwesenheit von Konflikten, sondern ein gefüllter, positiver, versöhnter Zustand. Uns alle als Geschwister zu sehen ist dafür die Basis. In deinem Alltag bewusst für den Frieden einzutreten, das erfordert Mut. “Oh Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens!” (Franz von Assisi)


Glückselig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Mt 5,9

Frieden bedeutet, mit allem und jedem in einem guten Kontakt zu stehen. Frieden ist die Vollkommenheit zwischenmenschlicher Beziehungen. Frieden ist der gute und lebendige Kontakt zum anderen Menschen, zum Mitgeschöpf neben mir. Wer nicht im Frieden mit sich selbst lebt, wird unzufrieden sein und meist auch nicht gerade zum Friedensstifter anderen gegenüber werden können.

Die Friedfertigen aber werden selig genannt, also die, die zuerst in ihrem Herzen und dann unter den streitenden Brüdern Frieden stiften. Hieronymus


Die Seligpreisung des Friedfertigen steht an siebter Stelle, die Zahl für die Vollkommenheit. Hewissermaßen ist sie der Höhepunkt, weil jener der Frieden stiften will all das anwenden muss, was in den ersten sechs Seligpreisungen gesagt wurde:

(1) Arm sein im Geist – Akzeptanz deiner Schwächen: aus dieser Akzeptanz heraus wirst du ganz anders mit den Schwächen deiner Mitmenschen umgehen können. Du wirst ja sagen können zum ganzen Menschen. Nur so wird Frieden stiften möglich.

(2) Leid tragen: wer Frieden stiften will, muss Leid tragen können. Zu Beziehungen gehören immer auch Verletzungen, Enttäuschungen und schmerzliche Erfahrungen.

(3) Sanftmut: Frieden stiften lebt von der Sanftmut fremder, aber auch den eigener Ansprüchen gegenüber.

(4) Hungern nach Gerechtigkeit: Frieden stiften lebt von der tiefen Sehnsucht im Einklang mit dem anderen zu sein in einer gerechten Weise

(5) Barmherzig sein – Mitgefühl: Frieden stiften lebt davon, sich voll und ganz in einen anderen Menschen einzufühlen, immer wieder die Welt aus den Augen des anderen zu betrachten.

(6) Einfalt des Herzens – Klarheit des eigenen Standpunkts: Niemand kann besser Frieden stiften als ein Mensch, der weiß was er will und zugleich zum Gespräch und zu Kompromissen bereit ist, der sich nicht von 1000 Ansprüchen und Gefühlen zerreissen lässt.


Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihnen gehört das Himmelreich. Mt 5,10

Der Weg zum Glück ist nicht reibungslos. Glück ist nicht gleich zu setzen mit Erfolg, sondern kann auch Verfolgung beinhalten. Wichtig ist allerdings der Vorsatz “um der Gerechtigkeit willen”, d.h. Glück stellt sich nur dort ein, wo ich im Einsatz für mehr Gerechtigkeit Anfeindung erfahre und im tiefsten Sinne für Jesus selbst, der ja eben diese Gerechtigkeit ist.

Selig, deren Herz bereit ist, alles für Christus zu erdulden, der die Gerechtigkeit ist. Hilarius


Glücklich sind, die verfolgt werden, weil sie nach Gottes Willen leben; denn ihnen gehört sein himmlisches Reich. Glücklich könnt ihr euch schätzen, wenn ihr verachtet, verfolgt und verleumdet werdet, weil ihr mir nachfolgt. Mt 5:10-11

Wer Jesus nachfolgt, wird Widerstand erleben. Es hat noch nie eine Zeit gegeben, wo Christsein, weltweit gesehen, so gefährlich war – rund 100 Millionen Christen werden verfolgt. Schon die frühen Christen haben für andere bedrängte Gemeinden gebetet, in denen sie keinen oder nur wenige kannten. Das zeigen v.a. die Paulusbriefe. Dieser Impuls soll nicht tiefgründige Gedanken enthalten, sondern einfach ein Aufruf sein, es den frühen Christen gleich zu tun und in unserem Gebet diese verfolgten Christen immer wieder mit ein zu schließen oder Organisationen wie “Opendoors” zu unterstützen, die hier konkret tätig sind und helfen.

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